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SONDERFÄLLE

Sonderfälle

Kurzes Vorwort zum BT

Nach den allgemeinen Problemen sollen nun noch einige Sonderfälle behandelt werden, die näher an der besonderen Situation gelagert sind und so ein präziseres Anwenden erlauben, ohne auf zu schwierige Transferleistungen angewiesen zu sein. Doch auch hier gelten die in den vorherigen Kapiteln entwickelten Ergebnisse des Allgemeinen Teils, wenn auch auf den Fall präzisiert. Es wäre folglich grob falsch, als Anfänger direkt im BT einzusteigen, ohne eventuelle Lücken des Allgemeinen geschlossen zu haben.
Und wie bei allen Problemen der allgemeinen und speziellen Anmache gilt auch hier, daß sich die Wirklichkeit als viel zu komplex darstellt, als daß alle Probleme auf einigen Buchseiten erfaßt werden können. Eine gesunde Improvisationsgabe ist immer von nöten. Doch zum Antrainieren der entsprechenden Techniken machen Sie ja diesen Kurs mit!

'1 Am Strand/am (Bagger-)See/im Freibad (SBF)

Allen Derivaten dieser Kategorie eigen ist die gesellschaftliche, psychische und physische Nähe zu einem Gewässer. Doch einige grundlegenden Ideen können etwa auch auf einfache Wiesen und lichte Wälder übertragen werden. Auf etwaige Andersartigkeiten werde ich an dieser Stelle jedoch nicht weiter eingehen.
Eine weitere Gemeinsamkeit der SBF ist die Konkretisierung auf die Sommerzeit in Verbindung mit einer weitestgehend stabilen Wetterlage und angenehmen Temperaturen. Gerade der letzte Punkt ist von epochaler Bedeutung, da zwar im Prinzip niemand bei Regen, Sturm und Kälte davon zurückzuhalten ist, eine entsprechende Örtlichkeit der SBF aufzusuchen, doch scheitern hier besprochene Techniken schon an dem Fehlen einer entsprechenden Gegenperson, der O. Es ist dann zwanglos auf andere Bereiche umzuschwenken.
Besondere Probleme des Urlaubs werden gesondert im Verlauf des BTs behandelt, da sie dessen meisten Bereiche betreffen und aus Platzgründen hinter die Klammer gezogen werden sollen.

I.) Vorbereitungen
Hat man sich nunmehr vom ordnungsgemäßen Vorliegen eines SBF vergewissert, geht es darum, die geeignete Gegenperson (O) ausfindigzumachen. Hierbei sei auf die Tips im AT hingewiesen, deren Kenntnis hoffentlich nun abrufbar ist. Wenn nicht, siehe Sie bitte oben nach. Diese Dinge müssen von nun an einfach sitzen!
Man sollte es nicht bei einem einzigen Kontrollgang über und um den Platz des SBFs bewenden lassen, sondern sich ruhig Zeit für die rechte Wahl der O lassen. Viel hängt von der Idealität der Entscheidung ab und Strände, (Bagger-)seen und Freibäder haben bis hinein in den Mittag starke Fluktuationen im Bereich ihrer Menschenzusammensetzung aufzuweisen, so daß auch bis ca. 13:30 Uhr noch Ausschau gehalten werden kann. Doch dann sollte man sich allmählich festgelegt haben. Bei ungünstiger Wetterentwicklung kann dieser Richtlinie jedoch auch nach oben und unten verschoben werden.
Im Übrigen kann ein wenig Diskretion beim Umhergehen nicht schaden. Zu auffällig Suchende fallen leicht auf und werden als Anfänger identifiziert, was bis zur Abklassifizierung zum 'Spanner' reichen kann. Also Obacht. Aber auch hier gilt, Übung macht den Meister und Rückschlägen sollten als Lehrstunden abgebucht werden.
Nunmehr gibt es bei der Suche nach der 'richtigen' O einige Besonderheiten zu beachten.

1.) Nicht von 'auffälliger' Bekleidung leiten lassen
Nirgends mehr als an Orten der intensiven Sonneneinstrahlung ist der angehende Partnersucher mehr gefährdet, sich mit der Fixierung auf reine Äußerlichkeiten in Problembereiche zu manövrieren, die zum Teil nicht einmal von Professionellen bewältigt werden können.

Für die ersten Male sollte man auf ausreichende Stoffmenge bei bzw. an der O achten, die zumindest die primären Geschlechtsmerkmale bedeckt und den verwirrten Anfänger nicht zu Abirrungen verführt. Immer wieder mußte ich mitansehen, wie hoffnungsvolle Schüler schließlich an der Unkontrolliertheit ihrer Augen scheitern mußten und meist zu unrecht aufgrund ihrer Unerfahrenheit in solchen Situationen durch zu wenig Blickkontakt und übermäßige Reaktionen als 'schwanzgesteuert' abklassifiziert wurden.Von einem solchen Schock haben sich nur die Stärksten wieder erholt.
Sollte man nun trotz dieser Warnungen eine gar barbusig O auserwählt haben, so sollte doch zum Eigenschutz als Sicherheitsvoraussetzung weite Strandkleidung getragen werden, um die heftigsten hormonell bedingten Reaktionen abzuglätten (gilt nur für männliche Kursteilnehmer).
Ansonsten gilt: FKK nur für wirklich Hartgesottene mit starkem Selbstvertrauen und ausgebildeter Selbstbeherrschung. Allen anderen: Hände weg!

2.) Genügend Platz
Bei der G sollte genügend Platz für ein Handtuch vorhanden sein (ca. 2 * 1,5 Meter). Außerdem sollte sich der Platz an einer der Seiten befinden und möglichst parallel zur Liegestellung der O verlaufen. Insbesondere der Fußplatz sollte gemieden werden, um den Eindruck der Unterwürfigkeit zu umgehen. Eventuelle Nebenbuhler sind durch geschicktes Plazieren der Badetasche aus dem Blickfeld der O zu entfernen.
Nicht zu aufdringlich werden. Nur im äußersten Fall sollten sich die Badetücher überschneiden. Bei eher leeren Örtlichkeiten sollte man einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten, der sich an den sonstigen Gewohnheiten der Region orientieren sollte, um nicht gleich alle Absichten zu offenbaren. Jedoch sollte es jederzeit möglich sein, ohne größere Anstrengung ins Gespräch zu kommen.
Ganz falsch sind Sprüche wie 'ich habe mein Badetuch vergessen, kann ich deines mitbenutzen'. Auch hier gilt die Regel: Vom Fernen zum Nahen!

3.) Utensilien
(a) Badetuch
Unabdingbar, wenn auch notfalls durch eine weite Jacke oder einen Pullover zu ersetzen, was jedoch nur als wirkliches Provisorium betrachtet werden sollte.
Ansonsten sind Sie in Ihrer Wahl des Badetuchs frei und sollte nach eigenem Belieben ausgewählt werden. Einzig all zu krasse Motive sind zu vermeiden, besonders die neuerdings in Mode kommenden Badetücher in Form und Farbe einer nackten Frau.

(b) Kleidung
Da im Falle der SBF von höheren Temperaturen ausgegangen werden kann, ist lockere Kleidung angesagt, die es der Sonne erlaubt, eine angenehme und ansprechende Bräune auf Ihre Haut zu zaubern. Wieviel Haut man zeigen möchte, liegt erneut im eigenen Belieben, dem Körperbau und den örtlichen Gegebenheiten. Wer Muskeln hat, kann sie ruhig, wenn auch nicht zu aufdringlich, durch sog. Muskelshirts (ärmellose T-Shirts) hervorheben. Doch sollte man zuvor einen guten Freund zurate gezogen haben. So mancher vermeintliche Muskel hat sich schon als übelansehnlicher Fettklopf herausgestellt. Eher korpulenteren Menschen sei daher ein weites T-Shirt (XL-XXL, keine 'Zelte') empfohlen, das die übelsten Rundungen verbergen hilft.
Hilft auch das nicht mehr, ist zu fragen, ob nicht andere Möglichkeiten der SBF vorzuziehen sind oder eine Verschiebung auf die Zeit nach der Diät empfehlenswerter ist.
Badehosen sollten zumindest die ärgsten Blößen bedecken und auch im Sitzen kein unangenehmes Eigenleben entwickeln. Anzuraten sind nicht zu lange Badeshorts, die durch eingenähte Innenhose auch in der angewinkelten Fötus-Sitzhaltung nichts herausrutschen lassen und all zu heftige Reaktionen abfedern können. Auch hier gilt: nicht zu grell, keine nackten-Frauen-Motive und wenn, dann nur dezente Beschriftung.
Tangas sind für Anfänger komplett tabu. Sie erfordern eine besondere Gehtechnik und durch die schlechte Einsicht selbst vor dem Spiegel einen wirklich guten Freund, dem man in Sachen Ausprägung des eigenen Hinterteils vollständig vertrauen kann. Außerdem sind sie bei Männer längst Out und nur noch an Stränden südeuropäischer Inseln anzutreffen.
Ketten, Ohrringe und anderes Gehänge kann zwar helfen, dem eigenen Körper die nötige Ausprägung zu verschaffen, doch sollte man ihre Wirkung nicht überschätzen. Schnell kann es zu Mißverständnissen in Bezug auf die eigene geschlechtliche Gesinnung kommen, die auch durch Worte nur schwer zu bereinigen sind. Auch verfangen sich gerne Gräser, kleine Fische und Müllpartikel in ihnen und erzeugen unangenehme Gerüche. Also vorsicht!

(c) Sonnencreme
Konnte ich in früheren Auflagen dieses Ratgebers noch auf Hinweise solcher Art verzichten, so muß ich nun doch dem Drängen der Ärzteschaft nachgeben und hier die eindringliche Mahnung aussprechen, niemals ohne genügend Schutz der freiliegenden Hautpartien bei starker Sonneneinstrahlung das Haus zu verlassen. Genaueres sagt ihnen gerne ihr Hautarzt. Für Sonencrememarkentips ist jedoch seine Ehefrau zuständig!
Bevor man den SBF betritt, sollte man sich vergewissert haben, daß alle Cremeflecken verschwunden sind. Dieses hat zwei Gründe:
(aa) weiß-milchige Flecken sehen im Gesicht einfach abstoßend aus
(bb) Können Cremereste sehr verräterisch im Bereich der 'Kannst du mir mal deine Sonnencreme leihen'-Anmache sein.
Also merken: immer alles gut verreiben, bevor an den Strand man sich läßt treiben!

(d) Sonstiges
Hier seien nur einige Beispiele genannt, die zwar nicht unentbehrlich, aber doch nützlich sein können:
Badetasche zum Verstecken der Sonnencremeflasche, etwas zum Lesen (keine Erotikliteratur, siehe auch unter 'weite Badehosen'), gekühlte Getränke (kein Alkohol), ein wenig Geld und Papier plus Stift für etwaige Notizen von Telephonnummern.

Nicht mitgenommen gehören Photoapparate, Videokameras und Ferngläser, die einen all zu leicht als Spanner (s.o.) abklassifizieren könnten.

II.) Das konkrete Handeln
Hat man alles Nötige zusammen und sich die passende O mit den besten örtlichen Gegebenheiten ausgeguckt, geht es nun daran, die weiteren Handlungen mit der konkreten Situation zu synchronisieren.
Dazu gehört, gleich bei der Ankunft den Blick der O zu suchen. Ein flüchtiges Lächeln kann schon hier angebracht werden. Bei all zu beengtem Platz sollte man sich nicht vollkommen wortlos in den Sand oder auf den Rasen plumpsen lassen, sondern (auch wenn es schwer fallen mag) sich zumindest konkludent, d.h. etwa durch Kopfnicken Klarheit über die Verfügbarkeit und der Gewünschtheit der Platzwahl verschaffen. Um unnötige Komplikationen zu vermeiden, auch die Leute auf der anderen Seite kurz ansehen. Immer wieder kommt es zu schmerzhaften Unfällen, weil Anfänger nur auf die O fixiert waren und nicht beachtete, daß der Nachbar zur anderen Seite gerade an der Stelle des eigenen Handtuchs Flaschen zur Kühlung oder gar andere Menschen aus Übermut vergraben hatte.
Ein zusätzlicher Blick kann hier Leben retten.
Hat man so sicher seinen Platz eingenommen, beginnt man diskret, aber bestimmt mit der Suche nach Anhaltspunkten, um ins Gespräch zu kommen. Allzu offensichtliches Anstarren der O sollte vermieden werden. Wie auch bei allen anderen Kontaktaufnahmen gilt hier der Grundsatz der geschickten Täuschung. Blicke sollten eher zufällig wirken, kein nervöses Zurückzucken und umwenden, wenn die O einem gewahr wird. Je nach Situation eventuell ein wenig recken, um das Beobachten eines weit entfernten Punktes anzudeuten oder mit Mut zurücklächeln.
Ruhig zu Beginn mal in die entgegengesetzte Richtung sehen, mag es dort auch noch so uninteressant sein. Auch einige Minuten hinlegen und Augen schließen hilft nicht nur, den eigenen Blutdruck zu senken und sich allmählich der Situation anzupassen... jedoch nicht alle fünf Sekunden wie ein aufgeschreckter Pavian nachsehen, ob die O noch da ist!
Vollständig tabu ist das längere Anstarren primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale, mag dieses für den Anfänger auch noch so verlockend sein.
Um schon von vornherein auf eine derartige Situation eingestellt zu sein, empfiehlt es sich, folgende kleine Trainigsübung einige Tage zuvor durchzuführen:
Man besorge sich an einem etwas vom Heimatort abgelegenen Ort eine der einschlägigen Nacktzeitschriften (siehe auch Literaturverzeichnis am Ende), die sich vor allem mit der körperlichen Ausprägungen des anderen Geschlechts auseinandersetzen und lege diese mit der Rückseite nach oben ungelesen in die Mitte des Zimmers. Zunächst wird die Versuchung groß sein, einige Seiten durchzublättern. Doch gerade da beginnt der Lernprozeß.
Erst wenn man es tatsächlich geschafft hat, etwa einhundert mal an dem provokanten Stück vorbeizugehen, sollte man sich an die SBF wagen. Ansonsten heißt es üben, üben, üben! Der Weg ist steinig, doch die meisten haben ihn ohne bleibende Schäden begehen können!
Wenn Sie nun am Ende der erfolgreichen Absolvierung dieser Übung noch Kraft übrig haben, könne Sie sich ja mal an die Fortgeschrittenenvariante probieren:
Man nehme das so unbenutzte Stück bedrucktes Papier und zerschneide, verbrenne oder schmeiße es einfach weg, je nach dem Schwierigkeitsgrad, den man sich zumuten will. Na? Geschafft?
Wenn nicht, keine Panik. Wie ich schon anfangs erläuterte, ist dies wirklich etwas für Profis. Für die SBF reicht die einfache Bewältigung des hundertmaligen Vorbeigehens.
Ein Hinweis noch: bevor Sie Gäste in Ihre Wohnung lassen, sollten sie die Zeitschrift entfernen! Leider sind meine Trainigsmethoden noch nicht so weit verbreitet, als daß gleich jedem der Sinn dieser Handlung eingängig ist. Gerade sensible Gemüter reagieren recht oft unerwartet heftig und mit entwürdigenden Sprüchen. Also obacht, will man dieses vermeiden!
Zurück zur SBF. Zum Abschluß möchte ich einige verbreitet und erprobte Tips geben, die helfen können, die ersten Hürden zu meistern.

Eine der einfachsten aber auch unsichersten Methoden ist die oben schon angesprochene Frage nach der Sonnencreme. Hierbei ist zu beachten, daß die eigene Flasche gut versteckt ist, keine Cremereste erkennbar sind und tatsächlich die Sonne scheint!
Nicht zu übermütig werden. Eine oft in Filmen zu sehende Erweiterung um die Bitte, doch gleich mit der geborgten Creme eingerieben zu werden, ist Machohaft und bei weitem nicht mehr zeitgemäß. Sollte die O natürlich von sich aus ein solches Angebot machen (sehr selten!), steht es einem natürlich frei, darauf einzugehen. Auch das umgekehrte Angebot, die O mit Creme zu beglücken, sollte erst nach einer längeren Eingewöhnungsphase folgen. Gerade die dazu nötigen Techniken benötigen einiges an Vorwissen und Erfahrung, um nicht durch Massage der falschen Partien unangenehm aufzufallen, daß in Bezug hierauf auf meinen Kurs für Fortgeschrittene verwiesen werden soll.
'2 Beim Skilaufen (S)

Dieser Gruppe zuzuordnen sind auch Monoski, Snowboard und, in Abwandlungen, Schlitten.
Unterscheiden muß man bei der S zwei temporär getrennte Bereiche: das direkte Leben auf der Piste (nicht zu verwechseln mit dem umgangssprachlichen Ausdruck der 'Piste' als Synonym für das Nachtleben einer Stadt oder eines Landstrichs) und das Davor bzw. Danach (vgl. auch 'Aprés-Ski').
Hier soll es vorrangig um den ersten Bereich gehen. Für das Übrige sei auf das Kapitel 'Im Urlaub' und die Beispiele des Allgemeinen Teils verwiesen.
Voraussetzung für die gekonnte, erfolgversprechende Anmache beim Skilaufen, ist eine gute Vorbereitung auf das, was einen erwarten wird. Hier ist eindeutig darauf abzustellen, wie viel Vorwissen vorhanden und abrufbar ist.
Diejenigen, die schon einmal mit Erfolg auf den 'Bretterln' gestanden haben, kann erlaubt werden, die folgenden Zeilen zu überspringen. Für allen übrigen sind sie unbedingt durchzuarbeiten, wenn nicht gar erst auf eine unkompliziertere Form ausgewichen werden sollte. Denn eins sollte klar sein: die S fordert nicht nur einiges an Geschicklichkeit und sportlichem Können, sondern auch eine stabile Gesundheit (physisch und psychisch) und ein gut gefülltes Portemonnaie. Unumstritten ist: die S ist die Methode mit dem deutlich schlechtesten Preis-Leistungsverhältnis, zumindest, wenn man sie ausschließlich zum Zwecke des Kennenlernens ausübt.
Sollte man nicht gerade in der unmittelbaren Nähe eines Berges wohnen (Richtlinie für dessen Höhe: ca. 1500 Meter, im Winter auch niedere Lagen geeignet, jedoch mit Abstrichen im Bereich der Wahlmöglichkeiten), sollte Sie sich in einem Reisebüro Ihres Vertrauens beraten lassen. Auch sei Sekundärliteratur zu den Themen 'Urlaub in den Bergen' und 'Meine Bretter und Ich' anzuraten. Abzuraten ist allerdings von Willi-Bogner-Filmen, die mehr Schaden als Nutzen bringen können und deren dort praktizierten Praktiken auch durch die propagierte Geschwindigkeit im direkten Widerspruch zu den Zielen dieses Kurses stehen.
Sollte man nicht gerade mineralogische Beziehungen anstreben, möchte ich auch vom Bergsteigen und Wandern abraten (Lit.: 'Ich und der Berg', Louis Trenker), da dabei außer einigen rüstigen Senioren mit der Kraft der zwei Herzen nur auf endlose Natur und angeblich Gemsen zu treffen ist (siehe auch unter Stichwort 'Sodomie').
Doch auch wenn man (noch) nicht das Skilaufen beherrscht, kann die S durchaus fruchtbar sein. Gerade in den sogenannten 'Ski-Schulen' ist der Kennenlernfaktor sehr hoch. Sollten Sie bei dem Begriff 'Schule' zusammengezuckt sein, kann ich Sie beruhigen. Eine 'Ski-Schule' hat nichts mit allgemeinbildenden Schulen gemein. Weder werden Tests geschrieben, noch Hausaufgaben. Und die Lehrer sind auch meist bedeutend jünger und brauner.
Skilehrer gehören einer ganz eigenen Menschengruppe an und besonders die männlichen sind oft Annäherungsversuchen der weiblichen Schülerschaft ausgesetzt, die einen Anfänger im Kontaktfinden nur neidisch in der Ecke erblassen lassen. Doch davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Da es kaum ältere Skilehrer zu geben scheint, ist davon auszugehen, daß dieser Berufsschicht kein langes Leben beschieden zu sein scheint oder aber ab etwa 35 Jahren das strapaziöse Leben der ständig wechselnden Partner seinen Tribut fordert und zur Gebrechlichkeit führt.
Da Skilehrer durch das reichhaltige Angebot hohe Maßstäbe in Bezug der Wahl ihres Partners der Woche anlegen können, sollte der unbedarfte Anfänger keine Energie darauf verwenden und sich besser den Mitschülern zuwenden.
Ein Tip in diesem Zusammenhang: ruhig vielfrequentierte Gebiete zur Hauptsaison wählen, die gewährleisten, daß die Skischulgruppen gut gefüllt sind und kein Risiko besteht, schließlich mit dem einzigen alten Skilehrer der Region alleine auf die Piste zu müssen.
Wie immer gilt auch hier: nicht den Kasper machen. Ruhig seine Bögelchen ziehen, versuchen, das Gleichgewicht zu halten und selbst beim schmerzhaften Sturz (Fachsprache: 'es hat ihn zerlegt') immer ein Lächeln auf den Lippen behalten und sogleich wieder der Gruppen anschließen. Weinende Versager sind auch hier nicht gefragt. Ansonsten: ruhig bleiben, die anderen können es meist auch nicht besser und gerade geteiltes Leid schweißt zusammen und ergibt ungeahnte Möglichkeiten.

So, nun sollten auch die 'Kräcks' wieder dabei sein. Obwohl es nur wenige gute Skiläufer gibt, die lange Singles sind, hier doch einige Tips und Situationen zum Üben.

1) Gleich voran eine Warnung: das sogenannte 'Abschießen' hat sich in der Praxis nicht bewährt und birgt unkontrollierbare Risiken in sich. Gerade ewige Anfänger ohne Hang zum Wedeln neigen dazu, durch gezieltes Hineinrauschen in die O auf sich aufmerksam machen zu wollen. Dieses gelingt ihnen auch in aller Regel, doch ist mir kein Fall bekannt, in dem diese Handlung zu positiven Reaktionen, gar zu einer Verabredung am Abend geführt hätte. Viel öfter kommt es vor, daß längerwährende Verletzungen sowohl beim 'Abschießenden' als auch bei der O bleiben. Und wer dann noch auf ein gemeinsames Klinikzimmer hofft, ist in meinen Augen ein unrettbarer Illusionist und hat aus diesem Kurs nicht das Geringste gelernt.
Wer allerdings auf Ausrufe wie 'He du Arsch, kannst du nicht aufpassen? So etwas wie du gehört angebunden!' steht, darf es natürlich gerne versuchen und sei zusätzlich auf die Rechtshinweise im Anhang verwiesen.

2) Die beste Stelle an Hängen und Pisten stellt noch immer der Ski-Lift dar. An beinahe jedem Hang der Alpen ist er anzufinden und bietet hervorragende Möglichkeiten der Kontaktschließung. Kaum woanders kann man so zufällig und ungezwungen mit jemandem zusammenkommen, ohne daß die O eine Chance zur Flucht hat.
Doch sind einige Dinge hierbei zu beachten:
- Sollte man mit einem Freund zum Skifahren gefahren sein, sollte man schon vorher abklären, daß man gerne auch einmal 'alleine' Lift fahren möchte. Alternativ können Geheimzeichen ausgemacht werden, die dem anderen unmißverständlich zu verstehen geben, daß er doch bitte hinter die O neben ihnen treten möge. Ein plumpes wegschieben wirkt nicht nur seltsam, sondern kann auch in der Freundschaft leicht zu Spannungen führen. Besser vorher alles klar machen!
- Hat man eine O in der Schlange ausgemacht, so ist es am günstigsten, wenn man versucht, von hinten dazuzusteigen, als zu hoffen, sie möge doch zu einem kommen. Hilfreich kann dabei ein 'versehentlich' aufgegangener Skischuh sein oder das intensive Studium von Liftplänen, die meist in der Nähe des Wartebereichs in Augenhöhe angebracht sind. Allzulanges Starren auf die einfachen 'bitte paarweise anstellen'-Schilder sollte vermieden werden. Es wirkt gekünstelt!
- Sollte gerade keine O in Sicht sein, kann man einige Minuten warten und so tun, als würde man sich ausruhen (nicht in den Schnee setzen, damit man nicht wichtige Sekunden durch das mühsame Aufrappeln verliert). Beim Auftauchen der O auf Zufälligkeit des Hinzutretens achten. Sie soll nicht das Gefühl bekommen, einem Angriff ausgesetzt zu sein.
- Sollte sich nun tatsächlich die O direkt vor einem alleine in die Spur stellen, heißt es tief durchatmen, kraftvoll die Stöcker in den Schnee rammen, sich neben sie stellen und möglichst dabei einen Sturz vermeiden. Nicht die O versehentlich im Eifer des Gefechts wegschubsen. Ruhig erst einmal auf ein unproblematisches Anfahren konzentrieren. Ein Sturz gleich am Anfang wirkt unprofessionell und entlarvt Sie als tollpatschigen Anfänger. Es bleibt noch genügend Zeit zum Flirten!
- Glücklich losgekommen nicht gleich losplappern, wenn man eh nicht weiß, was man sagen soll. Erst umsehen, ob sich nicht Gesprächsthemen auftun. Jedoch nicht zu lange warten! Jeder Lift endet irgendwo mal.
- Hat man erst einmal die rechten Worte gefunden (notfalls das Wetter oder die Schneebedingungen, so dämlich dies auch wirken mag), das Gespräch nicht abschweifen lassen. Versuchen, eine Vertrauensbasis aufzubauen. Bei längeren Liften zumindest bis zum Ausstieg zum Namensaustausch kommen. Alles andere kann sich beim (zufälligen) gemeinsamen Hinunterfahren ergeben. Nicht gleich mit Adressen kommen, da normalerweise niemand beim Skifahren etwas zum Schreiben dabei hat und vorbereitete Zettel sehr gewollt aussehen.
Auch hierzu ein kleiner Tip zum Timing:
Bei der Anmache im Lift kommt es sehr darauf an, unter Zeitdruck nicht den Kopf und damit die Worte zu verlieren. Man muß lernen, mit der Uhr in der Hand ein Gespräch lenken zu können. Als Trainigsmethode empfiehlt sich hierbei eine der klassischen Situationen (etwa Disco, Party oder Restaurant), wo man sich vor Beginn der Anmache eine feste Zeit setzt (üblich ca. fünf bis zehn Minuten) und dann wie in einem Lift-Ernstfall versucht, am Ende den Namen der O herausgefunden zu haben. Jedoch vorsicht: nicht ständig auf die Uhr schauen, damit die O keinen Verdacht schöpft. Außerdem der Fairneß halber keine zu großen Versprechungen machen. Beachten Sie: Es ist zwar Training, doch Menschen sind keine Versuchskaninchen!
- Nur als wirklich letzter Notanker empfiehlt sich das provozierte Hinausfallen aus dem Lift. Dies wirklich erst dann unternehmen, wenn man sich sicher ist, bis zum Ausstieg keinerlei Erfolg verbuchen zu können und einem einfach keine gemeinsamen Gesprächsthemen einfallen. In allen anderen Fällen kann es mehr schaden als nutzen (vgl. auch die Ausführungen zum 'Abschießen' oben).
Doch auch das 'Hinausfallen' will gelernt sein und sollte nicht ohne vorherige Übung durchgeführt werden. Auch sollte es schon eine weniger gut zugängliche Stelle sein, die es einem erlaubt, die O länger bei sich zu behalten. Kurz vor der Ausstieg ist es meist schon zu spät!
Liegt man erst einmal mit der O gemeinsam im Schnee, sollte man umgehend die gerade begangene Tat neutralisieren. Auf jeden Fall gleich entschuldigen, verbunden mit einer nicht übertrieben coolen Bemerkung (Beispiel: 'Da hab ich mir ja auch den richtigen Platz ausgesucht...').
Wird dieses von der O akzeptiert, sollte man versuchen, die Oberhand im Rettungsunternehmen und dem Finden des rechten Weges aus dem Wald zu gewinnen. Merken: Leid schweißt zusammen und Retter strahlen ein besonderes Charisma aus!Sollte jedoch die O mit wutschnaufenden Beschimpfungen auf einen losgehen, sollte man ruhig bleiben und diesen Versuch einfach als Lehrgeld abbuchen. Die nächste kommt bestimmt!
Noch ein Warnung: das gerade beschriebene Hinausfallen ist nur in Schlepplifte anwendbar. Versuche mit Sesselliften oder Gondeln haben unbedingt zu unterbleiben und können mit schweren Verletzungen enden. Die sind weder 'cool' noch 'hipp' sondern einfach leichtsinnig. Aufgrund der freien Sicht und der kurzen Fahrzeit sind auch sogenannte 'Babylifte' hierfür nicht zu empfehlen!
- Hat man sich für das Durchfahren entschieden: über das interessierte Gespräch nicht das Aussteigen vergessen. Zwar sind Ausstiegsstellen meist durch mehr oder weniger gut geschultes Personal abgesichert, die im Gefahrenfall den Lift anhalten können, doch hinterläßt dies keinen guten Eindruck und wirkt tölpelhaft.
- Nach dem geglückten Ausstieg hat man noch etwa ein bis zwei Minuten, um das Gespräch zum Ende zu führen. Spätestens jetzt sollte man so weit Bekanntschaft geschlossen haben, daß ein 'zufälliges' Mithinunterfahren nicht mehr aufdringlich wirkt.
Je nach Grad der Bekanntschaft sollte man sein Tempo mehr oder weniger beim Hinterherfahren dem der O anpassen. Auch wenn man aus taktischen Gründen einige Meter voraus fährt, sich mal überholen läßt und dann erneut aufschließt, kann man schließlich gemeinsam am Lift ankommen, um so zur Vertiefung der Beziehung anzusetzen. Hier ist ein wenig Mut und Phantasie beim Kursteilnehmer gefordert.

'3 In öffentlichen Verkehrsmitteln (V)

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind insbesondere Busse, Bahnen und (im engeren Sinne) Fähren gemeint. Ihnen gemeinsam ist das gedrängte Beisammensein auf engstem Raum, das es einem leicht macht, ohne aufdringlich zu wirken, praktisch in Körperkontakt mit der O zu treten. Doch bürgt dieses auch einige Risiken in sich, auf die hier eingegangen werden sollte.
Die ordnungsgemäße Benutzung von Vs wird als bekannt vorausgesetzt.
Vor allem sollten folgende Fachausdrücke nicht unbekannt sein: Fahrkarte, Fahrplan, Haltestelle und Entwerter. Sollte sich jetzt beim Kursteilnehmer das große Kopfschütteln einstellen, empfehle ich einen Besuch beim örtlichen Verkehrsbetrieb, das ihnen gerne Auskunft erteilen wird (gilt nicht für überwiegend kommunalgeleiteten Unternehmen).
Meist ist die Anmache im V nur ein Nebenprodukt, da doch das vorrangige Ziel der Benutzung von Vs darin besteht, an einen anderen Ort zu gelangen. Jedoch kann auch dieser Ort zum Kennenlernen gut 'mißbraucht' werden. Man sollte in diesen Fällen allerdings immer auf passende Rückfahrten achten, um unliebsame Überraschungen und teure Taxifahrten zu vermeiden. Selbst bei erfolgreicher Operation ist gerade bei Os, die Vs benutzen das Risiko groß, daß diese kein eigenes Auto zur Verfügung stellen können.
Des weiteren sollte auch die richtige Wahl des geeigneten Vs nicht vernachlässigt werden. Dabei ist nicht nur die Entscheidung zwischen Bus, Bahn und Fähre von Bedeutung, sondern schon die passende Zeit. Zur Rush-Hour trifft man eher hektische Os auf dem Weg zum bzw. vom Arbeitsplatz an, die meist andere Dinge im Kopf haben, als das Kennenlernen eines fremden Mitfahrers und sich somit zur Kontaktschließung nur bedingt eignen, ja dieser sogar abweisend gegenüberstehen können. Aber wer die Herausforderung liebt, sollte ruhig auch einmal diese Zeit ausprobieren. Wie gesagt, kaputt machen kann man nichts!
Auch Zeiten nach 22 Uhr sind nur bedingt empfehlenswert, da vor allem viele Bus/Bahnmitfahrer zu dieser Zeit entweder sehr müde und unaufgeschlossen oder gar mit dem Geist des alkoholischen Getränks beseelt sind. Es gibt zwar Möglichkeiten, gerade diesen Zustand zu seinem eigenen Vorteil auszunutzen, doch sind diese zu tiefst verwerflich, äußerst Komplikationsbehaftet (insbesondere das Danach) und nichts für den Anfänger. Ich möchte daher auf den Nachfolgeband verweisen.
Hat man nun unter Beachtung der obigen Hinweise ein passendes V ausgesucht, kann schon an der Haltestelle der Grundstein für einen erfolgreichen Tag gelegt werden. Gerade heutzutage vermehrt auftretende Verspätungen des öffentlichen Verkehrs ermöglicht ein einfaches Insgesprächkommen mit guten Fortsetzungsmöglichkeiten. Eine kleine Unterhaltung über die Unzulänglichkeit des örtlichen Verkehrssystems verspricht beinahe immer eine gute Chance des Konsenses in diesem Themenbereich, das ein praktisch dazu zwingt, auch nach Ankunft des V in dessem Inneren weitere Ausführungen hierzu zu machen.
Zur Vorbereitung sollte man jedoch zunächst einige Tage eine regionale Tageszeitung gelesen haben, will man ein solches Gespräch auch mit Sachverstand krönen. Doch ein wenig Improvisationsgabe kann auch hier viel bewirken.
Hat man so das Vertrauen der O gewonnen, kann einen nichts davon abhalten, auch den Rest der Fahrt in ihrer Nähe zu verbringen, am Besten mit ihr gemeinsam auf einem Sitz (nur bei Doppelsitzen, nicht den Platzmangel als Ausrede für das Setzen auf den Schoß der O gebrauchen!).
Auch wenn an der Haltestelle noch nicht das Gesuchte dabei gewesen sein sollte, kann einem niemand verwehren, gerade den Sitzplatz neben einer O einzunehmen. Um die Chance einer passenden O zu erhöhen, sollte man Startorte von Linien-Vs meiden und lieber einige Stationen gehen, um eine größere Auswahl zu haben. Hat man sich erst einmal für einen Platz entschieden, ist ein Wechsel ohne Peinlichkeiten kaum mehr möglich!
Auch wenn der Platz neben der O schon besetzt sein sollte, gibt es Möglichkeiten, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Sitznachbarn von seinem Platz zu vertreiben, da es hierfür erwiesener Maßen keine wirklich gute Ausrede gibt. Es sei denn, man ist über fünfzig und humpelt. Auch nachgemachte 'Schwerbehindertenausweise' können zwar das primäre Ziel erreichen (den Platz neben der O), erschweren die weitere Kontaktaufnahme jedoch dann erheblich.
Auch Stehen kann cool wirken! Wirkt es in einem leeren Bus sehr aufgesetzt, so erlaubt es im gut gefüllten V eine bequemere und ansprechendere Stellung als zwischen den engen Sitzen. Lässig angelehnt, die Beine leicht gekreuzt sieht gut aus und wirkt locker, doch besteht die Gefahr, beim Anfahren aus diesem unsicheren Stand ungewollt in die Liegeposition versetzt zu werden, was nicht nur den Unmut der mitgerissenen Fahrgäste hervorruft. Nicht all zu verkrampft aber doch sicher ist die Devise!
Ab und zu mal den Blick der O suchen. Ist sie nicht gerade eine der notorischen Landschaftsgucker, so wird sie ganz automatisch bald jeden im Bus eingehend gemustert haben und es ist dann gut, diesen Blick erwidern zu können, um sich aus der Masse der Fahrgäste hervorzuheben. Für das weitere Vorgehen sei auf die Ausführungen in den ''1 und 2 verwiesen. Insbesondere das Skiliftfahren kann hier analog angewandt werden.
Leider wird es in letzter Zeit mehr und mehr verbreitet, daß bunte Leuchtschriften in Vs den Blick der O ablenken können und die eigenen Chancen vereiteln. Meiner Ansicht nach handelt es sich hierbei um eine bedauernswerte Entwicklung, die nicht geeignet ist, dem wachsenden Singletum und dem damit verbundenen Geburtenrückgang in Deutschland entgegenzuwirken. Hier sollten die Politiker einschreiten!
In Eisenbahnen, insbesondere die des Fernverkehrs, ergibt sich noch eine weitere wichtige Möglichkeit der Wahl des geeigneten Sitzplatzes. So gibt es Waggons mit einzelnen Abteilen, aber auch solche, die ähnlich dem Inneren eines/einer Busses/U/S-Bahn aufgebaut sind und nur einzelne Sitze beinhalten. Hier ist zwar die Auswahl größer, jedoch bieten abgeschlossene Abteile weitaus bessere Chancen, ins Gespräch zu kommen und der Konkurentenstamm wird auf maximal vier reduziert.
Welche Wahl man trifft, liegt sehr an den eigenen Vorlieben und der Vorentscheidung, die die O für einen gefällt hat. Am besten, man probiert beides einmal aus.
Vorsicht ist für den Anfänger auch im Bezug auf körperliche Kontakte geboten. Im Gedränge kann es insbesondere beim Stehen durch die Eigenschwingungen des Vs zu Berührungen kommen, die auch die beiderseitigen externen Geschlechtsmerkmale einbeziehen können. Hier heißt es kühlen Kopf bewahren und sich diskret in eine andere Lage drehen. Nicht entschuldigen, da dies die Situation nur noch verworrener macht.

'4 im Kino (K)

Äquivalenz gegenüber dem Kino liegt bei Theatern und Konzerten vor. Ihnen gemein ist die verlockende Dunkelheit, die Probleme bereiten kann, aber auch Chancen ermöglicht.
Auf jeden Fall sollte man sich von Filmklischees freimachen, die einem an solchen Orten hemmungsloses 'Fummeln' verheißen. Diese Phantasien sonderbarer Autoren haben nichts mit bundesdeutscher Kinosaalwirklichkeit zu tun und hat seit der mitte der siebziger Jahre viel Schaden bei sensiblen Gemütern hervorgebracht. Mag es für entsprechend veranlagte Menschen einen gewissen Reiz ausmachen, gerade Kinosäle für solche Art 'Spielchen' zu mißbrauchen, so liegt in solchen Fällen meist eine schon länger bestehende Beziehung vor. Der Anfänger sollte auf keinen Fall dies beim ersten Treffen mit der O als Vorbild nehmen!
Je nachdem, ob man seine O mitbringt, ein sogenanntes 'Rendezvous' hat, oder erst noch eine passende O finden muß, hat das übliche Umsehen und Platzfinden vorauszugehen. Auch die Gesprächsfindung entspricht den schon eingeübten Techniken und soll hier nicht weiter ausgeführt werden.
Gerade sozialkritische Filme erlauben ein leichtes Kontaktaufnehmen durch gegenseitiges Erkundigen nach Schauspielern und Bedeutsamkeit des Dargestellten.
Bringt man eine vorausgewählte O mit, so sollte vor das Betreten des Kinos eine sorgfältige Auswahl des passenden Films vorangestellt werden. Nicht jeder Film gefällt jeder O! Das Beste ist, man überläßt der O die Auswahl und fügt sich in das Schicksal. Nachträgliches Jammern sollte vermieden werden, es wirkt unprofessionell und weinerlich. Außerdem könnte die O sich in ihrer Stellung als aufgeklärte Frau des gesellschaftlichen Lebens verletzt fühlen. Hier ist folglich Stärke zu beweisen.Sollte selbst nach der dritten Aufforderung die O keinen Entschluß gefaßt haben und sie darauf drängen, daß Sie diese Entscheidung fällen, ist es ratsam, schon im Voraus hierauf vorbereitet zu sein. Gerade zum Thema 'Film', 'Theater' und 'Konzert' gibt es eine schier unübersehbare Auswahl an Sekundärliteratur, die einem einen guten Überblick über das angebotene Programm und deren Qualität liefert (vgl. Literaturangaben im Anhang). Auch macht es immer einen guten Eindruck, durch Vorwissen die Filmentscheidung mit Fakten unterlegen zu können. Jedoch sollte man hierbei aufpassen, nicht zu viel zu verraten, da sich sonst Langeweile bei der O breit machen könnte (siehe auch Ausführungen unten).
Gut ist es, wenn man sich schon vorher bei der O ein wenig über ihre Vorlieben hat aufklären lassen. Danach sollte man sich auch strikt richten, mit der deutlichen Unterstreichung, daß dies auch Ihrem Geschmack entspräche.
Gewarnt werden muß beim ersten Rendezvous vor Filmen mit zu vielen Kopulationsszenen. Handelt es sich nicht gerade um einen anerkannten Film der höheren Qualitätsstufe, kann diese Wahl leicht zu Mißverständnissen führen und langanhaltenden Unmut bei der O hervorrufen. Auch schrecken all zu heftige Actionszenen eher ab, ebenso wie all zu intellektuelle Themen. Für den Anfang empfehle ich einen Film mit einer Freigabe 'ab 12' der amerikanischen Unterhaltungsfabrikation dessen Hauptdarsteller kein zu all zu großer 'Liebling aller Frauen' sein sollte!

Im Kino empfiehlt es sich, sich mit der O eine Packung Popcorn zu teilen bzw. sie der neuen O anzubieten. Auf Spirenzien wie im französischen Film 'La Boom' sollte verzichtet werden.
Mit Beginn der Werbung sollten Gespräche auch in Hinsicht auf andere Gäste des Hauses auf ein Mindestmaß reduziert werden. Sollte es nicht vermeidbar sein, kann dezent leises Flüstern eingesetzt werden. Jedoch nicht zu lang und immer mit genügend Abstand zum Ohr der O, um peinliche Wischreaktionen zu vermeiden.
Vorwissen über die Handlung des Films sollte strikt für sich behalten werden. Sätze wie 'Paß auf, gleich wird es spannend', 'Jetzt sieh dir mal genau den Typen da rechts an' oder 'Keine Panik, der ist nicht tot' mögen zwar nett gemeint seien, beleidigen aber den Intellekt der O und können die spannendste Stelle kaputt machen. Auch Bemerkungen wie 'Im Buch hat er an der Stelle aber einen grünen Pullover getragen' oder 'In der richtigen Geschichte ist Kevin Costner ja eine Frau' wirken besserwisserisch und gehören wenn überhaupt in die Zeit nach dem Kinobesuch. Dort kann ein unterschwelliger Hinweis auf die Kenntnis des Buches durchaus Eindruck machen, sofern man nicht ins Protzen kommt. So eine Leistung ist das Lesen auch in der heutigen Zeit noch nicht.
An offensichtlich witzigen Stellen kann und sollte auch herzhaft mitgelacht werden, jedoch nicht zu aufdringlich laut, so daß sich alle nach ihnen umsehen. Zum Herausfinden der lachwerten Scherze bedarf es einer gewissen Übung und ist sehr regionenabhängig. So sollte man zunächst ruhig den anderen Zuschauern den Vortritt lassen und später einstimmen. Nichts ist peinlicher als ein einsamer Lacher in die Stille der Betroffenheit hinein.
Empfehlenswert ist der öftere Kontrollblick zur O hinüber, um seine eigene Lachfrequenz der der O anzupassen. Doch nicht nur in Komödien kann dieser Blick nutzen, auch etwa in Dramen hilft es, nach dem Film die 'richtige' Wertung abzugeben.
Schließlich sollte noch beachtet werden, daß im Gegensatz zum Theater und zum Konzert im Kino nur selten Geklatscht wird und einsame Klatscher eher peinlich und deplaciert wirken, da niemand da ist, der sich für diese Huldigung zuständig fühlen könnte (anders etwa bei Premieren).
Beim Abspann nicht gleich aufspringen und rausrennen. Es zeugt von Stil, wenn man auch die Namen der Darsteller und Mitwirkenden noch einmal an sich vorbeiziehen läßt. Sollte allerdings die O deutliche Anzeichen des Aufbruchs aufweisen, so ist ihr natürlich zu folgen.
Je nach Stimmung des Films ist mit Kommentaren zu warten. Etwa bei erschütternden Dramen sollten mindestens fünf Minuten stiller Einkehr und betroffenen Gesichtsausdrucks folgen, bevor erste vorsichtige Versuche der Stimmfindung unternommen werden. Hier erweist es sich als hilfreich, schon während des Films die Grundstimmung der O ausgemacht zu haben.
Zwar soll hier nicht unbedingter Opportunismus gepredigt werden, doch macht es keinen schlechten Eindruck, stimmt man der O erst einmal in ihrer Meinung zu. Später kann man immer noch Einschränkungen machen, die unter Umständen zu interessanten Gesprächen führen können.
Wirklich schlechte Filme sind als solche auch in knappen Worten zu disqualifizieren. Hat man selber diesen Film ausgesucht, wenige Worte des Bedauerns um den schönen Abend machen mit Verweis, daß dieser aber noch nicht zu ende sei. Hat sie den Film ausgesucht, keine Vorwürfe machen und ähnlichen Verweis auf den Rest des Abends machen (eventuelle als 'Wiedergutmachung' qualifiziert).
Bei guten Filmen die umsichtige O loben bzw. die eigene gute Wahl nicht zu sehr unter den Scheffel stellen. 'Übermut tut keinem Gut!'
Für die Planung des Rests des Abends (merken: Kinobesuche mit Os immer in die frühen Abendstunden legen, um dahinter noch Platz zu haben und um nicht allein im Kino zu sein, auch wenn dies seinen eigenen Reiz für Cineasten haben mag) finden die allgemeinen Regeln des Verhaltens in Kneipen/Discos Anwendung. Im Falle des Rendezvous können auch die ersten vorsichtigen Angebote auf die eigene Wohnung folgen, jedoch keine 'Sammlungen' als Grund vorschieben. Mißverständigungsgefahr!

Für alternative Theaterbesuche sind einige Besonderheiten zu beachten.
Gibt es kaum Os, die gar keine Filme im Kino mögen, so ist die Anzahl der Theaterverweigerer größer. In den meisten Fällen macht der 'ungewöhnliche' Vorschlag zum Theaterbesuch jedoch selbst auf ablehnende Os einen positiven Eindruck. Auch hier vorher Erkundigungen einholen (vgl. Laplab).
Ähnliches gilt für die Wahl des Stückes, insbesondere die Entscheidung zwischen 'modern' und 'alt'. Doch vorsicht: ein noch aus der Schule bekannter Titel muß nicht gleichzeitig unter die Gruppe 'alt und niveauvoll' fallen. Gerade in letzter Zeit sind viele möchtegerngroße Regisseure auf die Masche verfallen, sogenannte 'Klassiker' auf modern und runderneuert zu trimmen, die dann nur noch von Fachmännern dem Originalstück zuzuordnen sind. Mag dieses am Anfang noch erheiternd wirken, so kann es mit der Zeit zu Ermüdungserscheinungen führen, gepaart mit intellektuellem Unverständnis. Hier ist es schwierig am Ende die richtigen Worte zu finden, die bei einer gelungenen Film-Komödie noch so leicht über die Lippen gingen. Ob der Götz von Berlichingen im Original nicht doch eher heterosexuell war und die Frauen nicht im Mittelalter zumindest den Unterleib bedeckt hatten, lassen sich nur bei ordentlichem Vorwissen ohne Peinlichkeiten diskutieren. Schnell outet man sich durch eine unachtsame Bemerkung über die Tamponwechselszene der Mina von Barnhelm als ignoranten Kunstbanausen und verspielt so mehr Chancen bei der O, als man mit dem Theaterbesuchsvorschlag erreicht hat. Andererseits kann gerade eine Einigkeit im Bezug auf die Schlechtigkeit der Inszenierung der Beginn eines fröhlichen und lustigen Abends sein. Doch gerade so etwas kann nur schwer vorausgeplant werden und sollte dem glücklichen Zufall überlassen werden.
Hat man sich schließlich für ein geeignetes Stück entschieden, sollte man sich vorher ein wenig mit der Geschichte auseinandersetzen und zumindest in Umrissen die Handlung rekapitulieren können. Sitzt man erst einmal im Theater, ist es meist zu spät und zu denken, sich wie im Kino 'die Spannung nicht verderben zu lassen', wird man sich spätestens nach dem ersten Akt als schicksalhaftes Mißverständnis eingestehen müssen. Eine Anspielung an ein geschichtsträchtiges Ereignis und man hat den Faden verloren. In einem solchen Fall sollte man der O schließlich beim Hinausgehen das Erzählen ihrer Meinung überlassen!
Auch sollte man einige Sorgfalt in Bezug auf das eigene Äußere legen. Zwar ist kein Anzug mehr gefordert (aber auch nicht deplaciert), doch gehören verschlissene Jeans, Baseballmützen und aufdringliche 'Bier formte diesen Körper'-T-Shirts nicht zu solch festlichen Begebenheiten. Dies gilt in noch strengerem Maße für die Oper.
Auch die im Kino liebgewonnene Eigenart, Bierdosen und Popcorn in die Vorführung mitzunehmen, sollte hier unterbleiben. Nicht nur, daß sich andere durch das 'Plopp' oder 'Zisch'-Geräusch belästigt fühlen könnten, gibt es in Theatern keine Vorrichtungen zum Halten der Dosen, was Behinderungen und Irritationen hervorrufen kann.
Dafür ist es im Theater (und in der Oper) nicht nur erlaubt, sondern auch geboten, nach einem Aufzug zu klatschen. Auch hier sollte man sich als unsicherer Anfänger an den Reaktionen der Sitznachbarn orientieren und nicht durch 'Niederklatschen' der Ariensängerin unangenehm auffallen.
Fortgeschrittene können ihr besonders weltmännisches Selbstbewußtsein dadurch zur Schau stellen, daß sie versuchen, der erste Klatscherer zu sein, der die anderen Mitreißt. Doch dazu gehört viel Erfahrung und Mut, einen einmal begonnenen Applaus auch bis zum Erfolg durchzuhalten und nicht der schweigenden Masse nachzugeben. Auch ist die Gefahr des Verklatschens in eine unpassende Stelle sehr groß, so daß dem Anfänger nur die Orientierung an erfahreneren Theaterbesuchern angeraten werden kanne. Der Erfolg bei der O wird es ihnen Danken.
Insgesamt läßt sich festhalten, daß sich Kino, Theater und Oper mehr zum Festigen einer bestehenden Beziehungen eignen, als dazu, eine neue zu finden. Dieses ist zwar möglich, muß aber auf die wenigen Minuten der Pausen bzw. Wartezeiten auf den Beginn beschränkt sein. Insbesondere im Theater/Oper gibt es feste Platznummern, die eine passende O als Nachbarin zum Glücksspiel werden lassen.
Hat man die Wahl, so ist das Kino der unproblematischere Ort, dafür haben Theater und Oper mehr Stil, sofern man das richtige Stück ausgewählt hat und all zu Modernes meidet.Auch hier gilt: Probieren geht über Studieren!

'5 Während einer Krankheit

Hier muß klar festgehalten werden, daß während einer wirklich ernsten Krankheit den Weisungen eines Arztes zu folgen ist und alle Ambitionen auf Kontaktaufnahme mit der O so lange ruhen sollten, mag man sich auch noch so fit fühlen und die Möglichkeiten so verlockend sein. Es wird neue Chancen geben!
Wie schon aus den bisherigen Ausführungen klar geworden sein dürfte, bedarf es bei der gelungenen Anmache der vollen Konzentration des Kursteilnehmers. Diese ist bei Kranken regelmäßig nicht gegeben, so daß schon deshalb das Schicksal als gegeben hinzunehmen ist. Außerdem sind eine schweißnasse Stirn, ständiges Husten, Ausschläge oder nässende Exeme alles andere als 'sexy' oder 'cool' und werden 90 Prozent der normalveranlagten Os negativ stimmen. Auch die Mitleidstour zieht nur, wenn man schon ein wenig länger mit der O verbunden ist. Mir ist kein Fall bekannt, in dem eine Beziehung als Krankheit seinen Ursprung genommen hat.
Also auskurieren, das Fieber ausschwitzen und sich besser noch ein wenig mit der Theorie, wie sie in diesem Buch vermittelt wird, bekannt machen. So nutzt man die Zeit sinnvoll und kann mit noch mehr Sicherheit und Schwung danach als gesunder kraftstrotzender Teilnehmer wieder seine Jagd aufnehmen. Gute Besserung!

Dies gilt für ärztlich behandelte Krankheiten vorbehaltlos. Kommt man allerdings in den Bereich der 'leichten' Erkältung, so hängt es von Ihnen ab, ob Sie sich den Strapazen der Anmache gewachsen fühlen. Vor allem bei Fieber (Körpertemperatur über 38°C) sollte man hier sich selber Einhalt gebieten.
Hat man sich jedoch für die Durchführung entschlossen und einen der empfohlenen Orte aufgesucht (siehe Aufzählung hier im BT), so sind bei (leichten) Erkältungen einige Vorsichtsmaßnahmen und Verhaltensmaßregeln zu beachten, damit trotz Ihres Handikaps noch etwas Brauchbares herauskommt.

a)Genügend Taschentücher einstecken
Gerade bei amorphen Schnupfen und schleimigen Auswurf beim Husten können Taschentücher die ärgsten Gefahren abwenden. Jedoch sollten volle Packungen nicht in den vorderen Taschen einer engen Jeanshose verstaut werden, da dies mit eregierten anderen Körperteilen verwechselt werden oder doch zumindest entsprechend geartete Witzchen provozieren könnte.
Leider gehört das erleichternde Schnäuben zu den unvorteilhaftesten Handlungen, die von der Gesellschaft gerade noch akzeptiert werden, zumindest solange man es nicht übertreibt. Aber ich habe Sie ja oben gewarnt!
So ist das nach dem Schnäuben hier und da anzutreffende Nachsehen im aufgespannten Taschentuch genauso wie das 'Rühren' im Sekret unbedingt im Beisein der O zu vermeiden. Auch sollte versehentlich Vorbeigegangenes nicht abgeleckt, sondern erst wie zufällig mit der anderen Hand verdeckt und dann wie ein unsichtbarer Reflex am noch bereiten Taschentuch abgewischt werden. Sollte dieses nicht ohne großes Aufsehen hervorzuholen sein, kann als Notlösung auch das Futteral einer Tasche dienen. Doch diese Technik erfordert einige Überwindung und sollte nur von Menschen mit starken Nerven praktiziert werden. Besser ist es immer, ein sauberes Taschentuch griffbereit zu haben!
Hat man sich ordnungsgemäß und diskret Geschnäubt, so ist auf gründliches Abwischen zu achten. Immer wieder beobachtet man häßliche Sekretreste im Mund- oder Backenbereich, die jede Unterhaltung zunichte machen können und sehr abstoßend wirken (zur Anschauung sei der Loriotsketch 'die Nudel' empfohlen, der eine etwas anders gelagerte Problematik behandelt, aber leicht übertragen werden kann). Jedoch sollte man nicht in ein hektisches Abtasten und Abstreichen sämtlicher Gesichtspartien verfallen. Lieber ab und zu wie zufällig eine Partie überstreichen, einige Sekunden warten und dann die nächste vornehmen, bis man das gesamte Gesicht überprüft hat. Anfallende Reste sind wie oben beschrieben zu entsorgen.

b) Nasenspray
Nasenspray sollte nur im äußersten Notfall eingesetzt werden und auch nur, wenn man sich unbeobachtet fühlt. Zwar ist das stecken von langen Plastikdildos in Nasen nicht ausdrücklich von der Gesellschaft geächtet, doch wirkt es primitiv und abstoßend. Lieber kurz damit auf die Toilette verschwinden, auch um längeren Diskussionen über die Gefährlichkeit des im Nasenspray enthaltenen Stoffes zu entgehen. Ansonsten beachten Sie bitte zu Risiken und Nebenwirkungen den Beipackzettel oder Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker.

c) Schuppen
Zwar keine Krankheit, wird aber von vielen als eine solche Angesehen. Tritt meist durch unhygienisch wirkende weiße Punkte in den Haaren oder auf dunklen Pullovern/Anzügen auf und ist selbst durch entsprechende Haarwaschmittel entgegen der Werbung nicht zu 'heilen'.
Sollte die O diese aufweisen, so ist ein Hinweis darauf, auch im Scherz, zu vermeiden. Schuppen gehören zu den intimsten Dingen eines sensiblen Menschen und ist für sie gleichbedeutend mit dem versehentlichen Offenstehen der eigenen Hose. Auch wenn man seine Augen nur schwer davon trennen kann, sollte man versuchen, an etwas anderes zu denken. Auf keinen Fall etwa beginnen, die 'Steine des Anstoßes' wegwischen oder aus dem Haar der O pulen zu wollen. Das macht die Sache nur noch schlimmer. Wenn es die O wert ist, fest auf ihre Augen konzentrieren und an etwas Schwarzes denken.
Leidet man selber unter dieser Volkseuche, so ist auf helle Kleidung zu achten. Je nach Veranlagung sollte man die Haar oft oder besser gar nicht kämmen, um die kleinen Racker nicht noch mehr an die Oberfläche zu befördern. Kein Kopfkratzen, auch nicht an versteckten Narben/Schorfstellen. Auf gar keinen Fall sollte man nach dem Kratzen auch noch die hängengebliebenen Partikel im Mund unter den Fingernägeln hervorschaben. Dies bedeutet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das Ende Ihrer Bemühungen um die O!

d) Glieder in Gips
Eine recht putzige Sitte ist es, daß alle möglichen Personen sich auf eingegipsten Armen oder Beinen mittels eines bunten Filzstiftes verewigen. Gerade hierüber ist es eine hervorragende Möglichkeit an Namen oder gar Telephonnummern von Os zu kommen, die man schon nach kurzem Gespräch recht unverfänglich um dieses Zeichen bitten kann. Voraussetzung ist, daß noch genügend Platz zum leserlichen Schreiben vorhanden ist und all zu viele Frauennamen mit Herzen und Telephonnummern die O abschrecken könnten. Allerdings dürfte in einem solchen Fall der Sinn dieses Kurses schon längst erfüllt sein.
Ansonsten ist zu beachten, daß der Bewegungseinschränkung durch Gips im öffentlichen Verhalten Rechnung zu tragen ist. Wirkt ein solches Handikap zunächst noch als cool, wird einem spätestens dann das Problem klar, wenn alles auf die Tanzfläche stürmt. Außer daß es recht schwierig ist, mit einem Gipsbein die Balance zu halten, kann es auch zu schweren Verletzungen insbesondere auf vollen Tanzflächen im Technorhythmus bei den Nachbarn geben. Dies muß auch bei wuchtigen Armgipsen beachtet werden, da viele die Schwungkraft eines einmal mit kinetischer Energie versorgten Gipses unterschätzen. Man braucht schon tollerante Freunde, die solche Schläge ohne Klage wegstecken.
Es gilt: Ist eine Extremität in Gips und man fühlt sich den daraus erwachsenen Problemen gewachsen, ruhig auf Partys mitgehen. Jedoch sollte man sich vorher darüber klar werden, wo die Risiken liegen könnten. 'Dann klappts auch mit dem Nachbarn' (Ein kleiner Scherz am Rande, doch auch bei unserem harten Kurspensum soll der Humor nicht vollständig beiseitegelassen werden. Das Leben ist nicht nur ein Jammertal. Ich hoffe Ihnen hat meine kleine Anspielung auf die aktuelle Werbelandschaft gefallen und Sie haben wieder neue Kraft zur Weiterarbeit gesammelt)!

e) im Krankenhaus
Krankenhäuser haben schon durch ihre für unfreiwillige Gäste unangenehme Stellung keine sehr charmante Ausstrahlung. Um so wichtiger ist es, daß man selbst an so ungastlichen Orten die Ruhe bewahrt und das Beste aus der Situation macht. Dazu möchte ich gerne mit einigen Tips helfen.
Potentielle Os sind entweder in Mitpatienten zu finden oder treten als Krankenschwestern auf. Die Ärzte sollte aufgrund ihrer gehobenen Stellung nicht zu ersten Gehversuchen im Sinne dieses Kurses herangezogen werden, um nicht den Heilerfolg in Frage zu stellen. Auch haben Ärzte die Angewohnheit, nicht viel für Nichtpatienten übrig zu haben, so daß diese nur den Fortgeschrittenen vorbehalten sein sollten. Aber Fortgeschrittene wollen wir ja alle mal werden, nicht wahr?
Da sich die gemischtgeschlechtlichen Patientenzimmer noch nicht in Deutschland durchgesetzt haben, halten sich Kontakte mit anderen Patienten im gegengeschlechtlichen Bereich in Grenzen, wenn man von gelegentlichen Treffen auf dem Weg von oder zu der Toilette absieht (sofern einem diese Wege nicht durch Kunststoffbehälter abgenommen werden (müssen)). Hierauf lassen sich die allgemeinen, oben besprochenen Regeln der Anmache anwenden. Bitte frischen Sie Ihr diesbezügliches Wissen bei eventuellen Lücken spätestens jetzt auf, um den Kurserfolg nicht in Gefahr zu bringen.
Blieben somit als letzte Gruppe noch die Krankenschwestern. Leider hat man als Patient nicht die Möglichkeit der Wahl, um sich seine ganz private Krankenschwester auszusuchen (anders eventuell bei Privatpatienten in speziellen Privatkliniken). So ist es sehr vom Glück abhängig, ob eine passende O dabei ist. Da nach eigener Anschauung die meisten Krankenschwestern äußerlich zumindest als 'passabel bis gut' einzustufen sind, ist soweit das Risiko gemindert (Ausnahme: Oberschwestern und Wita Pohl als Mutter Drombusch in der gleichnamigen Fernsehserie).
In vielen Fällen ist es leider nicht vermeidbar, daß man als wehrloser Kranker nichts gegen die meist recht entwürdigenden Intimshandlungen der Krankenschwestern unternehmen kann (Beispiel: das Waschen und Umziehen bis hin zur angeordneten 'Intimrasur'). So ist dies auch die einzige mir bekannte Situation zum Kennenlernen einer O, in der Intimhandlungen der ersten Kontaktaufnahme auch bei Anfängern vorangeht.Dies verwirrt viele Kursteilnehmer und eine schamhafte Resignation ist oft die Folge. Es ist aber auch eine gute Gelegenheit, einen unverkrampfteren Umgang mit seinem eigenen Körper zu erlernen, um auf einen späteren 'Geschlechtsakt' vorbereitet zu sein. Hier und da ein kleiner Scherz, um die Peinlichkeit der 'Morgenlatte' zu überspielen, ein gemütliches Zurücklehnen und Genießen, all dies kann helfen, Verklemmungen abzubauen. Daß viele Krankenhauspatienten später zu 'Exibitionisten' werden, ist allerdings nur ein hartnäckiges Gerücht und entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Untermauerung.
Selbst eine ältere, wohlbeleibte Oberschwester oder gar ein männlicher Zivi sollte einen nicht in Depressionen verfallen lassen. Hier macht man gute Miene zum bösen Spiel, denn was nicht tötet macht hart und Homosexualität ist eine Veranlagung und kann nicht durch unfreiwilligen Intimkontakt zu hilfsbereiten Zivis erzeugt werden. Außerdem wechseln sich Schwestern und Zivis häufig ab, so daß nicht gleich am ersten Tag alle Chancen als geschwunden anzusehen sind.
Nicht den Mut verlieren, wenn die O nicht gleich bei der ersten Leerung der Bettpfanne auf Sie anspricht. Schwestern haben tagtäglich mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun und sie zu pflegen, da muß man sich ihre Zuneigung hart erarbeiten. Da jedoch der Anteil älterer Patienten in Krankenhäusern überdurchschnittlich hoch ist, wird ein einigermaßen normal gebauter Jüngling gute Karten haben.
Nichts überstürzen, keine Versprechungen, die man nicht einhalten kann. Eine Einladung zum Abendessen mag zwar witzig wirken, ist angesichts der Fertignahrung aus der Krankenhauskantine als nicht sonderlich romantisch anzusehen. Außerdem ist offenes Kerzenfeuer in den Zimmern streng verboten.
Auch sollte man sich nicht von den entwürdigenden Anzüglichkeiten in der Sprache entmutigen lassen (z.B. 'Wie geht es uns denn?', 'Na, haben wir wieder die Schüssel voll gemacht?' oder 'Och ist der kleine niedlich!'). Dies gehört zum Berufsklischee und hilft den Schwestern, über so manchen bequemen Hypochonder hinwegzukommen. Privat ist davon nur noch selten etwas zu merken und eine O, die es als ihre Pflicht ansieht, einen täglich zu waschen, kann auch ihren Reiz haben. Allerdings sollte man sich in der späteren Beziehung ein selbständiges Toilettegehen ausbedingen!

f) Geschlechtskrankheiten
Sollten Sie unter einer Geschlechtskrankheit leiden, so dürfte Sie das Ziel dieses Kurses schon erreicht haben. Deshalb sei hier nur auf den Fortgeschrittenenkurs verwiesen und der Rat mitgegeben: Schütze Dich... und Deine(n) Partner(in)!

g) Mundgeruch
Hier gilt weitgehend das unter 'Schuppen' gesagte, wobei bei vielen Menschen das Auftreten von Mundgeruch kein angeborenes Problem ist, sondern einzig auf mangelnde Mundhygiene zurückzuführen ist.
Viele Os lassen sich sehr intensiv von ihrer Nase leiten, reagieren daher extrem sensibel auf alle Arten von Gerüchen. Und da Mundgeruch (selbst mit Spermind-Versatz) zu den abstoßensten Gerüchen der zivilisierten Welt gehört, sollte er unbedingt vermieden werden.
Leider gibt auch das 'An-die-Hand-hauchen' keinen unzweifelhaften Aufschluß über die eigene olfaktorische Ausstrahlung. Doch mit einigen einfachen Vorsichtsmaßnahmen kann leicht einer unliebsamen Überraschung vorgebeugt werden:
- regelmäßig die Zähne putzen. Auch wenn die Werbung meint, die Zahnbürste käme nicht tief genug in den Rachen, so ist es doch die Mundgeruchsvermeidungsmethode Nummer Eins. Insbesondere nach gut gewürzten Speisen (s.u.) sollte unbedingt eine Putzpause eingelegt werden (danach!). Gut, wenn man immer eine Zahnbürste und ein wenig Zahnpasta dabei hat. Ob die Pasta dabei von führenden hysterischen Zahnarzthelferfrauen empfohlen wird, ist nach eigener Beobachtung nebensächlich. Ob sie nun nachts leuchtet, den Zähne ein Totenlakenweiß verpaßt, gestreift, gezackt oder gebogen ist, hat keine Auswirkungen auf ihre Einsatztauglichkeit.
Nun mag es seltsam anmuten, selbst in Restaurants kurz zum Zähneputzen auf die Toilette zu verschwinden. Doch der Erfolg bei der O wird es ihnen danken. Nach einem Essen am Stehimbis ist allerdings Phantasie gefordert.
- Knoblauch, Zwiebeln etc. meiden. Da kann selbst die borstigste Zahnbürste nichts mehr machen. Da hilft nur abwarten (ca. 12 bis 24 Stunden). Oder eine Stunde durchgehend mit einem scharfen Reinigungsmittel (z.B. Domestos) gurgeln (Packungsbeilage beachten). Ob allerdings der Geruch von Toilettenspülmittel dann angenehmer ist, sollte jeder selbst entscheiden.
- Sollte es doch einmal passiert sein, der gequälte Gesichtsausdruck von direkt angehauchten Bekannten unmißverständlich auf extremen Mundgeruch hindeuten und keine Zahnbürste zur Hand sein, Ruhe bewahren. Keine großen Worte machen, das Atmen auf ein lebensnotwendiges Maß zurückschalten und möglichst in eine andere Richtung ausatmen. Ansonsten den Mund geschlossen halten. Nicht die Konzentration verlieren und beim Aufstoßen ein Gebet mitschicken und die Zähne zusammenbeißen. Alles geht einmal zu ende!

h) Sonstige körperbetonte Verhaltensweisen (SkV)
Auch bei den hier angesprochenen SkVs handelt es sich normalerweise nicht um wirklich krankhafte Störungen, was bedeutet, daß sie bei einem normal veranlagten Menschen durch intensives Arbeiten an sich selbst ohne ärztliche Hilfe abgestellt werden können. Sollte dies jedoch selbst nach Monaten nicht klappen, so rate ich doch zu einem Besuch beim Arzt oder gar bei einem Psychologen.
Folgendes sollte in der Gegenwart der O beachtet werden:
- Körperöffnungen welcher Art auch immer sollten von ihren Händen/Fingern gemieden werden (hiermit sind natürlich die Körperöffnungen des Kursteilnehmers gemeint, bei denen der O dürfte sich dieses von selbst verstehen).
Insbesondere sei hier das vor allem bei Autofahrern bei Ampelstopps oder in Staus so beliebte Herumstochern in den Nasenlöchern angesprochen. Aber auch das Hervorkratzen von Talg aus den Ohren ist für Zuschauer von minderer Ästhetik und kann die O leicht abschrecken. Sollte man sich doch einmal dabei ertappen, so ist zumindest das 'Kügelchendrehen' oder gar das Einführen in die Mundpartie strikt zu vermeiden.
- Ebenso ist all zu intensives Kratzen zu unterlassen. Ein kurzes Streichen etwa über die Schläfe oder das Kinn ist in Maßen durchaus noch erträglich und hilft eventuell sogar, Nervosität abzubauen. Nimmt es jedoch überhand, so sollte nicht nur ein Allergietest gemacht werden (bei dem dann die O schon allein wegen ihrer Haustierliebe ausfallen könnte) oder man beißt die Zähe zusammen und verschränkt die Arme dergestalt, daß es einer übermäßige Kraftanstrengung bedarf, das geliebte Kratzen zu verrichten.
Sollte sich ihrer Vorliebe für das Kratzen gar auf die beharrte Kopfhaut erstrecken, gar das 'Wundenaufkratzen' mit dem damit verbundenen zarten Knacken der Fingernägel, so ist dieses besonders abstoßend und gehört unbedingt unterblieben.
- Sollten Sie gerade im Moment der Kontaktaufnahme mit der O unter Blähungen leiden, so ist ein gewisser Abstand zu wahren. Kann man im Freien noch relativ leicht um die Auswirkungen dieses Problems herumkommen, so wird es in engen Räumen, gar im Fahrstuhl oder im Kino gefährlich.
Auch wenn dieses nicht 'die feine Art ist' und für die Zeit keine Toilette erreichbar sein, so sollte man eine geschickte Ablenkungstaktik anwenden und einen umherstehenden Nachbarn kurz danach vorwurfsvoll anblicken (nicht die O!!!). Dies ist moralisch zwar verwerflich, kann aber viel Schaden vermeiden. Sollte man allerdings mit der O alleine im Raum sein, so hilft nur ungezwungenes Übergehen und ein selbstbewußtes Lächeln.

'6 Der Urlaub (U)

Der Urlaub hat seine eigenen Gesetze. Dieser allseits bekannte Satz gilt auch und im Besonderen im Bereich der zwischenmenschlichen Kontaktaufnahme.
Immer wieder kommen Kursteilnehmer zu mir und klagen ihr Leid, erzählen von ihren enttäuschten Hoffnungen, die sie an den Jahresurlaub gehängt hatten und die sich allesamt nicht erfüllt haben. Meist beginnen ihre Ausführungen mit den Worten: 'Schon am ersten Tag...', um dann mit '... dann habe ich entnervt aufgegeben' zu enden.
Hieraus ist leicht der Kardinalfehler abzulesen, den vor allem streßgeplagte Arbeitnehmer und Selbständige machen, die all ihre Bemühungen auf die zwei Wochen Urlaub im Jahr verlagen und dann jeder Sekunde nachtrauern, in der sie nicht 'Spaß hatten'.
Ich hoffe, man konnte meinen bisherigen Ausführungen schon entnehmen, daß Leistungsdruck selten zu guten Ergebnissen führt. Wer schon an der Hotelrezeption die Angestellten mit mühsam rezitierten Anmachsprüchen nervt und nach zwei Stunden schon meint, all sein Feuer verbraucht zu haben und am liebsten wieder abreisen möchte, um sich von den Strapazen des Urlaubs zu erholen, der hat eindeutig etwas falsch gemacht.
Sie sind im Urlaub! Also verhalten Sie sich auch so. Nicht schon bei der Abfahrt voller Furcht auf die Abreise schielen, nicht verzagen, wenn nicht gleich die richtige O dabei ist. Ruhe bewahren, je nach Art den Urlaubs einfach mal bis Mittag (allein) im Bett bleiben oder den Tag mit Sonnenbaden verbringen. Nichts erzwingen wollen! Man kann zwar einen Urlaub mit Hauptaugenmerk auf Os machen, doch sollte man sich noch andere Möglichkeiten offen halten, die einem helfen den Druck zu nehmen.

Schon bei der Auswahl der Urlaubsortes sollte man einige Sorgfalt walten lassen. Es mag zwar verlockend sein, gerade die bekannten Orte aufzusuchen, wo man sicher sein kann, viele Os mit viele Gelegenheiten, diese kennenzulernen, anzutreffen. Das Problem dabei ist, daß auch ebensoviele (wenn nicht gar mehr) Konkurrenten dort herumlaufen und ihnen die Os streitig machen. Gerade Anfänger sind mit dem Überangebot, verbunden mit dem Durchsetzten gegen Gleichgesinnte, überfordert. Dies führt zu Resignationen und Selbstzweifeln.
Daher geht mein Rat eindeutig in Richtung bekannterer Geheimtips. Es muß nicht die vollkommen unbekannte kleine Insel im Mittelmeer sein, wo die einzige potentielle O gerade am Tag zuvor abgereist ist. Ein wenig Fremdenverkehr und entsprechendes Angebot (z.B. Disco) sollte schon vorhanden sein. Nur etwa von Ibiza, Mallorca etc. möchte ich für das erste Mal abraten. Für den Fortgeschrittenen jedoch sind dies interessante Herausforderungen und der Sportsgeist ist gefordert.Dies gilt, wie beinahe alles in diesem Ratgeber, sowohl für männliche wie auch weibliche Kursteilnehmer, so daß das Treffen auf Gleichgesinnte sehr wahrscheinlich ist. Und vielleicht treffen Sie ja eine(n) O, die ebenfalls diesen Kurs mitgemacht hat. Schreiben Sie mir doch einfach mal ihre Erlebnisse (Adresse siehe hinten)!
Ansonsten gibt es kaum Besonderheiten im Urlaub zu beachten, da auf Grund der hoffentlich entspannten Psyche (s.o.) viele Dinge von selbst laufen. Man sollte sich nur nicht in seinem Zimmer einkapseln und sich nur mit dem ungewöhnlich reichhaltigen Satellitenfernsehen beschäftigen. Vielleicht am ersten Tag zum Akklimatisieren, jedoch dann heißt es 'Raus auf die Piste'!
Nie geschadet hat es, einen Urlaub auch mit ein wenig Kultur zu verbinden. Nicht nur, daß man leicht mit anderen Museums/Bauwerkes- etc. Besuchern ins Gespräch kommt (vorausgesetzt, man fällt nicht gerade durch unangenehmes Schlechtwissen auf), auch können so auch heimische Os mit ihren Erlebnissen beglückt werden, sofern es diese wirklich (!) interessiert und sie vielleicht auch mal an ihrem Urlaubsort/ in ihrem Urlaubsland gewesen sind. Sie sehen, auch ohne O-Erfolg im Urlaub war die Zeit nicht verschenkt!
Ob man sich dabei durch den roten Baedecker als Tourist weithin sichtbar machen möchte, oder abseits vom Mainstream sich auf eigene Faust versucht durchzuschlagen, muß jeder für sich selbst entscheiden. Das eine ist einfach, das andere 'cooler'.
Gerade bei Reisen ins Ausland empfiehlt es sich, schon vorher einige Informationen eingeholt zu haben, um nicht unliebsamen Überraschungen ausgesetzt zu sein. Und wenn es nur das Wissen über die richtige Trinkgeldhöhe ist. Den Kellner werden Sie zwar wahrscheinlich niemals wiedersehen, jedoch kann eine am Tisch mitsitzende O leicht von Ihrer Ignoranz der örtlichen Sitten abgestoßen werden. Das gilt auch für ein protziges Übertrinkgeld.
Gerade weibliche Kursteilnehmer sind der Gefahr ausgesetzt, durch all zu freizügige Kleidung in konservativen südlichen Länder unangenehm aufzufallen und das gastgebende Volk zu beleidigen. Allerdings sollte der wissende männliche Kursteilnehmer nicht in die Versuchung gerade, gerade diesen Fehler einer O zum Gesprächseintritt zu nutzen ('Wissen sie eigentlich, daß ihr nackter Busen verboten ist?'). Das wirkt besserwisserisch und nicht professionell. Erst wenn wirklich Gefahr droht (z.B. nähernde Badeaufsicht), eine beiläufige Bemerkung fallen lassen, nicht anzüglich werden und nicht dabei über die 'verrückten Gepflogenheiten des Landes' herziehen. Auch bitte nicht einfach wortlos ein Handtuch schützend über das Objekt des Anstoßes werfen, mag dieses auch noch so dringend geboten sein. Meist wird die O dieses eh pikiert von sich weggeworfen haben, bevor sie ihre 'edle' Gesinnung bemerkt. Ansonsten gelten hier die im '1 gemachten Aussagen.

Trotz wachsender Rezession ist das Reisen ins Ausland ungebrochen beliebt. Ist dies in die Nachbarstaaten Österreich, Schweiz oder Dänemark noch recht risikoarm, so kommt in anderen Ländern das Problem der fremden Sprache auf den reisenden Kursteilnehmer zu. Meist kann man sich jedoch mit mittelmäßigen Englischkenntnissen recht gut über Wasser halten und zumindest den Weg zur Toilette erfragen. Allerdings gibt es auch andere Erfahrungen, vor allem, wenn man abseits der großen Fremdenverkehrsorte sein Quartier aufschlägt oder in das sein eigene Sprach über alles liebende Frankreich fährt. In solchen Fällen ist es angeraten, einige wichtige Ausdrücke vorher gelernt zu haben, bzw. zu wissen, wo man sie schnell nachlesen kann.
Leider werden dabei oft die wirklich wichtigen Sätze vergessen. Viele sind der Meinung, für einen O-Such-Urlaub reich es, den Satz 'Ich liebe Dich' in allen europäischen Sprachen zu beherrschen. Diese Spezialisten seien allerdings vor solch einfachen, gleichwohl wichtigen Dingen wie dem Kauf eines Leibes Brot gewarnt. Versucht man dann mit einem achtlos gehauchten 'Je t'aim' den Bäcker zu bezirzen, so kann man von Glück reden, wenn man nur mit Nachdruck nach draußen geleitet wird. Also obacht!
Auch gewarnt werden soll vor der im Urlaub verbreiteten 'Ex und hopp Mentalität'. Weit weg von der Heimat und allen wichtigen Freunden und Bekannten glauben viele, sich alles herausnehmen zu dürfen und einmal 'die Sau herauslassen' zu müssen. In Grenzen stimmt dieses natürlich und hat gerade für Anfänger enthemmende Wirkung. Beginnt man jedoch, seine Leidenschaften all zu exzessiv auszuleben, schadet dies nicht nur dem Ansehen der Deutschen im Ausland (sofern hier noch etwas zu schädigen ist), sondern gerade an unbekannten Urlaubsorten ist die Gefahr nach eigener Erfahrung besonders groß, doch den Nachbarn am Swimmingpool zu treffen.
Anzuraten ist deshalb der Kategorische Urlaubsimperativ: Verhalte Dich so, wie Du Dich am liebsten zu Hause aufführen würdest, immer mit dem Hintergedanken, vielleicht doch mal wieder an diese Stelle des eigenen Wirkens zurückzukehren. Gerade Anfänger entgehen so einem all zu schnellen Verbrauch ihrer geistigen und körperlichen Kräfte und können die im Urlaub gemachten Erfahrungen erfolgversprechend auch in der Heimat anbringen.
Wer sich nun im Urlaub das Finden der 'Großen Liebe fürs Leben' erhofft, sei leider insoweit enttäuscht, als daß 'im Normalfall' dieses eine Illusion bleiben wird. Selbst wenn man eine entsprechende Person treffen sollte, so ist noch lange nicht gesagt, daß auch nach dem Urlaub der Kontakt noch so feurig bleibt. Nicht nur, daß sich plötzlich verschollene Ehemänner mit samt ihren Kindern wieder anfinden, auch bleiben gerade bei Einheimischen schier unüberwindliche kulturelle Schranken, die nur die wenigsten zu überwinden in der Lage sind. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, doch möchte ich dringend anraten, bevor man irgendwelche Versprechen in den Sternenhimmel flüstert, die Folgen zu bedenken.
Sollte die O jedoch gar zufällig aus dem gleichen Bundesland wie Sie kommen, so ist natürlich einer weiteren Entwicklung nichts entgegenzubringen und es gelten die bekannten(!) Regeln des Allgemeinen und Besonderen Teils dieses Kurses.

Ein kurzer Hinweis sei noch im Bezug auf das für viele leidige Thema des Ansichtskartenschreibens gegeben. Seit deren Erfindung ist es ein ungeschriebenes Gesetz für Reisende geworden, den Leuten, die man 'mag', mit Urlaubsgrüßen auf wabbeligen Pappkarten zu bombardieren. Leider gehen in vielen Fällen die, die keine erhalten, von dem Umkehrschluß aus, daß sie nicht gemocht werden, weshalb es gerade bei frisch kennengelernten Os unabdingbar ist, eine Karte zu schreiben.
Nun ist die Ansichtskarte nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil sie nur eingeschränkten Schreibplatz auf ihrer Rückseite bietet und kein ausuferndes Briefeschreiben mehr nötig ist. Aber gerade bei besonders wichtigen Adressaten sollte dieser Platz auch weitestgehend ausgenutzt und eine zumindest mittelgroße Schrift verwendet werden, um nicht in den Ruf zu gelangen, man sehe das Kartenschreiben nur als lästige Pflicht an, die schnell hinter sich gebracht werden will. Aus diesem Grund sollte man bei potentiellen Os auf Standardtexte a 'la 'Hallo XY, ich bin jetzt in A, ich habe viel Spaß, das Wetter ist auch ganz toll. Bisher hat es nur einmal geregnet. Viele Grüße, dein Z' verzichten. Mag das Wetter auch ein noch so naheliegendes Thema sein, so gibt es für den Adressaten bei weitem interessantere Dinge. Zumindest eine kleine Anekdote sollte in kurzen Worten umrissen werden, irgendeine Besonderheit oder wenigstens ein besonderes Gebäude, das man gesehen hat. Auch sollte auf Füllformulierungen verzichtet werden, die nur darauf abzielen, zu erklären, daß ja nun der Platz der Karte ende, der Zug gleich fahre, die Tinte ausgehe oder gar die Post gleich schließe. So etwas wirkt gestellt und wird nicht einmal von den naivsten Os mehr abgenommen! Besser ist da schon der abschließende Hinweis, daß man sich darauf freue, der O bei der Rückkehr alles zu erzählen.
Schreibt man mehrere Karten an Leute, bei denen es nicht vollkommen ausgeschlossen ist, daß sie sich in nächster Zeit einmal auf der Straße treffen, so sollte auf einen variablen Kartentext geachtet werden. Kaum etwas ist für den aus dem Urlaub zurückkehrenden peinlicher, als die Bemerkung, er habe ja der einen O den gleichen/ähnlichen Text wie der anderen geschickt. Und wenn es nur ein langweiliger Badeurlaub auf Mallorca ist, hier muß unbedingt Phantasie eingesetzt werden. Aus leidvoller Erfahrung muß ich Ihnen sagen, daß solche Karten oftmals die seltsamsten Wege gehen und es selbst bei solchen Personen zu Kollisionen kommen kann, von denen man bisher annahm, die würden sich auf Erden niemals begegnen.
Hat man auf einer längeren Urlaubstour für eine gewisse Zeit eine O kennengelernt und sich später wieder von ihr trennen müssen, so ist es eine nette Geste und auch eine gute Möglichkeit, sich in ihrem Gedächtnis zu verfestigen, ihr zum Ende der Reise ebenfalls eine Karte zukommen zu lassen (gilt nicht, wenn man zusammen mit der O die Reise beendet, dann eventuell aus dem eigenen Heimatort eine Karte verschicken, netter Gag), vorausgesetzt, man hat ihre Adresse! Hierbei kann dann noch einmal an die netten gemeinsamen Tage erinnert (nicht aufdringlich werden) und die Hoffnung geäußert werden, doch weiter (schriftlich) in Kontakt zu bleiben. Nicht gleich einen persönlichen Besuch bei ihr ankündigen, lieber abwarten, bis sich auch brieflich ein gewisser Kontakt verfestigt hat. Auch sollte man nicht der Versuchung erliegen, nun beinahe täglich eine Karte an die O zu schreiben. Dies wirkt aufdringlich und kann als Schwäche ausgelegt werden. Hat man deutlich geschrieben, auch gerne ein Antwort haben zu wollen, sollte es bei einer Karte belassen werden. Nur in besonderen Fällen, wie einem ungewöhnlichen Zwischenfalls oder wenn selbst nach einigen Wochen keine Antwort gekommen ist, kann ein erneuter Versuch gestartet werden (auch die Post kann mal Fehler machen, eventuell auch in Erwägung ziehen, daß die O eine falsche/fiktive Adresse angegeben hat). Jedoch nicht gleich mit der vorwurfsvollen Frage nach dem Warum der ausgebliebenen Antwort beginnen. Nur unterschwellig darauf hinweisen!Eine gute Möglichkeit der Kontaktaufnahme ist es auch, nach Rückkehr Photos an die neu getroffene O zu verschicken. Allerdings sollte es sich dabei um solche handeln, auf denen die O auch selbst zu sehen ist. Ein Bild, wo man selbst im knackigen Tanga und/oder am Bungee-Seil hängt, mag zwar für Sie eine besondere Bedeutung haben, wirkt als geschicktes Photo jedoch eher angeberisch. So etwas kann man höchstens 'zufällig' beim persönlichen Vorzeigen der Urlaubsbilder dazwischenlegen. Umgekehrt kann natürlich auch nach entsprechenden Photos von Seiten der O gefragt werden (vorerst mit dem Hinweis der Kostenerstattung versehen, was in der Regel von der O zurückgewiesen werden wird).

Wie auch immer, ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub!

'7 Auf dem Campingplatz

Die Möglichkeiten, auf einem Campingplatz Bekanntschaften zu machen, sollten nicht unterschätzt werden. Noch immer wird von vielen Partnersuchenden der Campingplatz nur als ein Ort des Waschens und Schlafens gesehen, ohne daß dabei die mannigfaltigen Möglichkeiten des Kontaktschließens erahnt werden.
Betrachtet man sich einen durchschnittlichen Campingplatz, so erkennt man schnell, daß es sich hierbei im Prinzip um ein verkleinertes Abbild des außerurlaubischen Lebens handelt. Wie im wirklichen Leben gibt es hier protzige Prunkbauten in Form von völlig überdimensionierten Hauszelten und Campingwagen, die alles zu bieten haben, was das Camperherz nicht braucht, wie etwa Satellitenschüssel, Mikrowelle, Schlauchboot mit Außenbordmotor und Moped. Kaum einen Steinwurf hiervon entfernt befinden sich die Campingplatzslums, die nur für kleine Zelte reserviert werden und deren Bewohner scheinbar nicht einmal für genügend Heringe Geld gehabt haben, was sich vor allem an windigen Tagen am Meer leicht beobachten läßt. Allein an der drückenden Dominanz von sogenannten Iglozelten ist abzulesen, daß selbst Aldi mittlerweile von den Standardzelten in Spitzbauweise abgekommen ist.
Was ich hiermit sagen will, ist keine Sozialkritik, sondern der einfach Beweis, daß Camping längst nichts mehr nur für Aussteiger, Studenten, Extremsportler oder Bundeswehrsoldaten ist, sondern man hier alles mögliche an Volks antrifft, ohne daß es zu Klassenkämpfen kommt. Vor den besetzten Toiletten jeden Morgen ist eben jeder gleich.
Und gerade diese Gleichheit in der Not, das gemeinsame Interesse am Campen, liefert schon von Vornherein einen hervorragenden Nährboden für zufällige Bekanntschaften, ohne daß hierfür eine aufwendige und langwierige Vorarbeit nötig wäre. Auf grund der starken Fluktuationen auf solchen Plätzen wäre diese auch gar nicht angebracht.

Für die richtige Wahl des Campingplatzes verweise ich auf die Hinweise im Kapitel 'Urlaub' und den ADAC-Campingführer. Hat man sich nicht gerade die abgeschiedenste Provinz ausgesucht, kann man im Punkto Geselligkeit kaum etwas falsch machen. Nur in den sanitären Anlagen können hier starke Unterschiede auftauchen, die nach eigenen Vorlieben mehr oder weniger starke Beachtung finden sollten.
Auch auf die Wahl der Campingutensilien möchte ich nicht weiter eingehen. Ihr freundlicher Fachverkäufer berät Sie da sicherlich gerne und ab einer gewissen Preiskategorie auch ausführlich und umfassend. Meist ist hier eh der eigene Geldbeutel der wichtigste Regulator. Auch wenn sich meine folgenden Ausführungen mehr auf das klassische Zelt beziehen, so gelten doch die meisten Aussagen auch für den Campingwagen, wenn auch hier durch die feste Bauweise die Vorteile des Campingplatzes abgeschwächt werden.
Campt man alleine, sollte das Zelt nicht zu überdimensioniert sein, allein schon, um das Aufbauen nicht zum mehrtägigen Kampf mit den Stangen und deren Zusammenstecken verkommen zu lassen. Auch wird einem eine potentielle O nur schwerlich abnehmen, daß man das Hauszelt nur mitgenommen hat, um darin alleine Murmeln zu spielen.
Bewährt haben sich die schon angesprochenen Iglozelte, die leicht zu tragen, einfach aufzubauen und ohne Probleme auch auf einen neuen Platz verpflanzt werden können. Lassen Sie sich auch hier beraten und vergessen Sie nicht den Probeaufbau vor der Fahrt. Mag das ungeschickte Herumhantieren mit den Stangen auf dem Platz auch noch so mitleidserregend bei den Os wirken, vorteilhaft ist es auf keinen Fall, insbesondere nicht in den Augen 'erfahrener Camper'!

Nun kann es los gehen.
Hat man an der Rezeption des Platzes die wichtigsten Formalitäten erledigt, kommt die Wahl des rechten Aufstellplatzes für das Zelt. Als Teilnehmer dieses Lehrganges wird es Ihnen hierbei insbesondere auf die geeignete Nachbarschaft ankommen.
Nun verhält es sich so, daß nur die Hauszeltbewohner wirklich den ganzen Tag auf dem Platz verbringen. Und bei diesen handelt es sich in aller Regel um größere Familien, die zwar auch den einen oder anderen älteren Sohn bzw. die Tochter dabei haben, die jedoch entweder in einem noch völlig ungeeigneten Alter oder zusammen mit ihrer Freundin/ ihrem Freund da sind, einmal abgesehen von wilden Müttern und Vätern, vor denen beim Camping nur schwerlich etwas verborgen bleiben kann. So oder so sind Hauszeltbewohner normalerweise keine 'gute' Nachbarschaft in unserem Sinne, auch wenn man an den Lautstärkepegel denkt.
Die anderen, 'normalen' Zelter, benutzen ihr Zelt in der Regel nur als eine Art Basislager, das ihnen zum Schlafen und Essen dient und ihr Gepäck trocken hält. Wenn es nicht gerade in Strömen regnet, werden diese Leute nur in den Morgen- und Abendstunden anzutreffen sein. Will man also schon bei der Wahl des Zelt-Aufstellungsplatzes keinen Fehler machen, sollte dann auch die eigene Anreise diesen Zeiten angepaßt sein.
Andernfalls ist man von seinen eigenen kriminalistischen Fähigkeiten abhängig, die sich meist auf das Beobachten von zum Trocknen aufgehängte Unterwäschestücke beschränken werden.
Man sollte aber auch nicht all zu viel Energie auf diese Suche verschwänden. Nicht selten sind die netten Nachbarn beim Aufwachen am nächsten Morgen verschwunden oder ein weiteres Nachbarzelt entpuppt sich plötzlich als Wohnort des Freundes der potentiellen O. Vor Überraschungen ist man nie gefeit, erst recht nicht auf einem Campingplatz.
Hat man sich schließlich irgendwo niedergelassen und den Aufbau des Zeltes hinter sich gebracht, kann das Ausschauhalten nach Os beginnen. Je näher am eigenen Zelt sie sich befinden, um so leichter ist es, hier erste Kontakte zu knüpfen. Gerade bei direkt angrenzenden Nachbarn ist die einfache Begrüßung das Unverfänglichste und Einfachste, das einem das erste Gespräch vermitteln kann. Erst recht, wenn diese im Ausland 'überraschend' in Deutsch antworten. (Legt man auf grund mangelnder Fremdsprachenkenntnisse besonderen Wert darauf, nur Deutschsprachige kennenzulernen, so sollte man vor oder spätestens während der ersten Worte in Englisch einige Dinge auf Deutsch vor sich hin murmeln (Keine Selbstgespräche führen), um eine Antwort auf Deutsch - falls möglich - zu provozieren!).
Durch die zwangsweise Beschränkung auf einige wenige lebensnotwendige Dinge beim Campen gibt es kaum einen, der nicht irgend etwas zu Hause vergessen hat. Vom einfachen Hammer für die Heringe bis hin zum ausgewachsenen Blasebalg für die Luftmatratze kann hier der Gewitzte Angebote machen, bevor die O überhaupt ahnt, was ihr fehlt. Umgekehrt ist es natürlich auch möglich, eine O um Hilfe zu bitten, jedoch sollte das Erbetene nicht schließlich von ihr in Ihrem Zelt entdeckt werden! Gerade beim Kochen ergeben sich mannigfaltige Möglichkeiten, die bis hin zur Einladung zum Mitessen gehen können, 'da man das alles alleine nicht schafft und es ansonsten schlecht werden würde'. Hierbei sollte dann aber zumindest auf die Genießbarkeit des Zubereiteten geachtet werden. Am besten vorher einmal an unbeteiligten Familienangehörigen, die auch vor herber Kritik nicht zurückschrecken (z.B. Geschwister), austesten.
Eine weitere Möglichkeit der Kontaktaufnahme ergibt sich bei ballspielenden etc. Os. Durch die meist relative Enge eines Campingplatzes ist es in einem solchen Glücksfall kaum zu vermeiden, daß der Wurfgegenstand auch mal in Ihre Nähe fliegt und dann förmlich die helfende Hand fordert. Spätestens nach dem zweiten Rückwurf Ihrerseits ist eine derartig familiäre Stimmung entstanden, daß die erste vorsichtige Frage nach dem Herkunftsort der spielenden Os angebracht ist. Alternativ kann ein Einstieg insbesondere bei weiter weg agierenden Os auch über besondere Wurftechniken etc. erfolgen. Haben Sie Fantasie. Diese Tips gelten natürlich nur bei Os, die mit Os, eindeutig Geschwistern oder eindeutig anderen ungefährlichen Personen spielen!
Besondere Treffpunkte eines Campingplatzes sind die Wasch und Toilettenhäuschen. Ist man in derem Inneren meist eher geschlechtergetrennt untergebracht, so ergibt das Warten davor gute Möglichkeiten, auch andersgeschlechtliche Os zu einem Gespräch zu bewegen, etwas um sich ganz unschuldig nach dem Sauberkeitsgrad der anderen Waschräume zu erkundigen. Allerdings sollte man nicht den Eindruck erwecken, dieses nur zu erfragen, a) um mit der Sauberkeit der eigenen Einrichtungen anzugeben oder b) gar um eventuelle in einem unbeobachteten Moment die Geschlechtertrennung zu mißachten, nur um in sauberere und leere Räumlichkeiten zu gelangen. Doch dieses werden Sie wahrscheinlich schon ohne meinen Hinweis sich so gedacht haben.
Ähnliche Möglichkeiten gibt es vor chronisch besetzten Telephonhäuschen. Kaum woanders kann man so ungezwungen ins Gespräch gelangen, insbesondere wenn die Warteschlangen epische Ausmaße annehmen. Anbieten tun sich hier Diskussionen über Herkunftsorte, Zustände der Anlage und weitergehende Urlaubserfahrungen. Vermeiden sollte man die Frage nach dem Anzurufenden, da dies in den absolut geschützenten Intimbereich der Os fällt. Steht die O vor einem, kann eine solche Information (vor allem, ob es sich hierbei um ihren Freund handelt) auch durch 'zufälliges' Mithören ohne großes Aufsehen eingeholt werden (jedoch nur bei offenen Telephonanlagen).
Ansonsten gelten natürlich auch auf Campingplätzen die allgemeinen Regeln das Kennenlernens, so daß ich auf die anderen Kapitel und Paragraphen für Weiteres verweisen möchte.
'8 Die richtige Kleidung/Die Äußere Erscheinung

Leider gibt es für die richtige Kleidung keine Patentrezepte. Zu schnell ändert sich die Mode, zu verschieden sind die Geschmäcker der potentiellen Os. Außerdem würde ein genauer Vorschlag an dieser Stelle ab einer Auflage über der 500.000 Stückgrenze für diesen Ratgeber die Gefahr einer Einheitskleidung in Deutschland sein. Und diese Schuld möchte ich mir nicht aufbürden (selbst wenn ich an den Umsätzen dieser 'perfekten Anmachkleidung' beteiligt wäre). Man möge mir dieses verzeihen, doch meine Bescheidenheit und Verpflichtungen Ihnen gegenüber verbieten es mir. Seien sie mir nicht all zu böse!
Nicht nehmen will ich mir jedoch einige allgemeine Tips, die für einen Großteil der Fälle Gütigkeit erlangen.
Es kann nie schaden, sein Outfit dem der O zumindest in groben Zügen anzupassen. So haben Anzugträger nur bedingte Chancen bei Punks, obwohl auch der Anzug in manchen Kreisen als 'abgefahren' gilt. Auch besonders herausgeputzte Hamburger Hanseatentöchter sind mit zerschlissenen Hosen, vier Wochen alter Frisur und gebatictem T-Shirt nur schwerlich zu beeindrucken. Allerdings sollte man sein eigenes Naturell nicht zu sehr in den Hintergrund verlagen und sich lieber fragen, ob die erwählte O wirklich die richtige ist. Denn meist ist die Wahl der Kleidung nicht nur ein zufälliger Geburtsausdruck, sondern ein handfestes Zeichen für die Gesinnung der O. So wird man eine Punkerin nur schwerlich zum Einfamilienhäuschen, zwei Kindern und öffentlich-rechtlicher TV-Samstagabendunterhaltung zwingen können, möchte man eine harmonische Beziehung aufbauen.
Gerade wenn man meint, zu einer extremen Verkleidung gezwungen zu sein, um die Gunst der O zu erlangen, ist der Rückschlag vorprogrammiert. Und das sind nicht nur die neuen Sitten der Hanseatentöchter, für deren Erlernung man ein ganzen Leben brauchen kann.
Als empfehlenswert hat sich ein Durchschnitt zwischen Ihren Kleidungsvorlieben und denen der O herausgestellt. Ganz falsch wäre es für männliche Kursteilnehmer, nun auch hochhackige Schuhe, Rüschenhemd und Bundfaltenrock anzuziehen, doch das dürfte Ihnen wohl auch ohne meinen diesbezüglichen Hinweis schon eingefallen sein.
Für weibliche Kursteilnehmer gilt dieser Ratschlag jedoch kaum noch, da für sie in sehr weitem Umfange auch die ehemals männlich besetzte Kleidung seit der Emanzipation als möglich erscheint, wenn man mal von Badehosen mit 'Schlitz' etc. absieht (doch wo gibt es die heute noch). Allerdings gilt auch hier wieder, daß man (Frau) ihren eigenen Stil nicht vollständig mißachtet, wie es schon für den männlichen Stiel galt.
Kaum etwas falsch machen kann man als jugendlicher Typ mit einer gut sitzenden Jeans, die weder ein zu fettes Gesäß unangenehm durch pralles Äußeres betont (Merke: ein sogenannter 'Knackarsch' ist etwas anderes als ein fettes Etwas, das nur von zu engem Stoff in Position gehalten wird), jedoch auch nicht ständig durch die Gegend schlackert und einen schier darin versinken läßt. Löcher sollten sich ab einem Lebensalter von 20 bis 22 Jahren nicht mehr in ihr befinden, vor allem nicht an all zu beharrten Stellen, die nur hervorquellendes Gestrüpp darbieten.
Sie sollten auf genügend große Hosentaschen achten, die es gerade nervösen Leuten erlauben sollten, die Frage nach dem Wohin mit den Händen für einige Minuten zu beantworten. Jedoch sollte man bei der Hände-in-der-Hosentasche-Stellung nicht in das kleinkindische Spielen an den externen Sexualmerkmalen verfallen, mag man sich auch noch so unbeobachtet fühlen. Eine(r) sieht es immer!
Man sollte sich im übrigen nicht zu sehr von der Werbung in die Irre leiten lassen und gar beim ersten Tragen gleich mit dem guten Stück in die Badewanne hüpfen. Dies mag zwar beim ersten Blick in den Spiegel dann ungemein 'cool' wirken, kann jedoch nach dem Trocknen unangenehme Folgen haben. So mancher hat danach die Hose dem kleinen Nachbarskind vermachen müssen, wenn er sie überhaupt ohne Gewalt hat vom Körper bekommen können. Wäre doch irgendwie schade.
Für den Oberkörper haben sich je nach Wetterlage T-Shirts, unauffällige Pullovers, Jeansjacken und Hemden als mit der besten Breitenwirkung ausgestattet herausgestellt. Alles sollte jedoch zueinander passen, am besten eine Art eigenen Stil präsentieren und möglichst sauber sein. Die Zeiten des Schmuddellooks sind endgültig vorbei, fettige Haare ein eindeutiges Zeichen für einen Versager oder Aussteiger, der sich offensichtlich eh nichts aus Os macht und beim besten Willen keine gute Möglichkeit, Individualität zu beweisen.
Das Duschen sollte ebenso rituell vor einem geplanten Anmachversuch stehen, wie das Zähneputzen und die Reinigung der Fingernägel. Neben einem ordentlichen Hinterteil ist für weibliche Os kaum etwas beim ersten Blick wichtiger als gepflegte Fingernägel, die keine Bißspuren zeigen und erst recht nicht mit schwarzen Flecken unterlegt sind.
Für die weibliche Pflege und Vorbereitung vor einem Anmachversuch reicht hier leider der Platz nicht aus und die Fräuleins und Frauen seien auf einen später erscheinen Sonderband verwiesen, der sich ausschließlich mit ihren Problemen in diesem Bereich beschäftigen wird.
Ob eine glatte Rasur, ein Bart oder als Zwischenform der 'Drei-Tage-Bart' zum eigenen Typ paßt, sollte jeder männliche Kursteilnehmer für sich entscheiden und eventuell einfach mal alles drei ausprobieren. Vorsicht ist dabei beim 'Drei-Tage-Bart' geboten, da dieser leicht als mangelndes Pflegebewußtsein ausgelegt werden kann und man in den gleichen Topf wie fettige Haare geworfen wird.
Bei weiblichen Kursteilnehmer ist ein Bart unbedingt zu entfernen, so sehr die Emanzipationswelle dies aus verurteilt und Anwaltsgehilfen in Fernsehserien damit herumlaufen. 95% der männlichen Os finden einen Frauenbart abstoßend!
Bei der Pflege sollten die Kopfhaare nicht vernachlässigt werden und regelmäßig den prüfenden Blicken eines diesbezüglichen Fachmanns (Berufsbezeichnung: Friseur) überlassen werden. Auch wenn in den meisten Fällen der Kamm vor jedem Anmachfeldzug eingesetzt werden sollte, so kann es Ausnahmen und Frisuren geben, die gerade dessen Anwendung verbieten. Der Einsatz von Gel oder gar Pomade ist heute kaum noch verbreitet und gerade für Anfänger besteht die Gefahr, des Guten zu viel zu tun und so im heißen Discolicht zur triefenden und tropfenden Altöltonne zu werden, die niemand gerne ansieht, geschweige denn anfaßt.
Nun fehlen nur noch die passenden Socken und Schuhe. Ist die weiße Tennissocke mit roten und blauen Streifen im Aussterben begriffen, was bis hin zu Diskriminierungen von entsprechenden notorischen Trägern gehen kann, so erfreut sich Omas alte Wollsocke selbst bei hohen sommerlichen Temperaturen einer Renaissance. Ab einem gewissen höheren Alten können auch schwarze Strümpfe getragen werden, bei Jugendlichen ist dieses nur im Trauerfall zu empfehlen. Jedoch setzt sich Schwarz als neue Modefarbe immer mehr durch und untergräbt so jede Bemühung von Verkehrsexperten, Signalfarben zu etablieren. Ein Blick in einschlägige Modezeitschriften oder in eine angesagte Dailysoape kann da aktuellere Informationen liefern.
Ähnliches gilt für die Schuhe. So ist die Zeit der 'Schacks' dabei auszuklingen, und eine neue Generation von sportlichen Schnürschuhen tritt an ihre Stelle. Bitte informieren Sie sich vorher, was gerade in Ihrer Gegend angesagt ist oder sehen Sie Ihren Freunden einfach mal auf die Füße.
Mit diesen Tips sollten es für Sie möglich sein, ein weites Spektrum an Os für sich gewinnen zu können. Wie oben schon ausgeführt, ist in Sonderfällen auf den Spezialfall noch intensiver einzugehen und eine pragmatische Anpassung gefordert.

'9 In der (Berufs-)Schule/im Hörsaal der Universität etc.

Kaum ein Ort ist besser geeignet, neue Bekanntschaften zu machen, als die Schule bzw. eine ihr artverwandte Einrichtung. Gerade für auch Ältere gibt es unzählige Möglichkeiten, eine Schule zu besuchen. Das geht von der Fahrschule über Studium und Weiterbildungsseminare bis hin zu den oft unterschätzten und belächelten Volkshochschulkursen, wie sie jede kleinere allgemeinbildende Schule am Ort anbietet.
Allen gemeinsam ist, daß man mit einer reihe Gleichgesinnten in einem Raum abseits des Lärms einer Disco beisammen sitzt und so ausgiebige Möglichkeiten der gemächlichen, streßfreien Kontaktaufnahme bestehen.
Nun mag der aufmerksame Leser einwänden, daß während des Unterrichts bzw. der Vorlesung nur sehr eingeschränkte Gelegenheiten etwa zum Gespräch vorliegen. Das stimmt natürlich und möchte man nicht unangenehm auffallen, so sollte man versuchen, Ruhe zu wahren, selbst wenn die O direkt neben einem sitzen sollte. Da ich annehme, daß die Leser meines Kurses zum größten Teil erwachsen sind, werde ich an dieser Stelle auch nicht weiter auf das bei Schulkindern so beliebte 'Zettelschreiben und Weitergeben' eingehen, da dieses ab einem gewissen Alter doch arg peinlich wirken kann.
Doch trotz der verordneten Stille kann man diese Zeit sinnvoll nutzen. So kann man in Ruhe die Mitstudenten studieren (man möge mir dieses kleine Wortspiel entschuldigen) und sich die passenden Os herauspicken. Auch kann schon einmal der erste vorsichtige Blickkontakt gesucht werden, jedoch bitte kein Anstarren, nicht mehr im '9 des BT!
Sollte sich gleich die Tisch-/Banknachbarin als geeignet herausstellen (kann bei der ersten Platzsuche auch zum eigenen Vorteil beeinflußt werden, siehe hierzu Ausführungen zur Busfahrt und Wahl der passenden O am Strand), so ist das oberste Gebot: Ruhe bewahren und nicht durch hektische Bewegungen oder Schweißausbruch negativ auffallen. Ruhig erst einmal so tun, als folge man aufmerksam dem Unterricht/der Vorlesung. Nicht krampfhaft den Kontakt suchen, abwarten. Gerade fehlendes Arbeitsmaterial/Bücher sind hervorragend geeignet, sich näher zu kommen. Je nach Geschmack empfiehlt es sich dazu, entweder alle möglichen Materialien immer dabeizuhaben (sehr aufwendig) oder nur das Nötigste und dann die O um Aushilfe zu bitten. Die zweite Möglichkeit verspricht zwar einen größeren Erfolg, jedoch kann es auch spätestens beim dritten Mal als Schluderigkeit ausgelegt werden. Optimal ist ein zufälliges Abwechseln zwischen Dabeihaben und Vergessen.Hängt man erst einmal mit der O gemeinsam über einem Buch, so ergeben sich Kontakte meist automatisch. Ruhig der O die Führung der Lesegeschwindigkeit überlassen, nicht drängen. Außerdem ist bei eigenen Büchern auf ordentliche Führung zu achten. Fällt der O beim Aufblättern das halbe Mittagessen entgegen oder sind ganze Abschnitte durch undefinierte Flecken bis zur Unleserlichkeit verwischt, so sollte von einem Mithineinsehenlassen der O abgesehen werden. Am besten vor jeder Vorlesung das Material auf Verunreinigungen untersuchen.
Leider sind nur die wenigsten in der Lage, wirkliche sechzig Minuten oder mehr neben einer ansehnlichen O zu sitzen, ohne ständig über das eigene Verhalten nachzudenken. Und in dem Bemühen, ständig ein optimales Bild von sich abzugeben, verkrampft mein leicht und nach außen hin entsteht der Eindruck eines zappelnden Nervöslings. Empfehlenswert ist es, sich zunächst eine angenehme Sitzposition auszuwählen (nicht liegen), um dann für eine gewisse Zeit alles zu vergessen und sich vielleicht sogar auf den Unterricht/ die Vorlesung zu konzentrieren. Ca. alle fünf bis zahn Minuten die eigene Stellung überprüfen und nötigenfalls Korrekturen vornehmen, dann wieder auf andere Dinge konzentrieren usw., usf. Ich weiß, dies ist schwer, doch mit ein wenig Übung hat man schnell den Bogen raus, versprochen!
Sollte die O gar in der Stunde eine Frage an sie richten, nicht die Fassung verlieren. Ruhig und ohne Druck nachdenken und versuchen im Zweifelsfall eine kurze, vieldeutige Antwort zu finden, mit der man sich keine Blöße gibt. Aber da die O gefragt hat, ist auch ein Schulterzucken kein Beinbruch, solange es Selbstbewußtsein ausstrahlt und sicher ohne Verwackeln rüberkommt. Vielleicht kommt man ja gerade über diese Frage nach dem Unterricht in ein Gespräch!
Insgesamt kann während der Vorlesung nur die Vorarbeit geleistet werden. Die besten Möglichkeiten und Chancen ergeben sich entweder kurz davor, kurz danach oder in der Pause. Auch gemeinsame Treffen des Kurses/ der Klasse sind hervorragend zur Kontaktaufnahme geeignet und ermöglichen selbst dem Gehemmten optimale Entfaltungsmöglichkeiten.
Man muß nicht unbedingt den 'Klassenclown' spielen, um Beliebtheit zu erhaschen. Natürlich, hier und da ein 'flotter Spruch', eingebettet in eine niveauvolle Antwort auch auf Fragen des Lehrers/Leiters/Professors kann das eigene Selbstbewußtsein beflügeln und positiv auf die Os wirken. Doch sollte man es auf keinen Fall übertreiben. Spätestens wenn der zweite 'Spruch' innerhalb von fünfzehn Minuten niemanden zum Lachen gebracht hat und alles Sie nur still und betroffen ansieht, ist es Zeit, etwas zu ändern und auf Kompetenz zu setzen.

Doch selbst wenn man Erfolg mit seinen Einlagen hat, es nicht bis zur Albernheit und Karikatur seiner selbst treiben. Es besser bei Andeutungen und außergewöhnlichen Formulierungen belassen, als ganze Witze zu präsentieren. Es ist äußerst schwer, selbst herauszuhören, ob da nun über den Spruch oder über einen selbst gelacht wird. Deshalb sollte man das 'Kasperspielen' besser den anderen überlassen. Es kann auch stets nur eine Hilfe sein, nicht jedoch das ganze Programm. Die Bewährungsprobe kommt danach!

'10 Die Zeitungsanzeige

Eine bequeme, jedoch auch mit einer Reihe von Problemen behaftete Methode, ist das Aufgeben oder das Antworten auf eine Anzeige in einer der zahllosen Stadtmagazine und regionalen Zeitungen. Jedoch gerade die dafür prädestinierte Gruppe der etwas schüchternen, meist von der Natur nicht mit allen Gaben der Schönheit gesegneten Kursteilnehmer wird dadurch nicht selten mit Situationen konfrontiert, die nicht jeder so leicht bewältigen kann. Daher sollte das Heranziehen einer Anzeige erst dann in Betracht gezogen werden, wenn man (aus welchen Gründen auch immer) an den anderen hier aufgezeigte Methoden gescheitert ist und auch keine Chancen mehr in ihnen sieht. Ansonsten drohen herbe Rückschläge und Enttäuschungen, die ein starkes Seelengleichgewicht fordern. Wer mit hohem Selbstbewußtsein ausgestattet ist, dem sei es ungenommen, sozusagen zum 'Spaß' auch einmal die hier erklärten Dinge auszuprobieren, und wenn es einfach nur die eigene Neugierde befriedigen sollte. Jedoch sollte auch dann dieser Paragraph nicht der Erste sein!

I) Antworten auf Anzeigen
Am einfachsten ist es, auf eine Anzeige zu antworten. Dabei liegt die Hauptaufgabe in der Auswahl aus dem schier unüberblicklichen Angebot. Zunächst glaubt man, hunderte Briefe ausschicken zu müssen, um diesem gerecht zu werden. Ein Text scheint 'verlockender' als der andere zu sein. Alle sehen sie sportlich aus, sind intelligent, sind gesellig, unkompliziert und suchen nur jemanden zum Kennenlernen.
ALLES QUATSCH!
Solche perfekten Os gibt es nicht. Und wenn, werden sie etwas Besseres zu tun haben, als eine solche Anzeige aufzugeben. Es muß einen Grund geben, weshalb diese armen Menschen sich genötigt fühlen, auf diesem 'unnatürlichen' Wege eine/einen O zu finden.
Sie weisen einen 'Defekt' auf, der es ihnen nicht erlaubt, in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas passendes zu finden. Dieses muß man sich klar machen, bevor man auf eine entsprechende Anzeige antwortet. Die Märchenprinzessin/ den Märchenprinzen aus dem Versandhaus gibt es nicht!
Somit ist es für Sie unumgänglich sich einige Tricks anzueignen, um die Anzeigentexte RICHTIG zu lesen. Wie beim erlernen einer Fremdsprache kommt es hierbei zunächst nur auf einige wichtige Signalwörter an.
Zum tieferen Verständnis ist es nötig, die Motivationen von Kontaktanzeigenaufgebern in zwei Gruppen zu unterteilen.

a) Die von sexuellen Motiven Gesteuerten
Auch wenn ich auf die zwischenmenschliche Sexualität in diesem Kurs nicht weiter eingehen werde, setze ich doch entsprechende Schulkenntnisse voraus. Die reichen für das hier benötigte Verständnis auch voll aus. Für tiefergehende Informationen verweise ich auf einen Nachfolgeband.
Ich habe diese Gruppe an den Anfang gestellt, da sie sich am Leichtesten behandeln läßt. Für die Kursteilnehmer dieses Anfängerlehrgangs sind dies die zu meidenen Anzeigen, da sie nur etwas für Fortgeschrittene sind und Anfänger leicht daran kaputt gehen.
Den Verfassern (V) solcher Anzeigen geht es ausschließlich um ihren Spaß. Zu außersexuellen Beziehungen sind sie nur schwer fähig. Eher selten sind Vs, die außer ihrer 'Sucht' keinerlei Defekte aufweisen und nur einfach ihre gesamte Nachbarschaft schon 'abgegrast' haben. Dies sind echte Profis, die nur noch nicht den Schritt in den kommerziellen Bereich gewagt haben und ihre Qualitäten zum Amateurpreis (z.B. ein Abendessen) anbieten. Sie sind vor allem auf ihre eigene Befriedigung aus. Wer so etwas mag, kann hier Glück haben und ein Schnäppchen machen.
Leider sind diese gutaussehenden Halbprofis mit suchtgetragenem Handeln sehr selten. Häufiger sind entsprechend Veranlagte, die wegen ihres Äußeren/Inneren im näheren Umfeld nicht zum Zuge gekommen sind und nun hoffen, über die Anzeige das Geld für den Profi (Fachausdruck: 'Prostituierte') zu sparen. Hier kann die Enttäuschung schnell da sein und die erträumte Claudia Schiffer oder der Mel Gibsen wird schnell zum Günther Strack oder zur Else Kling!
Leider sind diese Anzeigen nur selten für den Leihen von 'Seriösen' zu unterscheiden. Oft kommt es auf ein einziges Wort an, das alles vorherige liebliche Gesäusel in das harte Licht des puren Sexes stellt. So findet man Anzeigen mit dem Wortlaut 'Suche geile Frau (starken Mann), die (der) gerne mal wieder ...' eher selten. Auch die metaphorischen Parallelismen a' la 'Kiefernhöhle sucht steilen Zahn zwecks Wurzelbehandlung', bei denen man auch als Anfänger noch mit ein wenig Phantasie erkennen kann, daß es nicht um den wissenschaftlichen Austausch unter Oralmedizinern geht, in der Unterzahl. Viel häufiger wird lang und breit von einem gemütlichen Beisammensein erzählt, dessen Beschreibung dann mit den harmlosen Worten endet: 'Näherkommen nicht ausgeschlossen', '...und eventuell mehr' oder gar nur 'Partnerin zum Anlehnen gesucht'.
Es sei ein für alle Male gesagt: Diese Menschen suchen NUR und AUSSCHLIEßLICH jemanden für die Nacht und das vorher ausgebreitete Drumherum entpuppt sich schnell als zweiminütiges Vorspiel. Die wollen SEX mehr nicht. Mag da noch so viel von 'Romantik' oder 'nettem Beisammensein' die Rede sein. Sex, nicht mehr und nicht weniger. Und für sensible Anfänger nicht der rechte Weg, Erfahrungen zu sammeln!

b) Die 'ernsten' Absichten
Wie schon erwähnt, ist diese Gruppe nur schwer von der ersten zu trennen. Nicht, daß es sie nicht gebe, doch sollte man sich darauf einstellen, daß 90% der Anzeigen mehr und minder eindeutig der ersten Gruppe zugeordnet werden müssen. Für Sie als Anfänger müssen hier auch noch die mit 'weitergehend ernsten Absichten' ausgesondert werden (weitere 8%). Dies sind frustrierte, meist ältere Kontaktschwächlinge, die erst spät, mit Fertigstellung der Ausbildung oder gar erst mit der Rente erkannt haben, daß das Leben aus mehr, als nur Arbeit besteht, und nun versuchen, auf diese Weise etwas 'für das Leben' zu finden. Leider sind diese armen Menschen auch nicht in der Lage, die Mühsal eines Kurses wie diesen auf sich zu nehmen, sondern sie wollen gleich den Erfolg, ohne Einsatz von viel Energie (die haben sie schon vorher verbraucht), nur unter Einbringung von einigen von der Steuer absetzbaren Mark für die Zeitungsanzeige.
Diese Leute sind selbst blutige Anfänger, ohne daß bei ihnen der Wille zur Weiterbildung besteht und daher für Sie vollkommen ungeeignet. Zwar ist oft Geld bei diesen Menschen vorhanden, doch geht oft eine gewisse Geizigkeit mit einher, so daß man selbst zum ersten Rendezvous lieber ein paar Scheine zum Selberzahlen mitbringen sollte.
Die restlichen 2% sind nun entweder Witzbolde, die nur mal sehen wollen, was für 'Kontaktneurotiker' da tatsächlich antworten (1,5%) und nur 0,5% Leute wie Sie. Sie sehen also schon, auf was für ein Glücksspiel sie sich einlassen, sollten Sie diese Kontaktsuchmöglichkeit nutzen. Also, wie schon erwähnt: Generell Hände weg.
II) Schalten einer eigenen Anzeige
Ein wenig mehr Chancen verspricht das eigene Aufgeben einer Anzeige. Jedoch sollte man tunlichst zweideutige Bemerkungen vermeiden, will man nicht von eindeutigen Angeboten überschwämmt werden. Allerdings befindet man sich als Anzeigenverfasser dann in der glücklicheren Lage, dem ganzen noch eine Portion Humor entgegenzubringen, ohne daß man gegenüber anderen sein Gesicht verliert. Erst wenn es um die richtige Auswahl der wiederum zweideutigen Antworten geht, wird es ernst. Wie schon bei Ia erläutert, ist hier viel Phantasie und noch mehr Glück im Spiel.
Daher meine Empfehlung: wenn Sie unbedingt eine Anzeige aufgeben und dieses nicht nur tun, um sich über ihre Mitbewerber lustig zu machen, dann sollten Sie, um Mißverständnisse zu vermeiden, in dem Anzeigentext auf diesen Kurs verweisen. Dann weiß jeder, welches ihre wahren Absichten sind und die zweideutig-eindeutigen Angebote halten sich in Grenzen. So findet man Menschen, die sich in der gleichen Lage wie Sie befinden, oder diesen Kurs schon mit Erfolg beendet haben und nun von ihren Erfahrungen berichten können. Auf diese Weise haben sich schon in vielen bundesdeutschen Städten regelrechte Selbsthilfegruppen gebildet, die auch interne praktische Seminare anbieten. Hier möchte ich auf die Adressenliste am Ende des Buches verweisen.

Sollte man sich tatsächlich einige potentiell interessante Anzeigen/Antworten herausgesucht haben, so sei hier der unbedingte Rat gegeben, sich VOR dem ersten Treffen Photos und einige Lebensdaten unverbindlich zuschicken zu lassen. So können schon im Vorwege einige grobe Schnitzer ausgesondert werden und das Enttäuschungspotential beim realen Treffen wird gesenkt. Keine Angst, falls man damit einigen anscheinend netten Menschen eine Absage erteilen muß. Die meisten sind das gewöhnt und es soll sogar einige geben, die gerade dieses bezwecken und nichts lieber machen, als mit ihrer scheinbaren Unbeliebtheit im Bekanntenkreis zu prahlen.
Hat man sich nach einigem Hin und Her (schriftlich oder telephonisch) von der eventuellen Geeignetheit des anderen überzeugt, so sollte ein neutraler Ort als Treffpunkt gewählt werden. Niemals die andere oder eigene Wohnung dafür aussuchen. Mag dies auch noch so vielversprechend gemütlich werden. Gerade 'Gemütlichkeit' ist ein eindeutiges Zeichen für einen Menschen der Gruppe a.
Besser ein vielbesuchtes Restaurant oder ein Kino vorschlagen. Da sind viele Menschen, dort herrscht gelöstere Stimmung und es gibt eine reihe guter Gesprächsthemen, die über die ersten Schwellen hinweghelfen (siehe auch unter 'Kino' etc).
Doch bitte nicht all zu enttäuscht sein, wenn es beim ersten Mal nicht gleich der Traumprinz aus den Briefen ist. Merken Sie sich: einen Defekt haben sie alle und nur die wenigen Heiligen können ihn bis hin zum Sterbebett verheimlichen!

'11 Das Ausspannen

Auch wenn es Sie als Kursteilnehmer allmählich ermüden sollte, auch für das 'professionell' betriebene Ausspannen gilt, daß es im Prinzip nur etwas für Fortgeschrittene mit einiger Erfahrung geeignet ist (vgl. auch AT). Daß ich es trotzdem schon in diesem ersten Band anspreche, liegt daran, daß ich in den vielen Jahren meiner Lehrertätigkeit die Erfahrung gemacht habe, daß der zwischenmenschliche Bereich seine eigenen Gesetze hat. Das macht das Forschen in diesem Fach nicht nur so kompliziert, sondern auch entsprechend interessant. Jeder Fall ist anders, jede Situation erfordert erneute volle Konzentration und jede O hat andere Vorlieben, die es gilt, rechtzeitig herauszufinden. Stellt sich in anderen Fakultäten in vielen Dingen schnell eine ermüdende Routine ein, so wäre das im Fall der Anmache tödlich. Natürlich nicht tödlich im medizinischen Sinne... aber ich schweife ab.
Was ich sagen möchte, ist, daß schon beim Aussuchen der passenden O mannigfaltige Gefühle mitspielen, die alle aufzuzählen an Unmöglichkeit grenzt (daher auch der Ausdruck 'Feeling-Meltingpot'). Leihenhaft werden diese Gefühle oft mit dem Begriff 'Liebe' überschrieben, was jedoch in Ermangelung einer sachgerechten Definition als zu ungenau anzusehen ist. Ich ziehe den präziseren Ausdruck der 'Gefühle, die die Gedanken bis ins Irrationale treiben können in Verbindung mit motorisch unkontrollierbarer Ausschüttung von variierenen Hormonportionen in undefinierter Menge und Leistung' vor. Nun wird mir der eine oder andere Kritiker meiner Lehren entgegenhalten wollen, daß dieser Ausdruck doch recht lang ist. Recht haben sie und so werde ich mich allein schon aus Platzgründen für meine weiteren Ausführungen auf den unpräzisen Begriff der 'Liebe' reduzieren, was auch den Vorteil hat, daß es selbst ungebildeten Anfängern möglich ist, durch eine Parallelwertung in der Leihenssphäre dem Beschriebenen zu folgen.
Ich möchte mich auch nicht weiteren großen Ausführungen über die 'Liebe' hier auslassen. Die 'Liebe' ist hoch umstritten, zu tiefst undefiniert und wird für die verschiedensten Dinge und sogar Sachen benutzt (vgl. 'das geliebte Auto' oder 'Liebe geht durch den Magen').
Es reicht zu wissen, daß sie in der Lage ist, bei entsprechend veranlagten Menschen zu Fiebersymtomen zu führen und irrationale Reaktionen provoziert.
Gerade diese irrationalen Reaktionen sind es - und nun schlage ich den Bogen zurück zu unserem Ausgangsproblem - die die Menschen fest auf eine (!) bestimmte O einrasten lassen und nur unter großen Qualen davon wieder zu lösen sind. Man sagt: 'er ist verliebt'!
Kommt dieses vor (und daß ist gar nicht einmal so selten), so werden Alternativen nicht einmal mehr in Betracht gezogen und der 'Verliebte' hat nur noch die O im Kopf. Und nicht immer ist die 'geliebte' O frei von anderen 'Liebhabern', die vor Ihnen da waren.
Da mir selbst dieses Verhalten im Gefühlswirrwarr der 'Liebe' nicht vollkommen fremd ist, ist es mir ein Anliegen, doch einige allgemeine einfache Ratschläge zu dem Thema schon in diesen Anfängerband aufzunehmen, um zumindest die minderschweren Fälle bewältigbar zu machen. Wohl ist mir bekannt, auf welch gefährliches Terrain ich mich hier begebe. Doch ich glaube, es Ihnen, meinen treuen Kursteilnehmer, schuldigzuseien. Für tiefergehende Informationen und Lösungsansätzen bei selbst jahrelangen, festen Beziehungen sei allerdings auf meinen Nachfolgeband verwiesen.

Zunächst sei allerdings noch einmal eindringlich an Ihr Gewissen appelliert. Das Ausspannen ist immer mit tiefen Gefühlen verbunden, die verletzt werden können und bis hin zu Selbstmordgedanken fortentwickelt werden können. Denken Sie also auch an Ihren Widersacher, haben Sie Mitleid. Er ist ein Mensch wie Sie! Und wenn es nicht klappt, nehmen Sie es nicht zu hart. Das Leben geht weiter und morgen ist auch noch ein Tag. Seien Sie lieber froh, den Kopf frei zu haben, um unbelastet neuen Os entgegenzusehen.
Sind Sie immer noch nicht von der O abgekommen, hier nun einige einfache Hinweise und Rezepte, die zumindest helfen können, leichte Bindungen der O aufzubrechen.

Andererseits, auch auf die Gefahr hin, mich zu widersprechen, ist die Situation meist gar nicht so hoffnungslos, wie man auf den ersten Blick meinen möchte. Gehören Sie zu denjenigen, die sich von meinen bisherigen Ausführungen nicht haben abschrecken lassen und sogar glauben, welche Tips auch immer ich hier Ihnen bieten werde, gegen den 'Prachtkerl von Freund der O' kämen Sie doch eh nicht an und Sie würden nie wieder in Ihrem Leben glücklich werden, dann möchte ich Ihnen zwei Dinge sagen:
1) Die unter dem Sammelbegriff 'Liebeskummer' zusammengefaßte tiefe Depression und Selbstbemitleidung geht schneller vorüber, als man denken mag. Schon nach wenigen Tagen stellt sich meist eine spürbare Verbesserung der Laune ein. Das mag Ihnen im Moment noch völlig undenkbar erscheinen, doch glauben Sie einem erfahrenen Mann. Denn andernfalls müßte der größte Teil der Menschheit ständig in Selbstmordlaune sein, was ihr nie erlaubt hätte, je den Busch die Bäume zu verlassen.
2) Der angebliche 'Prachtkerl' kocht auch nur mit Wasser. Mag er auf den ersten Blick für Sie auch noch so perfekt und Sie dagegen der häßliche Sonderling sein, seien Sie gewiß, es sind gerade und oft auch nur die kleinen Dinge, die die Welt, in diesem Falle die O, bewegen. Dabei muß die 'Kleinigkeit' gar nicht einmal 'besser' sein, als bei dem Anderen. Oft muß es einfach nur 'anders' sein. Mag er auch noch so der tolle Hengst sein, ständig einen 'coolen Spruch' auf den Lippen haben, eine Flasche Wodka auf Ex trinken können ohne umzufallen, reich, schön, Bodybilder und bei Jedermann beliebt sein, so kann gerade dieser Perfektionismus Ihre Chance sein. Einen Defekt haben sie alle (s.o.) und Sie haben IMMER eine Chance.

Nun möchte ich nicht zu sehr die Werbetrommel für das Ausspannen rühren und doch empfehlen, noch einmal den Anfang des Paragraphen aufmerksam durchzulesen. Hat man dieses einige Male getan und ist noch immer keine Besinnung eingetreten, so ist Ihnen wahrscheinlich tatsächlich nicht mehr zu helfen. Doch gerade dafür machen Sie ja diesen Kurs.

Zunächst müssen Sie sich von allen film- und fernsehgeprägten Methoden der 'Nebenbuhlerbeseitigung' frei machen. Unbenommen ist ein sauberer Mord die endgültigste Art, die O wieder solo zu bekommen. Doch sagen Sie selbst, ist Sie das wert? Einmal abgesehen von den ethischen Bedenken, ist der perfekte Mord seltener als ein Sechser im Lotto. Und perfekt muß er schon sein, will man nicht, daß die Gefühle der O ins Gegenteil umschlagen und Sie als den Mörder Ihres Geliebten am liebsten selbst ins Grab bringen möchte. Ein solches Leben mit der O kann zur täglichen Bedrohung vom vergifteten Frühstück bis hin zum Skorpion im Bett werden. Und sollten Sie, was zu erwarten ist, alsbald einem ordentlichen Strafrichter der Angelegenheit wegen vorsprechen müssen, so ist es mit der praktischen Anwendung der bis hierher gesammelten Kenntnisse im Kennenlernen des anderen Geschlechts für viele viele Jahre vorbei.
Wie Sie selbst schon gemerkt haben werden, bin ich ein überzeugter Feind aller tätlichen Vorgehensweisen, eine O zu erreichen, einmal abgesehen davon, daß es der eh schon rückläufigen Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik nicht zuträglich ist.Hat man sich also von Mord- und Kastrationsgelüsten frei gemacht, so gibt es andere, ähnlich effektive Methoden, das 'Herz der O' zu gewinnen.
Gerade bei noch nicht all zu langen Beziehungen der O, ist es das Einfachste und Sicherste, einfach die alten, oben eingeübten Techniken anzuwenden, in der Hoffnung, so schließlich als 'bessere Wahl' das Rennen um die Gunst der O zu machen. Da in diesem Fall noch ein in Führung liegender Gegenkandidat im Spiel ist, muß schon ein wenig mehr Einsatz gebracht werden, als im Normalfall. Doch nicht übertreiben. Schnell kommt man in den Verruf, ein Absatz der O zu werden und wenn man all zu deutlich seine Absichten preisgibt, wird die Gefahr des unrühmhaften Rückzuges nur noch größer. Nicht täglich die O belästigen, ruhig so tun, als akzeptiere man die derzeitige Beziehung mit dem Fremden. Die O muß aus sich selbst den Wechsel wollen. Drängt man ihn ihr auf, so kann das leicht als Bevormundung verstanden werden.
Einige kleinere Sticheleien in Richtung des 'Anderen' (A) können ruhig unterschwellig in Gespräche eingebaut werden. Doch nie gemein werden oder gar ordinär.
Hierfür ist es vorteilhaft, wenn man zuvor einige Fakten über den A herausbekommen hat. Doch Achtung: der A ist kein Politiker und Sie keine Klatschzeitung. Sie wollen seriös und mit Anstand gewinnen. Es ist bei weitem nicht erforderlich, nun den A zum Homosexuellen, Kinderschänder oder Computerfreak zu machen. Es reichen leichte Hinweise auf wechselnde PartnerInnen und den Unverstand im Bezug auf lebenswichtige Verhaltensweisen. Aber vorsicht, nicht in Wunden stochern, die bei einem selbst noch bluten. So bringt es nichts, den A als politischen Ignorant darzustellen, der nicht einmal wisse, wer im Bundestag sitzt, wenn man selber politisch keine Ahnung hat.
Kurz, sind Sie nicht gerade ein retorisches Wunder, sollte man sich auf das Herausstellen der eigenen Vorteile beschränken und die nötigen Schlüsse die O selber ziehen lassen.
Ähnliches gilt für die direkte Konfrontation, die nur wirklich nervenstarken Kursteilnehmer empfohlen werden kann. Zwar mag so manchen das Mitgefühl mit dem A überwinden und so von sich aus die Sache mit der O aufgeben, doch meist endet ein solches Treffen eher im Angiften und Wechseln persönlicher Beleidigungen im Minutentakt. Daß dies eine beistehende O nicht beglücken dürfte, sollte jedem einleuchten. Immerhin besteht hier die Möglichkeit, daß auch der A Federn lassen muß.
Am erfolgversprechensden, aber auch langwierigsden, ist das einfache Abwarten auf Fehler des A. Damit meine ich nicht nur, daß Sie so lange warten sollten, bis sich die O vom A aus freien Stücken trennt, sondern einfach die Chance zu nutzen, in die Kerbe einer Schwäche des A mit voller Kraft einzudreschen. Sei es zum Beispiel die mangelnde Reiselust des A und das eigene Angebot, doch dann mit der O auf Fahrt zu gehen. Normalerweise wird ein A es dann nicht so weit kommen lassen, doch geht er angeschlagen aus dem Kampf hervor und der nächste Schlag kann denn Sieg bringen. Es muß noch nicht einmal eine lange Reise sein, beinahe ebenso wirkungsvoll ist es, die O für Gänge zur Disco, ins Konzert oder auf ein Festival zu gewinnen, mit dem Wissen, daß der A genau diese Dinge verabscheut. Natürlich ist hierbei zu beachten, daß die O auch das Entsprechende mag, um nicht selber als 'seltsam veranlagter Kauz' zu gelten. Aber nach den bisherigen Lektionen dieses Kurses sehe ich da keine Probleme bei Ihnen, das Richtige auszuwählen!
Gerade bei weiblichen Os sei hier der Tip gegeben, daß diese oftmals sehr gerne tanzen! Und in meiner jahrelangen Erfahrung und aus hunderten von Gesprächen habe ich erfahren, daß es beinahe ebensoviele männliche As gibt, die vom Tanzen überhaupt nichts halten. Forschen Sie ruhig mal in diese Richtung, vielleicht liegt ja auch bei Ihnen ein solcher Fall vor. Dann wäre es gut, vor einem entsprechenden Angebot, einen Auffrischungskursus im Tanzen mitzumachen (Adressen, siehe örtliches Branchenverzeichnis). Das Standardprogramm reicht zunächst aus. Aber etwas mehr als der obligatorische Discofox sollte es schon sein. Dann steht einem auch körperlich nahen Abend nichts im Wege.
Sollte man auf diese Weise tatsächlich für eine gewisse Zeit mit der O allein sein, nicht in all zu große Euphorie verfallen. Nicht gleich mit einem 'dein Freund ist ja ein sonderbarer Typ' das Gespräch beginnen. Abwarten, bis die O selbst in eine solche Richtung lenkt. Ruhig zunächst als Ablenkungsmanöver den A ein wenig verteidigen, mag es auch schwer fallen. Doch dieses wird eine normalveranlagte O nur noch mehr in ihrer Meinung bestätigen. Dieses 'Kontrageben' ist eine uralte Eigenschaft der Menschheit und hat bisher alle Versuche der Etablierung einer objektiven Diskussionskultur überstanden. Man sage das Gegenteil von dem, was man in Wirklichkeit meint und schnell hat man den anderen von der eigenen wahren Auffassung überzeugt. Probieren Sie es aus! Und außerdem kann Ihnen so niemand später vorwerfen, Sie hätten der O den A ausgespannt.
Sie brauchen der O im übrigen nicht gleich beim ersten so gearteten Treffen ein Trennungsversprechen vom A abringen. Je länger und intensiver die Beziehung zwischen O und A war, um so länger und hartnäckiger müssen Sie jede Chance dieser Art nutzen. Steter Tropfen höhlt den Stein. Und eine Verabredung am Ende eines gemeinsamen Discobesuchs, dieses doch alls bald zu wiederholen, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.
Leider ist es nun so, daß viele der As nicht dumm und gefühllos sind. Und sollten diese nicht sowieso gerade vor gehabt haben, sich von der O zu trennen, so werden sie mit aller Macht versuchen, gegenzuhalten. Leider gibt es da keine Patentrezepte und es gilt das sportliche Motto, daß der Bessere gewinnt. Ihre Aufgabe ist es nun, dieser 'Bessere' zu sein und dieses der O verständlich zu machen.

Ein besonderes Problem sind die As, die man schon vorher kannte, vielleicht sogar zeitweise als Freunde betrachtete. Eines sollten Sie sich dabei klar machen: eine derartige Freundschaft sollte möglichst schon vorher aufgekündigt worden sein, denn wenn Sie wirklich die O wollen und nicht gerade auf den einzigen Heiligen im Lande treffen, so bedeutet dies das Ende aller Freundschaft zum A. Es gibt zwar auch Möglichkeiten, über unterschwellige Wege eine Pseudofreundschaft nach außen hin aufrecht zu erhalten, doch seien Sie gewissen: Innen, da brodelt es in jedem Moment, in dem entweder Sie oder der A mit der O zusammen sind.
Da ist es besser, sich schon lange vorher von derartig Belastendem freizumachen. Sind Sie dazu nicht bereit, so lege ich Ihnen noch einmal die ersten Absätze dieses Paragraphen ans Herz. Alles haben zu wollen geht einfach nicht!
Andererseits hat es natürlich auch einige Vorteil, den A schon vorher gut gekannt zu haben. Nicht nur, daß man viel mehr Munition hat ('Weißt Du noch, wie wir damals im Wald verstecken gespielt haben und Du beim ersten Anzeichen von Dämmerung schreiend zu Deiner Mama gerannt bist? Jaja, das waren noch Zeiten... Aber viel verändert hat sich ja nicht!'), auch weiß man um die Schwächen des anderen und es ist auch dem geschicktesten A nur sehr schwer möglich, seine O aus allem herauszuhalten, was er mit seinen anderen Freunden macht.
Kurz: Viele Gelegenheiten, große Angriffsflächen und viel Wissen gegenüber einer Freundschaft, die nur gegenüber der Außenwelt existiert und spätestens nach der dritten direkten Konfrontation in Haß umschlägt. Was Ihnen lieber ist, mögen Sie bitte selbst entscheiden. Ich habe Ihnen gesagt, daß es nicht einfach ist und möchte doch dringend Anraten, meinen Nachfolgekurs zu kaufen und zu lesen, bevor man irgendwelche unbedachten Schritte unternimmt, die man später bereuen könnte. Zu viel wird in diesem Bereich falsch gemacht und in annähernd 50 % der Fälle steht am Ende eine Katastrophe, die bei rechtzeitiger Vorbereitung hätte vermieden werden können.
Seien Sie kein Narr, suchen Sie sich eine andere, freie O aus. Erleben Sie das Wunder der 'Liebe' ohne den bitteren Beigeschmack der Vertreibung eines anderen. Denn selbst wenn Sie Ihr Ziel (die Gunst der O und den Haß des A) erreichen sollten, so gibt es keinen Zweifel: noch haben Sie nicht gewonnen. Noch wochen-, monatelang werden Sie ständig an Ihren Vorgänger erinnert werden, werden von der O stündlich einmal mit ihm verglichen werden, Sie werden keine ruhige Minute haben, in der Sie nicht den keuchenden Atem des vertriebenen A im Nacken spüren werden. Beziehungen nach einer Ausspannung haben Ihre eigenen Gesetze und nur die physisch starken halten die kritischen ersten sieben Wochen durch. Erst wenn die O die silberne Kette, die ihr der A zu irgend einem Beziehungsjubiläum geschenkt hatte, 'aus Versehen' im Klosett hinunterspült, können Sie ganz sicher sein, den A besiegt zu haben. Vorher jedoch wird er Ihnen als unsichtbarer Untoter ständig und an jeder Ecke Ihren 'neuen Beziehung' auflauern und für Alles und Jedes als Maßstab herhalten müssen. Es ist nicht leicht, der 'Neue' zu sein, nein, weiß Gott nicht!

'12 Die Partnervermittlung

Sollten Sie tatsächlich die Einschaltung einer professionellen Partnervermittlungsagentur planen, so muß ich erkenne, daß ich in Ihrem Fall mit meinem Kurs kläglich versagt habe.
Weitestgehend gilt hier das schon unter 'Zeitungsanzeigen' aufgezeigte, mit dem Unterschied, daß es hier nicht auf eine Ausgabe im Zehnmark-Bereich beschränkt bleibt. Es muß Ihnen klar sein, daß eine Partnervermittlungsagentur nur wirklich einen Partner sucht, nämlich Sie! Wobei das Ergebnis einer Schmarotzer-Ehe ähnlich ist: der eine bringt das Geld, der andere nimmt es und macht sich ein schönes Leben. Das ganze Unternehmen ist oft so teuer, daß es billiger wäre, sich die Gunst einer überfüllten Riesendisco durch mehrere Lokalrunden zu sichern, als hier Tausende in obskure Firmen zu bezahlen, deren einzige Arbeit im zufälligen Herausziehen einer Karteikarte aus dem Fach des anderen Geschlechts besteht.
Da ist der altmodische Weg, wie ich ihn in diesem Kurs versucht habe aufzuzeigen, um einiges billiger, erfolgsversprechender und natürlicher.Weiter möchte ich mich zu diesem Thema gar nicht auslassen. Lassen Sie die FINGER WEG hiervon, oder überlegen Sie sich, ob das Singledasein nicht doch die bessere Alternative für Sie ist. Fallen Sie nicht auf die breit grinsenden Modellfiguren vom Prospekt hinein. Diese Leute wurden für die Photos bezahlt uns sind die letzten, die die beworbene Agentur nötig hätten.
Machen Sie mich Stolz auf Sie und streichen Sie den Begriff 'Partnervermittlungsagentur' aus Ihrem Wortschatz. Es sei denn, Sie sind angehender Anwalt und wollen mal wirklich seltsame Rechtsfälle lösen. Doch wer will in der heutigen Zeit schon noch Jurist werden?