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ZWEITER SCHRITT |
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Der zweite Schritt
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Wer nun denkt, mit dem bis hierher erlernten Stoff zum perfekten Aufreißer geworden zu sein, den muß ich leider in soweit enttäuschen, daß der Gesamttatbesatand des Kennenlernens im weiteren Sinne mehr ist, als das einfache Aufmerksamkeiterhaschen. Zwar stimmt es, daß der erste Schritt meist der Schwerste ist, doch ist auch nicht ohne Mühe, diesen nicht mit dem zweiten wieder rückgängig zu machen. Wer nur auf ein flüchtiges Gespräch aus ist, der kann auch das Beschwerdetelephon der Telekom anrufen, interessant wird es erst mit der Vertiefung der Bekanntschaft, will man zum Essentiellen einer Beziehung vorstoßen. Schon im Paragraphen 'Kino/Theater' sind die ersten Hinweise auf das (erste) Rendezvous (auch: engl. Fachwort 'Date') angeklungen. Es reicht bei weitem nicht aus, nur mal einige Minuten über das Wetter geplauscht zu haben, um am nächsten Tag aller Welt zu verkünden, man würde jetzt mit der O zusammensein (anderer Ausdruck: 'mit der O gehen'; nicht verwechseln mit 'Mit der O schlafen'). Da gehört mehr zu. Das kann zwar schweißtreibend sein und nicht wenige Beziehungen enden bevor sie richtig angefangen haben, doch um solchen Gefahren zu entgehen, machen Sie ja diesen Kurs und ich habe nie behauptet, daß es ein Zuckerschlecken wird. Doch genug des Vorgeplänkels, laßt uns die Kuh vom Eis holen:
'1 Der Rückruf
Typischerweise endet der erste Schritt mit dem Austausch von Telephonnummern. Sollte dies nicht automatisch geschehen, so sollte man zumindest soweit nachforschen, daß es mit den Informatioen möglich ist, die passende Nummer aus dem Telephonbuch herauszusuchen. Doch vorsicht: Gerade bei Allerweltsnamen kann es zu peinlichen Mißverständnissen führen und zu dem verabredeten Date kommt eine ganz andere Ulrike Maier. Gerade bei solchen Namen kann es zu tagelangem Probieren aller U. Maiers führen, um am Ende schließlich frustriert festzustellen, daß die liebe Ulrike wahrscheinlich unter dem Namen ihrer Eltern läuft und noch mindestens 300 Maiers mit 'ai' vor einem liegen. Da ist es doch besser, schon beim ersten Kennenlernen auf die richtige Telephonnummer zu drängen. Am erfolgversprechensden scheint die Methode, einfach zunächst seine eigene Nummer anzubieten. Jedoch dann nicht denken, die O würde schon zurückrufen. In aller Regel tut sie das nicht! Insbesondere wenn sie einen dieser nichtssagenden Sätze ans Ende gesetzt hat, wie 'Ich rufe Dich an...'. Wenn dabei nicht wenigstens ein 'morgen' vorkommt, kann man es vergessen. Da ist es besser, selbst die O anrufen zu können. Doch nicht betteln und all zu aufdringlich werden. Hat die O selbst beim dritten Nachfragen nur ausweichend geantwortet, so hat sie entweder kein Telephon (sehr selten) oder aber sie hat einfach kein Interesse an Ihnen. Da hilft selbst das Einschalten eines Detektives nicht mehr. Diese O können Sie vergessen. Angenommen Sie sind am Ende eines langgezogenen Discoabends tatsächlich in den Besitz einer Telephonnummer gelangt, so sollte mit dem Rückruf nicht zu lange gewartet werden. Jedoch bitte nicht am Sonntag gleich um 7:00 Uhr die O belästigen. Das kann leicht Aggressionen wecken! Besser bei Wochendstagen bis in den frühen Nachmittag warten, an Werktagen bis in den frühen Abend. Ein schneller Rückruf sichert, daß die O auch noch weiß, wer sie da belästigt (sofern sie nicht all zu betrunken war) und noch kein Nebenbuhler in ihr Leben getreten ist (sofern nicht schon einer da war (besser vorher abklären)). Vor dem Wählen der Nummer sollte man versuchen, seinen Puls ein wenig herunterzudrücken (Richtlinie ca. 100 Schläge pro Minute) und an etwas Kaltes zu denken. Stottert man schon beim eigenen Namen, so wirkt dieses unprofessionell. Am besten, man schreibt sich vorher eigenen Name, den Namen der O und die ersten Sätze in Stichworten auf, mag ihnen dies auch noch so unnütz vorkommen. Haben die den Vater der O oder eine Mitbewohnerin am Apparat und Ihnen will partout nicht mehr einfallen, wen Sie da überhaupt sprechen wollen (mir selbst passiert, höchst peinlich!), werden Sie für diese Gedächtnisstütze dankbar sein. Sollte sich eine vollkommen fremde Person melden und die O auch unbekannt dort sein, so kann man sicher sein, daß man reingelegt worden ist und wohl oder übel am nächsten Wochenende ein neuer Versuch gestartet werden muß. Meldet sich bei weiblichen Os (bei männlichen alles andersherum) am anderen Ende eine Männerstimme, nicht gleich verzagen. Es könnte ihr Vater, ein Mitbewohner, der Bruder oder ein einfacher Hausfreund sein. Ruft er dann die O jedoch mit den Worten 'Schatz, komm doch bitte mal' oder gar 'Telephon für Dich, soll ich solange die Kinder füttern', sollte man versuchen sauber und cool aus der Sache herauszukommen. Im Zweifelsfall wollte man sich nur erkundigen, ob die O gut zu Hause angekommen ist oder ob sie Ihre (vermeintlich) gestohlene Jacke gesehen hat. Das ist zwar moralisch nicht 100% in Ordnung, doch schadet es auch keinem. Bei der Diebstahlsnotlüge sollte man jedoch tunlichst vermeiden, durch unsachgemäße Betonung die O als Langfinger zu verdächtigen! Ist man schließlich doch bis zur O vorgedrungen, ruhig zunächst ein wenig belanglos werden. Nach dem werten Befinden, nach der sicheren Rückkehr nach Hause in der letzten Nacht erkundigen etc. Das lockert die Situation auf, gibt Sicherheit und hilft allmählich zu spezielleren Themen zu wechseln. Denn: mag im direkten Beisammensein eine Gesprächspause noch möglich sein, so ist sie am Telephon hoch brisant und alles andere als vorteilhaft. Zwar gehören zum Schweigen immer zwei, doch sollten Sie nie vergessen, daß Sie die O angerufen haben. Da sollte doch zumindest ein Konzept für den Grund des Telephonats angedeutet werden. Ansonsten ist dieses zweite Gespräch mit der O meist das aufschlußreichste. Mag die O im Abend zuvor noch in Anbetracht des baldigen Auseinandergehens zu Kompromissen bereit gewesen sein, so zeigt sich hier schnell, ob von ihrer Seite wirklich Interesse besteht. Wirkt sie genervt, müde, abweisend und in Zeitnot, so sollte überdacht werden, ob es nicht der rechte Zeitpunkt zum Abbrechen dieses Versuches ist. Je früher, um so einfacher. Doch ist es in der heutigen, von Höflichkeiten geprägten Gesellschaft kaum möglich, wirklich eindeutige Hinweise auf die Abneigung der O zu bekommen. Da müssen Sie mit Ihrer Sensibilisierung selbst einen Weg herausbekommen. Und, wie ich schon des öfteren hier sagte: es ist wie mit einem Computer: wirklich kaputt machen können Sie eigentlich nichts. Aus Fehlern lernt man!
Möglichst sollte das Telephonat nicht mit dem vagen Versprechen beendet werden, doch 'mal wieder' zu kommunizieren. Damit ist nichts gewonnen. Zumindest ein ungefähres persönliches Treffen sollte angeklungen sein, wie etwa das 'mal gemeinsam ins Kino zu gehen'. Das eröffnet Ihnen die Möglichkeit für einen weiteren Anruf, ohne daß Sie gleich aufdringlich wirken. Dazu wiederum ist es gut, im Gespräch einige der Vorlieben der O ausgesponnen zu haben (s.o). Läuft es besonders gut, kann man unter Umständen schon hier einen festen Termin ausmachen. Als günstig und unverfänglich haben sich der schon erwähnte Kino/Theaterbesuch bewährt, wie auch die meisten anderen im BT angesprochenen Orte der Gemeinsamkeit. Als Besonderheit tritt hier jedoch das gemeinsam Abendessen im Lokal oder für ganz wagemutigen gar in Ihrer oder der Wohnung der O auf. Orte, an denen man normalerweise sonst niemanden neu kennenlernt. Sollte man jedoch im Zweifel über die Geneigtheit der O haben, lieber noch ein weiteres Telephonat oder ein zufälliges Treffen abwarten. Das spart Nerven und Geld.
'2 Im Restaurant
Restaurants sind der klassische Treffpunkt für das erste Rendezvous. Das liegt vor allem an der üblichen Ruhe und Gemütlichkeit dieses Ortes, die einen idealen Nährboden für alle Arten gegenseitiger Gefühle darstellen. Die Anwesenheit dutzender Gleichgesinnter gibt gerade dem Anfänger die Sicherheit, die er für diesen aufregenden Moment unbedingt braucht. Und dem Fortgeschrittenen gelingt es, das Ambiente der Örtlichkeiten auf sein eigenes Image auszudehnen. Bevor man ein Restaurant jedoch als Treffpunkt ausgemacht hat, sollte man einige Vorüberlegungen anstellen. Die Wichtigste hieran dürfte unzweifelhaft die Wahl des 'richtigen' Restaurants sein, denn bei Gott gibt es gerade in diesem Bereich Unterschiede, die zwischen Hüh oder Hott entscheiden können. Richtet sich dies in erste Linie nach Ihren und den Vorlieben der O, so kann ich doch eindeutig von Fast-Food-Ketten abraten. Nicht nur, daß hier keines der oben genannten Charakteristika zutrifft, auch sind die harten Stühle nur wenig geeignet, wirkliche Gefühle hervorzurufen (außer vielleicht Magenkrämpfen). Zwar ist man hier selbst bei kleinem Geldbeutel in der Lage, die O auf einen Hamburger einzuladen, doch dürfte dies kaum die bezweckten Reaktionen hervorrufen, handelt es sich nicht gerade um eine Vertreterin der neu aufkommenden Trash-Kultur. Doch dann wird Ihnen selbst ein Mc-Donalds noch zu spießig und fein sein. Also Hände weg von 'etwas anderen Restaurants', die Pommes Frites zu Hauptspeisen erheben und selbst für den Ketchup noch 30 Pfennige verlangen. Aber auch bei den 'richtigen' Restaurants, die nicht extra in der Werbung darauf hinweisen müssen, gibt es Unterschiede, die zwischen Sieg oder Niederlage entscheiden können. Hat man nicht gerade eine Adelige oder Porsche-Kabriolett Fahrerin als O vor sich, so rate ich von zu feinen Häusern ab. Nicht nur, daß man hier gerade beim Einladen der O (s.o.) leicht einige hundert Mark investieren muß, nur um im Gespräch zu erfahren, daß sie widererwartend doch nicht Ihr Typ ist, auch gelten strenge Benimmregeln, denen sich nicht jeder Anfänger gewachsen fühlen dürfte. So mancher hat sich schon disqualifiziert, in dem er dem Kellner böse Blicke zugeworfen hat, nachdem dieser ihm zum Testen nur den Boden des Weinglases benetzt hatte ('Was, die Pfütze soll 20 Mark kosten'). Und auch das Lesen der verschiedenen (!) Karten erfordert gute Fremdsprachenkenntnisse und ein Gespür für das Wesentliche. Insgesamt ist das Blamierrisiko hier hoch und überfordert den Anfänger. Also Hände weg und hin zum Bodenständigen. Damit meine ich nun nicht die Imbißbude um die Ecke, doch ein einfacher Italiener tut es schon. Hier fühlt sich auch der ungebildete Deutsche leicht beim Lesen der einen (!) Karte zu Hause und im Zweifelsfall kann er sogar auf Nummer Sicher gehen und die Pizza Magarita mit einem großen Holsten bestellen. Niemand sieht ihn deshalb vorwurfsvoll an oder kann sich über Ihren schlechten Geschmack beschweren. Das ist hier üblich, man wird meist satt und der normalen Zunge schmeckt es auch. Sogar die Preise halten sich im Vergleich zu anderen Lokalitäten noch im Akzeptablen und eine Unterhaltung in normaler Lautstärke fällt nicht sonderlich auf. Daher geht meine Empfehlung ganz klar in Richtung Italiener oder einer der zahllosen deutschen Imitationen! Um nicht in den Ruf des Planlosen zu gelangen sollte besonders an Wochenenden unbedingt ein Tisch vorbestellt werden. Eventuelle Ruhetage sind zu beachten. Ein weiterer Punkt, der vorher zu beachten ist, ist die Frage des Einladens der O. War es noch vor einigen Jahren unabdingbare Pflicht für den männlichen Teil, der weiblichen O sämtliche Kosten des Abends abzunehmen, so hat sich auch dies mit der Geschlechterrevolution verändert. Nicht nur, daß männliche Os von ihren weiblichen Pendant eingeladen werden können, auch ist es gar nicht einmal mehr so unüblich, einfach jeden seine Kosten tragen zu lassen. Auf diese Weise fühlt sich niemand verpflichtet, das Billigste auf der Karte auszuwählen und Krisen, wie sie entstehen, sollte die O doch gerade das Teuerste auserwählen, werden auf diese Weise gekonnt umgangen. Allerdings sei nicht verschwiegen, daß sich auch heute noch weibliche Os geschmeichelt fühlen, wenn man sie einlädt. Eine Entscheidung dafür oder dagegen sollte schon im Voraus mit all ihren finanziellen Risiken einmal durchgerechnet werden, denn eine vollmundige Einladung kann leicht zur peinlichen Farce werden, muß man sein Angebot bei Rechnungsübergabe kleinlaut relativieren und gar die O anpumpen müssen. Man sollte sich auch nicht all zu sehr darauf verlassen, daß ein solches Angebot von der O umgehend abgelehnt wird. Spekuliert man nur auf den gönnerhaften Schein, sollte immer die Komplikation des doch Zahlen-müssens eingerechnet werden. Manche Os können hier rigoros zu Werke gehen, ohne Rücksicht auf Anstand und Sitte. Sollten Sie sich nun doch für die Übernahme der Restaurantkosten entschieden haben, so sollte dies nicht zu sehr in Selbstgefälligkeit ausarten. Wer alle fünf Minuten den Mäzen raushängen läßt, ständig betont, wie großzügig man ist, bei der Wahl der Speisen lautstark auf das Teuerste drängt und nicht mit jedem Satz die Bemerkung unterläßt, man zahle ja, der wirkt peinlich gönnerhaft und schreckt schnell ab. Mäßigung ist angesagt, eine Einladung der O ist keine Kosten/Nutzenrechnung! Ansonsten gibt es kaum Unterschiede zu einem 'normalen' Restaurantbesuch. Wie schon des öfteren hier dargelegt, ist zu versuchen, ein lockeres unverkrampftes Gespräch in Gang zu halten ohne all zu lange peinliche Pause. Im Zweifelsfall sinniert man eben über die örtliche Restaurantszene, ihre Preise oder die Gerichte auf der Karte. Bei der Wahl des richtigen Gerichts sollte man besser auf Bekanntes zurückgreifen. So Mancher erkennt hier plötzlich sein kulinarisches Gespür und bestellt demonstrativ das Essen mit dem bestklingenden Namen, ohne über die Zutaten Kenntnis zu haben, die dahinter stehen. Muß dann schließlich die Schildkrötenbeinsuppe kaum angebrochen zurückgehen, so ist nicht nur die eigene Stimmung auf dem Tiefstpunkt, auch muß man komplizierte Ausreden hervorkramen, die die plötzliche Appetitlosigkeit erklären sollen, will man nicht als Banause das Treffen beenden. All dies kann vermieden werden, greift man einfach auf etwas Einfacheres wie eine normale Pizza zurück. Ansonsten sollte man zumindest bis kurz vor die 'Übergebensgrenze' versuchen mit möglichst lockerem Gesichtsausdruck, das Bestellte zu essen. Wirklich giftig ist es nur in den seltensten Fällen. Das erneute Hervorwürgen des Gegessenen im unverdauten Zustand (umgangsprachlich 'Kotzen') sollte am Tisch jedoch unterbleiben. Ähnliches kann einem bei der verbreiteten Sitte passieren, blind genau das selbe wie die O zu erwählen. Lassen Sie sich gesagt sein: auch wenn die O genau ihren objektiven und subjektiven Vorstellung entspricht, so muß sie doch nicht den selben Geschmack haben wie Sie. Erst recht nicht, wenn es sich um das erste Rendezvous handelt!
'3 Bei Ihr oder bei Ihm
Jeder kennt den Spruch: 'gegen wir zu mir oder zu dir?'. Nicht nur, daß diese Frage heute einfach abgegriffen wirkt und nur noch rein auf den sexuellen Bereich gemünzt ist, auch erübrigt sie sich meist allein schon aus ökonomischen Gründen und der wachsenden Wohnungsnot. Wenn diese Frage verwendet wird, so bitte nur noch mit ironischem Unterton und niemals fordernd. Sonst kann der Abend zu ende sein, bevor er überhaupt angefangen hat. Allein der sexuelle Hintergrund verbietet ihre Anwendung gleich am ersten Abend (vgl. auch 'Quicky' und 'One-night-stand').
1) Einladung zur O Wird man in die Wohnung der O eingeladen, so gibt es kaum etwas zu beachten, was sich nicht von selbst versteht. Einsichtig düfte es sein, daß jede Form des Randalierens zu unterbleiben hat, keine Flecke in irgendwelche Stoffe gemacht werden dürfen und auch umherirrende Hunde bzw. Katzen mit inniger Liebe zu behandeln sind. Nur bei wirklich extremer (Katzenhaar-)Allergie ist es erlaubt, auf eventuelle Probleme in diesem Bereich hinzuweisen, zumindest soweit ernsthafte Gefahren für Leib und Leben bestehen. In allen anderen psychisch gelagerten Fällen bleibt einem nichts anderes übrig, als sich seinem Schicksal zu fügen oder sich nach einer anderen O umzusehen. Denn seien Sie gewiß: Die meisten Os pflegen ein innigeres Verhältnis zu ihren Tieren als zu ihrem Freund und das Risiko, daß, vor die Wahl gestellt, die Entscheidung zu Ihren Ungunsten ausfällt, ist relativ hoch. Jedoch gibt es auch Ausnahmen. Trotzdem sollte mit entsprechenden Andeutungen warten, bis sich die Beziehung ein wenig gefestigt hat! Beim Betreten der Wohnung der O sollte Diskretion vorherrschen. Noch sind Sie nicht fest zusammen, es ist sowieso ein Wunder, daß die O Sie schon so früh in ihr Allerprivatestes geladen hat, da sollte nicht darauf bestanden werden, nun jedes Zimmer sehen zu wollen (insbesondere das Schlafzimmer ist (noch) tabu). Nicht jedes Bild umdrehen oder gar mit dem Finger über Schrankecken fahren. Das wirkt penibel und alles andere als vertrauensvoll. Allerdings ist es erlaubt, Interesse für deutlich hervorstechende Hobbys und Vorlieben der O zu zeigen. So können Sie normalerweise ruhig einmal die CD-Sammlung durchforsten, nach gemeinsam gelesenen Büchern Ausschau halten oder die Sammlung antiker Bierdeckel bewundern. Doch immer nur im Positivem. Niemals negativ über den Geschmack der O äußern. Wenn Ihnen ein Bild an der Wand nicht gefällt, tun Sie so, als hätten Sie es nicht gesehen. Die O wird es nicht aufgehängt haben, weil es ihr auch nicht zusagt! Ansonsten gibt es kaum etwas, das mehr über einen Menschen und seine Interessen aussagt, als das von ihm selbst eingerichtete Zimmer. Allein aus der Frage, ob man sich selbst vorstellen könnte, in dieser Einrichtung Wohlbefinden zu erlangen, kann man die Geeignetheit der O feststellen. Allerdings sollte diese Probe nicht zu ernst genommen werden. Nicht ohne Grund gibt es den Spruch, daß sich Gegensätze anziehen. Doch sollte schon auf einige gemeinsame Berührungspunkte geachtet werden, um nicht eine Beziehung des unendlichen Disputs zu führen. Auf die obligatorische Frage, ob man etwas trinken (oder gar essen) möchte, sollte zunächst mit Ablehnung geantwortet werden, sollte man nicht gerade ausdrücklich deshalb zur O gegangen sein. Hat die O Ihnen zuvor versprochen, den besten Kaffee des Westens zu kochen, könnte sie sich durch eine plötzliche Bekundung des mangelndes Durstes vor den Kopf gestoßen fühlen. Übrigens: das Getränk, das Essen schmeckt hervorragend! Immer und unter allen Umständen!!! Es muß ausgetrunken und aufgegessen werden, ohne auch nur den Anflug von Anwiderung im Gesicht. Das bedarf einer starken Selbstbeherrschung, ist aber unabdingbar! Danach läßt man die O trotz einer Einladung nicht alleine auf dem schmutzigen Geschirr sitzen und bietet sich immerhin an, alles in die Küche zu tragen. Erst der dritten Ablehnung Ihres Angebotes ist anzunehmen. Auch sollte auf die mutmaßlichen Gewohnheiten der O rücksicht genommen werden. Wird deutlich, daß sie am nächsten Morgen früh aufstehen muß, so sollte man den Abend nicht bis ins letzte Extrem treiben (nicht verwechseln mit 'man sollte es nicht so extrem treiben'). Ein rechtzeitiger Aufbruch läßt Gesprächsthemen auch für das nächste Treffen übrig und man zeigt, daß man mitdenkt. Im Zweifelsfall erklären, daß man selbst auch früh rausmüsse. Jedoch sollte bei der O nicht der Eindruck erweckt werden, man wolle einfach nur weg von ihr. Wenn sie Sie auffordert, noch zu bleiben, ist diesem unbedingt Folge zu leisten. Ausschlafen können Sie auch ein anderes Mal und Nächte mit wenig Ruhe werden Sie bei sich festigender Beziehung noch genug haben. Da schadet es nicht, schon am ersten Abend dafür zu üben. Im Zweifelsfall einfach noch einen Kaffee trinken (sofern angeboten).
2) Einladung der O Sollten Sie die O zu sich einladen, so bedarf dieses einiger zusätzlicher Vorbereitungshandlungen. Doch keine Angst, in einem ordentlichen Haushalt sind diese innerhalb wenigen Minuten vollbracht. Vor allem sollte man noch vor dem ersten Rendezvous auf entsprechende Eventualitäten vorbereitet sein. Lädt sich die O ausdrücklich oder quasi konkludent selbst zu Ihnen ein, und es hat zuvor keine Endkontrolle der Räumlichkeiten gegeben, so birgt dies ein großes Risiko. Selbst wenn Sie glauben, gerade erst aufgeräumt zu haben, so können Sie sicher sein, daß trotzdem noch irgendwo eine Unterhose herumliegt oder der Toilette kein Papier aufweist. Und gerade diese Kleinigkeiten können enorme Auswirkungen haben und sei es nur das eigene Gewissen, das einem später Vorwürfe macht.Am besten, man läßt es erst gar nicht so weit kommen und sorgt gleich für Ordnung. Diese sollte sich auf alle Räumlichkeiten Ihrer Wohnung erstrecken. Auch wenn Sie sich sicher sind, daß die O doch niemals etwa die Küche aufsuchen wird, so wird gerade dies der erste Ort Ihrer Inspektion sein, seien Sie da gewiß! Gerade diese in Singlehaushalten arg vernachlässigten Problemzonen wie die Küche, das Bad mit Toilette, Flächen unter Sofas und in Schränken kommen schneller ins Spiel, als Sie sich versehen können. Daher beugt der kluge Mann bzw. die schlaue Frau vor und zieht den diesjährigen Frühjahrsputz einige Tage vor. Und selbst wenn es mit der O nicht klappen sollte, so haben Sie dann immer noch den Trost einer sauberen Wohnung. Dazu gehört auch das Durchgehen der Einrichtung auf O-Verträglichkeit. Mag für den einen oder anderen das Playmate / Playguy -Poster an der Klotür eine besondere Bindung beinhalten, so ist es vor dem Besuch der O unbedingt zu entfernen. Genauso entsprechende Hefte, Videos und Kalender. Ob z.B. Comic-Hefte, kriegsverherrlichende Figuren, Computer oder Heavy-Metall-CDs für den einen Tag auf den Speicher verbannt werden sollten, kann jeder für sich selbst entscheiden. Ebenso, ob nicht ein all zu deutlich im Raum plaziertes Musikinstrument (Gitarre/Keyboard/Mundharmonika etc.) die O dazu verleitet, Sie zu einer peinlichen Vorstellungen Ihrer 'Kunst' zu bewegen. Bei Könnern ist natürlich nichts dagegen einzuwenden. Ähnlich verhält es sich mit taktisch klug positionierten anspruchsvollen Büchern oder Klassik-CDs. Nicht, daß so etwas nicht Eindruck auf eine entsprechend interessierte O machen könnte, ganz im Gegenteil. Jedoch sollte man sich vorher entweder davon versichern, daß man auf Rückfragen einigermaßen kompetente Antworten geben kann oder man davon ausgehen kann, daß die O eh nichts von diesem Metier versteht. Geschickt ist es auch, vorher den Vorratsraum auf eventuelle Mißstände zu untersuchen, so daß noch rechtzeitig solch wichtige Utensilien wie Kaffee, Tee, Saft, Sekt, Wein, Chips/Knapperzeug, Brot, Aufschnitt und, für die Fortgeschrittenen, Kondome nachgekauft werden können. Zwar sollten diese Dinge dann auch griffbereit liegen, doch niemals alles schon so aufbauen, als hätten Sie fest mit der Kommen der O gerechnet. Gerade ein gut sichtbares Kondom auf dem Nachttisch kann hier einigen Schaden anrichten. Besser damit in die Schublade. Ebenso die Kerze und die beiden Sektgläser. Machen Sie sich nicht zu viel Mühe mit der Umluft. Jede Wohnung hat ihren unverwechselbaren Duft, dagegen können auch Tonnen an 'Frühlingsdüften' aus der Dose nichts ändern. Nicht nur, daß es all zu gewollt wirken könnte, auch bekommt man diesen zusätzlichen Gestank später nur schwer wieder heraus. So mancher 'Duft der weiten Welt' kann mit Dauer zu Aggressionen und Aversionen der eigenen Dummheit gegenüber führen. Ist so alles auf 'normal' und 'zufällig' getrimmt, kann die O kommen. Vorerst sind diese Vorbereitungen bei jedem weiteren Besuch der O zu wiederholen bzw. aufzufrischen. Erst mit wachsender Festigung der Bindung kann hier eine Lockerung antiproportional und ganz vorsichtig erfolgen. Hat man die O in der Wohnung, so sollte das beste Zimmer als Aufenthaltsort erwählt werden (meist das Wohnzimmer, in besonderen Fällen auch die Küche, niemals das Schlafzimmer!). Praktisch ist es dann, wenn sich eine Stereoanlage oder doch zumindest ein Radio in diesem Raum befindet. Als Musik empfiehlt sich solide amerikanische bzw. britische Rockmusik, nicht zu langsam, nicht zu harten. Immerwährende Klassiker sind hierbei die Beatles, Genesis oder Queen. Aber auch etwa REM und Chris Rea. Verzichtet werden sollte auf alles, was nur laut gut kommt (Metall, Trash) oder zu melancholisch wirkt (Pink Floyd, alte Stücke von Genesis: Art Rock). Auch wenn Ihnen die Werbung etwas anderes vormachen will, 'Kuschelrock' gehört ebenfalls zu den ungeeigneten CDs, zumindest beim ersten Rendezvous. Hier könnten Vorstellungen und Wünsche bei der O geweckt werden, die später nicht eingehalten werden können! Ist nichts anderes zuvor vereinbart worden, kann man nun die O kurz (!) mit der Musik alleine lassen und aus der Küche die Getränke und Knappersachen holen. Nicht gleich mit Sekt protzen. Der kann später folgen. Man sollte sich beeilen, denn gerne wird von Os (und auch anderen Besuchern) eine solche Pause zum genaueren Umsehen in der Wohnung/dem Zimmer genutzt und da ist es gut, für eventuelle Rückfragen und lenkende Hinweise zur Stelle zu sein. Auch wenn es einigen Romantikern mißfallen wird, so ist doch eine solche Einladung ins eigene Allerheiligste nichts weiter als eine große Show. Und zur guten Show gehört nun einmal auch der gelungene und zeitlich passende Auftritt. Vermieden werden sollte das stände Erkundigen nach dem Eindruck von der Wohnung. Auch aus der Bemerkung 'Du wohnst ja nett' sollte nicht all zu viel geschlossen werden. Das sagt jeder, wenn er jemanden zum ersten Mal besucht, dieser Satz hat keinerlei Aussagekraft und kann folglich auch nicht ausgelegt bzw. interpretiert werden. Der beste Indikator für die Stimmung der O ist immer noch ihre Verweildauer! Sitzt man schließlich zusammen bei Getränk und Chips kommt der heikelste Teil. Man muß versuchen, das Gespräch nicht abbrechen zu lassen. Auf keinen Fall sollte man zu Hilfe etwa auf den Fernseher oder eine 'witzige Kassette von Helge Schneider' ausweichen. Hier ist eigenes Improvisationskönnen gefragt. In kritischen Momenten kann jedoch auch das Wetter (sofern durch Fenster zu erkennen) und die Frage nach der gewünschten Musikuntermalung herangezogen werden. So weit möglich, sollten den Wünschen der O hierbei entsprochen werden! Vermieden sollten allzu direkte Fragen nach dem Elternhaus der O, mag dieses auch noch von so hohem Interesse für Sie sein. Die O könnte sonst den Eindruck gewinnen, Sie wären nur hinter ihrem Geld her oder sie wäre Ihnen gar nicht fein genug. Auch sollte das Drängen auf Aufbruch vermieden werden (s.o). Als Gastgeber haben Sie in diesem Fall die Pflicht, so lange auszuharren, bis die O von selbst gehen möchte, muß man auch noch so früh am nächsten Morgen aufstehen. Und selbst wenn die O entsprechende Absichten geäußert hat, ist mindestens drei Mal (!) zum Bleiben aufzufordern, um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, man wäre erleichtert, die O endlich loszuwerden. Jedoch sollte man sie auch nicht mit Gewalt zurückhalten und gar den Weg versperren. Viele Os mögen es gar nicht, so genötigt zu werden. Hat auch das dreimalige Bitten zum Bleiben nicht geholfen, so ist die O persönlich zur Tür zu bringen (im Zweifelsfall auch bis zum Auto/Bus). Der Hinweis, 'sie kenne ja den Weg' wirkt abweisend und ist keinesfalls höflich (mag es auch stimmen). Auf diese Weise hat man auch die Möglichkeit weitere Treffen zu vereinbaren. Wie schon des Öfteren hier erwähnt, ist es auf keinen Fall bei der Formulieren 'wir können ja man telephonieren' zu belassen und immer auf eine Konkretisierung zu drängen.
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