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ALLGEMEINER TEIL

Der Allgemeine Teil (AT) der Anmache:

Die spontan inspirierte ad-hoc Beziehung

Die spontan inspirierte ad-hoc Beziehung (im weiteren Verlauf abgekürzt 'Siahb') ist unbedingt als Einstieg vor allen anderen zu wählen, da sie notwendige Voraussetzungen und Erfahrungen liefert, die bei den komplizierteren Fällen vorhanden und abrufbar seien müssen. Nur wirklich Fortgeschrittenen und Leuten mit einem ausgeprägten Sinn für das Risiko (Extremsportlern oder Potentiell-Suizidgefährdeten) ist ein Übergehen dieses Kapitels anzuraten. Und selbst dann dürften hier noch einige interessante Fakten enthalten sein, auf die im weiteren Verlauf des Kurses immer wieder zurückgegriffen wird. Die Siahb gehört einfach zum Grundwerkzeug eines jeden Anmachers und bedarf größter Aufmerksamkeit in Verbindung mit sehr viel Übung.
Noch einmal sei es gesagt: dieses Buch kann zwar Anregungen liefern, doch ist es unentbehrlich, das hier Angesprochene möglichst umgehend auch am lebenden Objekt auszuprobieren. Übung macht eben auch hier bekanntlich den Meister!

Beginnen wir mit den Grundlagen. Was zeichnet die Siahb aus und ermöglicht ihr diese herausragende Stellung? Vor allem ist sie die bei weitem meist gebrauchte Beziehung und tritt selbst dann noch auf, wenn man längst glaubt, diese Phase seines Lebens abgeschlossen zu haben (siehe auch unter 'Seitensprung' und 'Beziehungskrise' im Band II).
Ich will keinem Angst machen, doch sei gesagt, daß wer bei der Siahb schon versagt, der sollte doch ernstlich überlegen, ob er nicht andere Beschäftigungsmöglichkeiten suchen, weiter mit Puppen bzw. Eisenbahnen spielen oder eine der zahllosen Vermittlungsinstitute und Dienstleister in Anspruch nehmen sollte (siehe auch 'käufliche Beziehungen' am Anhang).
Doch da die Siahb so verbreitet ist und im Prinzip überall und jederzeit vorkommen kann, erlaubt sie einem auch nach dem zehnten Rückschlag noch die Hoffnung auf die Zukunft. Dies unterscheidet sie von den meisten Prüfungen des Lebens und verhindert das Aussterben der Menschheit (vgl. 'Geschlechtsverkehr'). Mit recht kann man der Siahb das Prädikat der Triebfeder der menschlichen Evolution geben, auch wenn es immer wieder Leute gibt, die gerade dieses verneinen wollen. Doch ich bleibe in diesem Buch bei der herrschenden Meinung und erlaube mir, nur an wenigen Stellen auf Mindermeinungen zu sprechen zu kommen, da in wenigen selten seltenen Fällen Streitentscheidungen anstehen. Verwiesen sei hier auf die zahllose Sekundärliteratur in Handel. Ihr Buchhändler wird sie gerne und ausführlich beraten.

Das typische Merkmal der Siahb ist ihre Spontanität. Ihre ausfüllenden Elemente Mann und Frau kennen sich vorher noch nicht und wenn, dann höchstens vom flüchtigen Sehen.
Wir halten also fest: t-x <12 h, wobei t die Zeit der Eingehung der Siahb und x der Moment der ersten >bewußten= Zurkenntnisnahme des potentiellen Partners ist. Bei den 12 Stunden handelt es sich um einen Erfahrungswert, der in besonderen Situation auch nach oben oder unten schwanken darf (Beachte: nicht der Proband darf schwanken!). Sobald er jedoch die 24er Marke deutlich überschreitet, handelt es sich nicht mehr um die Siahb sondern zumindest um die Piahb (Planungs-inspirierte ad-hoc Beziehung), wenn nicht sogar um eine Laplab (Langzeitplanungs-Beziehung), auf die ich noch zu sprechen kommen werde.
Wer eine Siahb eingehen will, braucht zunächst mindestens zwei Dinge: zum einen, einen Ort, an dem sich üblicherweise mehrere Personen des anderen Geschlechts aufhalten und zum anderen die nötigen Mittel, um diesen Ort zur gewünschten Zeit zu erreichen. Beispiele dafür seien 'Disko und Geld für den Eintritt', 'Party und eine Einladung' oder auch 'Bus und Fahrkarte'. Die Reihe ließe sich beliebig weit fortsetzen. Daneben gibt es eine ganze Anzahl Nebenvoraussetzungen, die jedoch bei genügend großer Phantasie und Spontanität auch umgangen werden können. Erwähnt seien hier nur etwa die sturmfreie Bude, der vermittelnde Freund, das Auto oder Zigaretten und Feuerzeug. Die in älteren Lehrbüchern noch oftmals dazugezählte 'Briefmarkensammlung' lasse ich bewußt außen vor, da sie sich abgenutzt hat und heute kaum noch von Bedeutung ist (höchstens in einigen philatelistisch-angehauchten Kreisen). Moderne Alternativen wären heute die CD-Sammlung, das Cola-Dosen-Bord oder die heimischen Haustiere, so lange sie weder beißen, stinken, noch haaren (Achtung bei Katzen etc.: Allergien beachten!) . Videosammlungen kommen aus Erfahrung nur in seltensten Fällen gut an und sollten möglichst nicht benutzt werden. Ebenso Kondom- / Waffen- und Playboy/girlsammlungen.
Bevor jedoch solche Mittel zum Einsatz kommen, sind einige wichtige Vorarbeiten zu leisten. Als erstes sei dabei die 'Opfersuche' erwähnt. Da der Begriff des 'Opfers' allgemeine Anerkennung in der Fachpresse erlangt hat, werde auch ich ihn hier einsetzen. Jedoch bin ich der Meinung, daß er dazu neigt, falsche Gedanken und Vorstellungen beim Leser zu wecken und der Sache als solches nicht weiter dienlich ist. In Ermangelung an eigenen Ideen und der Kompatibilität zu anderen Werken behalte ich den Ausdruck bei und werde ihn zur Abstraktion mit 'O' abkürzen.

Es gibt Leute, die setzen sich einen Tag lang hin, fein säuberlich vor sich ein Block Papier und ein Bleistift aufgebaut und versuchen mit einem tiefen Blick in ihr Inneres ein Bild von ihrer Traumfrau zu entwerfen. In allen Nuancen wird diese sodann in wohlformulierten Worten festgehalten und von nun an immer zur Kontrolle bei sich getragen. Nicht nur, daß in diesen Fällen in den weit überwiegenden Fällen eine ziemlich exakte Beschreibung von einem selbst herauskommt, ist es auch äußerst lästig, im diffusen Licht einer Disko seine eigene Schrift entziffern zu müssen. Wer meint, diese Vorgehensweise anwenden zu müssen, mag dieses tun und aufpassen, daß die O niemals den Zettel in die Finger bekommt, falls überhaupt je eine O gefunden wird (mir ist bekannt, daß das 'O' zusammen mit dem Neutrum gebraucht werden müßte, allerdings trägt dies nicht zur Verständlichkeit bei und klingt ziemlich beleidigend. Man möge mir diese kleine Unachtsamkeit verzeihen).
Was ich hier propagieren möchte, ist die Spontanität, das Schleifenlassen der eigenen Gefühle, das kurzzeitige Ausschalten aller Rationalität (vgl. auch Eingangssatz). Die eigenen Gefühle wissen meist am besten, was für sie gut ist. Beziehungen, zu denen man sich zwingen muß, ist normalerweise kein langer Bestand beschieden. Und selbst wenn einem der Verstand ständig weismachen will, daß die da doch nun wirklich nichts für einen sei, schon allein, wie sie herumläuft, sich benimmt, albern ist etc... Gegensätze ziehen sich bekanntlich an und wo nun einmal die Liebe hinfällt, da gibt es meist kein Halten mehr. Rationalisten und Logiker mögen da doch eher die virtuelle Liebe zu ihrem Computer suchen.
Ich möchte den Leser nun nicht mit halbweisen Sprüchen abspeisen, doch Gefühle sind viel schwerer vom Gegenteil zu überzeugen als Gedanken. Der geneigte Leser möge sich selbst auf den Prüfstand stellen und überlegen, wie oft er schon Dinge getan hat, von denen er genau wußte, daß sie falsch waren. Man denke nur an das Heer von Kaffeefahrtteilnehmern, die vorher fest erklären, sie würden ja nicht auf den Schwindel der Werbeverkaufsfahrt hereinfallen. Warum werden dann solche Touren überhaupt noch angeboten?
Man muß ganz klar zwischen Kopf und Gefühl trennen. Wenn beide sich streiten, dann ist Vorsicht geboten. Erfahrungsgemäß wird sich in 90% der Fälle das Gefühl durchsetzen. Und sollte es tatsächlich einmal übergangen werden, wird sich das Gefühl beleidigt zurückziehen und einen nie wieder in Ruhe lassen. Mag der Kopf es auch noch so sehr zur Ordnung rufen.

Doch zurück zur Findung der O. Nehmen wir uns mal den Fall der Disko als Ausgangsbeispiel. Man ist alleine gekommen, beginnt sich allmählich an die beißende Luft zu gewöhnen und ist allseits guter Dinge.
Erste Regel: Keep Cool. Klappt es heute nicht, so klappt es morgen. Kein Leistungsdruck, sonst verkrampft man zu schnell. Mit einem Lächeln und einem selbstbewußten 'Ja' auf den Lippen kurz den Raum durchmessen, die Lage sondieren, Position der Notausgänge und Toiletten finden und dann einen nicht all zu abgelegenen Ort zur Beobachtung wählen. Wichtig: Je früher man kommt, um so größer ist die Chance einen Sitzplatz zu ergattern. Ansonsten warten und hoffen.
Um nicht den Eindruck des Deplaziertseins zu erwecken, ist es angebracht, sich ein Getränk zu besorgen (ja nach Geschmack und Geldbeutel mit oder ohne Alkohol, jedoch nicht nur Autofahrer sollten von einem übermäßigen Alkoholgenuß gewarnt werden, zwar enthemmt es auch, doch bei einigen Personen besteht die Gefahr, daß Sie die Kontrolle über sich verlieren. Die Anmache im betrunkenen Zustand sollte man wirklich nur den Profis überlassen. Schnell werden Dinge gesagt oder getan, die später zu unliebsamen Nachwirkungen führen können (Fachausdruck hierfür: >Mit jemandem abstürzen=). Also: Obacht)!
Raucher dürfen sich natürlich, sofern erlaubt, zur Beruhigung der eigenen Nerven eine Zigarette anzünden. Vorsicht: Zigarren kommen nur in bestimmten Kreisen gut an und sollten ansonsten aus Gründen der Angemessenheit durch ihre dünneren Schwestern ersetzt werden.
Es soll auch nicht unerwähnt bleiben, daß es auch Os gibt, die Raucher kategorisch ablehnen. Diese sind zwar in der Minderheit und auch nur sehr selten in verrauchten Diskos anzutreffen, doch muß jeder selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen möchte (neben der Gefährdung der Gesundheit natürlich). Es besteht auch kein Grund, nur wegen dem Wunsch auf Beendigung des Singledaseins, mit dem Rauchen zu beginnen. Zwar ist es unbestritten, daß man über das Schnorren von Zigaretten und Feuer bei einigen Os leichter ins Gespräch kommt, doch muß man dann aufpassen, daß nicht plötzliche Hustenanfälle die Tarnung auffliegen lassen. Auch kann schon die falsche Haltung zu Mitleidsblicken der O führen. Es gibt andere Möglichkeiten, die weitaus ehrlicher und mit weniger Risiko für die eigene Gesundheit belastet sind.Trotzdem kann etwa ein Feuerzeug (alternativ auch Streichhölzer, jedoch ungeeignet bei windigen Gartenfesten etc.) in der Tasche nicht schaden. Die Frage nach dem 'Feuer' ist besonders wegen ihrer Unverfänglichkeit beliebt und wird immer wieder gerne zum näheren Kennenlernen benutzt. Eine Investition, die sich lohnen kann.
Doch dies sind Feinheiten des Besonderen Teils und es sollte keine Panik aufkommen, wenn man bestimmtes Zubehör beim ersten Versuch noch nicht dabei hat. Es geht auch anders.
Nachdem man nun so einige Minuten herumgesessen hat und die Leute an sich vorbeiziehen sah (vgl. auch Rudi Carrell: 'Am Laufenden Band'), vielleicht selber einige Runden gedreht hat und schon beim dritten Bier angekommen ist, könnten sich vielleicht die ersten Favoriten herausbilden.
Keine Hektik. Ruhig noch ein bißchen abwarten und weitergucken.
Nach etwa einer halben Stunde (nach belieben auch nach oben hin ausdehnbar, je nach eigener Geschwindigkeit und Uhrzeit) hat sich nunmehr unter Umständen die erste O herauskristallisiert. Nun sollte man folgenden Test durchführen:
Man schließe die Augen und denke fest an die besagte O. Sodann öffnet man sie erneut und versucht sich die Fußballergebnisse des vergangenen Wochenendes (oder etwas Ähnliches) ins Gedächtnis zurückzurufen, diese addiert man zusammen, teilt sie durch zwei und zählt dann hoch bis zur gefundenen Zahl. Nun wird es spannend. Man führt den ersten Schritt des Tests noch einmal durch und sollte dieses Mal das Gesicht oder der Körper der O auf eine markante Art Verfremdungen unterfahren sein, vielleicht sogar in Richtung eines bekannten Fußballspielers, so sollte man sich ernsthaft nach einer anderen O umsehen. Die war es definitiv noch nicht!
Sollte der Test jedoch positiv verlaufen, so ist dies zwar noch kein Versprechen, aber doch schon ein Hinweis auf die Richtigkeit der Wahl. Alternativ kann man den Test natürlich auch mit Handballergebnissen, Hausnummern, Kochrezepten, Lottozahlen oder Nudelpreisen durchführen. Das ändert nichts an ihrer Wirksamkeit.
Nachdem nun diese Hürde genommen worden ist, gehen wir zum aktiven Teil des ersten Falles über.

Die aktive Anmache
Nun gilt es die nächsten Schritte den äußeren Bedingungen anzupassen. Hat man sich durch genügend langes Warten davon überzeugt, daß die O keinen festen Freund mitgebracht hat bzw. man selber das Risiko liebt (vgl. >Es ist ein Problem aber kein Hinderungsgrund=), so gibt es zunächst den einfachsten Fall, daß man Leute im Umkreis der O kennt oder sonstige Möglichkeiten der ungezwungenen Annäherung gegeben sind.

I) Die Annäherung über Andere (AüA)

1) Der Andere ist ein guter Bekannter

Dieses ist der einfachste Fall mit den wenigsten Komplikationen. Es gibt kaum Möglichkeiten, sich wirklich zu blamieren, geschweige denn plötzlich wie ein begossener Pudel alleine stehen zu müssen.
Man stelle sich einfach zu besagtem guten Bekannten, begrüße ihn nicht zu überschwenglich (sofern nicht schon geschehen) und versuche ein Gespräch aufzubauen (Achtung: eventuell erst laufende Unterhaltung abwarten, um Unhöflichkeiten zu vermeiden). Je nach Belieben und der Beschaffenheit des Bekannten können nun zwei Sprüche das Interesse der O wecken:
a) indirekt, an den Bekannten gerichtet: "Hast du uns überhaupt schon bekannt gemacht" (mit einem freundlichen Lächeln der O zunickend)
b) direkt, an die O gerichtet: "Ich glaub' wir sind uns noch nicht vorgestellt worden, ich bin der ..." (für '...' bitte eigenen Namen einsetzen).
Von einem gewinnbringenden Gesichtsausdruck begleitet kommen diese etwas altertümlichen anmutenden Sprüche nach eigenen Versuchen äußerst gut an und werden in 95% der Fälle das erste Eis brechen. In den restlichen 5% sollte man sich ernstlich überlegen, ob nicht eine andere O die bessere Alternative wäre.
Um nun die Anfangserfolge nicht im heißen Wüstensand versickern zu lassen, sollte man auf keinen Fall an dieser Stelle das Gespräch mit einem einfachen 'Aha' oder gar 'Ach...' beenden. Nun kann man echtes Interesse zeigen, eine Eigenschaft, die in unserer so schnellebigen Zeit und dem oberflächlichen Lebensstilen immer gut ankommt.
Auf keinen Fall jedoch mit Intimfragen kommen, wie 'Benutzt du eigentlich Binden oder Tampons' oder gar 'Gehen wir zu mir oder zu dir' (s.u). Solche Gesprächsthemen sollten, wenn überhaupt, erst ganz am Schluß kommen und auch nur, wenn man meint, schon etwas Übung zu haben. Für Anfänger sind Sexualität, Monatshygiene etc. absolut tabu.
Eine passende Frage wäre nun die Erkundigung nach dem Woher, oder auch nach der Beziehung, in der sie zu dem Bekannten steht (siehe auch: 'die O als Verwandte eines engen Freundes'). Meist ergeben sich schon aus diesen einfachen Fragen interessante Gesprächsthemen, die zu ausbauen sich lohnen und komplett unverfänglich sind. Leicht kann man zu Interessen und Hobbys überschwenken und so im Idealfall den Rest des Abends in angenehmer Gesellschaft verbringen. Aber nicht den Bekannten vergessen, ihn aus Pietätsgründen immer mal wieder ins Gespräch hineinlassen, ihn aber auch nicht zurückhalten, wenn er meint, sich etwas zu trinken holen zu müssen. Sein Job ist getan, doch nie vergessen, daß man ihn unter Umständen mal wieder brauchen könnte.
Gefährlich wird es, wenn der Bekannte selber Rechte an der O einklagen will und mit verbaler Gewalt einen schlechtmachen oder gar aus der Runde zu drängen versucht.
In diesem Fall Ruhe bewahren, gelassen den nächsten Angriff abwarten und im Zweifel davon ausgehen, daß er sich mit solchen Kindereien eher lächerlich macht und mit jeder Stichelei die eigenen Chancen steigen. Doch Achtung, nicht alles gefallen lassen, sonst entsteht schnell der Eindruck des Schlaffies. Ein präzise-überlegen gesetztes 'Nun halt doch mal den Mund' und der Gewinner steht fest.
Bei Bemerkungen unter der Gürtellinie ist dies absolut geboten. Ansonsten: Liebe ist, wenn man trotzdem lacht! (weitere Hinweise zu diesem Thema siehe Kapitel 'Ausspannen')
Für Mutige, die ihren Freund eh schon seit längerem loswerden wollten und auch vor rüden Attacken nicht zurückschrecken, gibt es noch die Begrüßungs-Unmöglichkeit (BU). Sie sollte jedoch nicht bei der ersten Kontaktaufnahme ausgeführt werden, da man da a) den Bekannten noch braucht und b) die BU auch einen schlechten Eindruck von einem selbst hinterlassen könnte.
Die BU besteht nur aus einem einzigen, präzise abgestimmten Satz zur Begrüßung, der jeden Gegner unabwendbar K.O. schlägt. Im Einzelnen sollte er auf die jeweilige Anwendungssituation abgestimmt werden. Aber ein prägnanten Beispiel möchte ich Ihnen doch nicht vorenthalten:
Man geht lachend auf den Ex-Bekannten in Spe zu, schlägt im freudestrahlend auf die Schulter und begrüßt ihn (daher auch BU) mit folgendem, laut für alle umstehenden vernehmbaren Satz: "Na du alte Samenschleuder!". Das sitzt, kommt an und, das richtige Publikum vorausgesetzt, erzeugt Verletzungen, von denen sich nur die wenigsten erholen. Doch nochmals: das ist nicht fair, kann unkontrollierte Nebenwirkungen produzieren und den Bekannten wird eventuell zum Ex-Bekannten.
Witzig ist es jedoch allemal und sehr informativ für Soziologiestudenten. Ich erwähne es auch nur der Vollständigkeit halber. Die Anwendung erfolgt auf eigene Gefahr!

Dieses nun war der Idealfall und kann leider nicht als Regelfall qualifiziert werden. All zu oft droht ein Gespräch schon nach dem zweiten oder dritten Satz abzubrechen. Ist dies erst einmal geschehen wird es schwer.
Als grobe Faustregel sei folgende Vorgehensweise empfohlen:
1. Frage: "Wo kommst du denn her ?" (Vorsicht, das 'du' nicht zu sehr betonen)
2. Frage: "Und wie kommst du hier her ? Kennst du den <Bekannten> näher ?" (Für <Bekannten> Namen des Bekannten einsetzen).
3. Frage: "Bist du öfters hier" (in Diskos etc.)
alternativ: "Was machst du denn beruflich ?"

Sollte sich nach Abarbeitung aller drei Fragen noch immer kein Gesprächsthema gefunden haben und es bei einer kurzen Antwort bleiben (höchstens mit einer gleichformulierten Gegenfrage gekoppelt), muß man zur Phase zwei übergehen, um das Interesse der O weiter aufrecht zu erhalten. Man könnte nun natürlich noch weitere Fragen anfügen, etwa nach Hobbys, dem Wetter oder ob man schon Geschenke für Weihnachten gekauft habe. Doch dieses kann schnell in Penetranz ausarten und erhöht die eigenen Chancen kaum noch, wenn nicht sogar damit alles verspielt wird.

Merke: wer zuviel fragt, zeigt nicht mehr Interesse sondern ist aufdringlich!
Als Faustformel soll gelten: der Quotient aus eigenen Fragen und Rückfragen sollte niemals größer als 1,5 sein!

Man sollte aber auch nicht einfach aufgeben und sich einreden, nicht interessant genug zu sein. Selbst wenn das Äußere nicht dem geltenden Schönheitsideal entspricht, kann man bei passenden Os durch Phantasie und Selbstbewußtsein einiges wieder herausholen. Beziehungen, die nur auf Äußerlichkeiten abzielen, sind oft nicht von langer Dauer und für beide Partner recht unbefriedigend (zumindest mental).

In Phase zwei sollte man nun nach dem Verbalakt den Aktivakt folgen lassen.
In Diskos oder anderen Ort mit Tanzfläche könnte dieser in der Aufforderung zum Tanzen bestehen. Auch ohne solchen räumlichen Gegebenheit kann diese Methode angewendet werden, sollte jedoch nie mit Gewalt verbunden sein. Sollte sich die O selbst nach der zweiten Aufforderung noch nicht rühren, auf keinen Fall anfangen, sie durch groben körperlichen Einsatz dazu zu drängen oder an ihren Kleidern zu zerren. Es gibt noch andere Methoden.
Die praktische Ausführung des Tanzes sei jedem selbst nach eigenem Können und Selbstbewußtsein überlassen und sollte nicht in ein ungelenkes Zappeln abgleiten. Dieses wirkt albern und aufdringlich. Ein leichtes Wippen in den Hüften, ein leises Mitsummen und vielleicht das animieren zum gemeinsamen Schunkeln tun es in den allermeisten Fällen auch und drohen bei sensiblen Gemütern nicht gleich, alle Arbeit zunichte zu machen. Das 70er Jahre-ABBA-mäßige linkes Bein-Zusammen-rechtes Bein-Zusammen ist unzeitgemäß und sollte von modernen Menschen nicht mehr angewendet werden. Vom Sidestep hin zum Highstep ist die Devise.Eine weitere Möglichkeit wäre die einfache Einladung zu einem Getränk. Doch nicht gleich zum Sekt oder gar Champagner greifen. Dieses kann leicht Schuldgefühle wecken und den Eindruck hinterlassen, man würde später auch gerne für diese Investition etwas heraushaben. Ein einfaches Bier oder eine Cola tun es auch und schonen den Geldbeutel für den Fall, daß man sich eine neue O suchen muß.
Ein Striptease auf der Bühne sollte allein aus strafrechtlichen Gründen (vgl. '183 I, Exhibitionistische Handlungen, Strafen bis zu einem Jahr) nur von ganz Wagemutigen und selbst dann nur auf privaten Feten erfolgen. Auch ist der Erfolg bei der durchschnittlichen O ehe als beschränkt anzusehen und kann in krassen Fällen gar zur Vernichtung aller Chancen führen. Außerdem sollte unbedingt bei solchen Aktionen auf ein ansprechendes eigenes Äußeres uns saubere Unterwäsche geachtete werden.
Doch gibt es zahlreiche weiter Möglichkeiten, die bei weitem weniger Risiken in sich bergen. Auf alle einzugehen ist unmöglich, vor allem da es sehr auf die Situation und den Typ der O ankommt. Einige interessante Möglichkeiten, die man schon eher in den Bereich der Partyunterhaltung einordnen kann, kaum Zubehör erfordern und meist zu durchschlagendem Erfolg führen, zumindest zu einer Beachtung, möchte ich hier beispielhaft darstellen.
Zunächst wäre da das Handverschränken-Spiel:
Man bittet die O ihre Hände/Finger überkreuz ineinander zu verschränken, indem sie über das Handgelenk greift, dann die Hände verdreht und sie ineinander fallen läßt. Nun muß das Knäuel nach innen in Richtung Brust gedreht werden, bis es zu einer Art Faust in Höhe des Gesichts zur Ruhe kommt. Bitte nicht mit Gewalt nachhelfen oder gar nachdrücken: Verletzungsgefahr! Nicht jeder ist gleich gelenkig und sobald die ersten Knochen zu splittern beginnen kann man sicher sein, daß auch für einen selber der Abend gelaufen ist und man die O lieber nie wieder in die Augen sieht (höchstens noch beim moralisch geforderten Besuch im Krankenhaus).
Nun kommt der eigentliche Clou. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand (Linkshänder können auch die linke Hand benutzen), weist man auf eines der verdrehten Finger in dem Faustknäuel der O und bittet sie mit einem Lächeln, selbige Gliedmaßen zu bewegen. Nun sollte sich ein anderer Finger heben oder zumindest die O ein angestrengtes Gesicht machen, was zu beiderseitiger Belustigung dient.
Sollte doch widererwartend der erwünschte Finger von ihr bewegt werden, es noch einige weitere Male versuchen. Leider muß ich zugeben, daß dieser Trick nicht bei allen Os gleichgut funktioniert und man auch peinliche Verwirrung stiften kann.
Dann einen überspielenden Spruch bringen ('Du mußt ein Naturwunder sein, die meisten bekommen das nicht hin') und noch einmal zum Tanzen auffordern. Nicht gleich den nächsten Gag anfügen, sonst wirkt es gekünstelt!
Hat man so auf die eine oder andere Weise die O für sich gewonnen, so sollte man sich spätestens jetzt darüber klar werden, was man noch aus dem Abend machen will, bzw. wie die eigenen Vorlieben gelagert sind.

- Ist man nur auf einen 'One-night-stand' aus (eine Kurz-kurz-Beziehung, besonders auf den sexuellen Part gerichtet, selten länger als eine Nacht (daher der Name), recht unpersönlich), so wird man eh kaum dieses Buch zu Rate ziehen, denn man ist Profi. Für alle anderen: Finger weg von solchen gefährlichen Sonderfällen. Jemand, der nicht einmal weiß, wie er eine O eigentlich ansprechen soll, kann an solchen Praktiken kaputtgehen und nicht wenige haben nach entsprechend niederschlagenden Erfahrungen die Seite gewechselt und damit auch oft ihren Namen (von familiären Zerrüttungen und Enterbungen ganz zu schweigen).
Ist man ein Typ dafür, kann man bei späteren Versuchen in diese Richtung Probleme und Rückschläge durch eigenes Selbstwertgefühl kompensieren. Jedoch sollte man immer darauf achtgeben, daß die O auch ähnliche Neigungen hegt und man doch für spätere Nachfragen erst einmal gegenseitig die Namen austauscht. Beachte: Küssen ist bei >One-Night-Stands= oftmals untersagt!
- Man kann natürlich an dieser Stelle Schluß machen, ein frühes Aufstehen am nächsten Morgen ('Mein Wecker klingelt in drei Stunden schon wieder...') vorschieben, sich erst einmal von den Aufregungen des Tages bzw. der Nacht erholen und über die ersten Erfolge auf dem Weg zum Profi freuen. Je nach eigenen Kräften und Vorstellungen ist diese Version anzuwenden oder zu verwerfen. Im Zweifel gilt: morgen ist auch noch ein Tag.
Sollte man durchaus Gefallen an der O gefunden haben, nicht vergessen, sich die Telephonnummer geben zu lassen oder zu klären, ob der Bekannte selbige liefern kann.
'Ich ruf dich an' ist ein schönes Schlußwort und verpflichtet zu nichts.

Gratulation, Sie haben den ersten Schritt auf dem Weg zum glücklichen und gefragten Nichtsingle hinter sich gebracht und haben sich mit recht nun ein zu Hause bereitgestelltes Glas Sekt verdient. Ihr weiteres Vorgehen überlasse ich Ihrer eigenen Phantasie oder verweise auf den Nachfolgeband, der pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 1997 erscheinen soll. Viel Glück und Erfolg !

- Gehören Sie jedoch zu denen, die eine Sache auch zu Ende bringen wollen, wenn Sie sie erst einmal begonnen haben, so verweise ich auf das Kapitel 'Der zweite Schritt' etwas weiter hinten im Buch. Hier jedoch schon mal meine Gratulation für das bisher erreichte. Der schwierigste Weg liegt hinter ihnen, was nun noch folgt ist die Kür, bei der das Straucheln nicht mehr so wehtut. Seien Sie frischen Mutes!

Kommen wir nun zum nächsten Fall des AüA:

2) der (die) Bekannte ist weiblich

Es gilt weitestgehend das bei 1) gesagte. Doch sind einige Besonderheiten zu beachten. Zwar geht in diesen Fällen nur selten von der Bekannten die Gefahr der Nebenbuhlerschaft aus (und wenn doch, Obacht, Sie könnten sich die 'falsche' O ausgesucht haben), doch ist nicht auszuschließen, daß die Bekannte ihre Absichten durchschaut (vgl. 'Weiblicher Instinkt') und meint, sich zur Retterin ihres gesamten Geschlechts aufschwingen zu müssen. Gibt es Anzeichen hierfür (zum Beispiel leises Tuscheln, wenn man sich mal kurz abwendet, Redewendungen wie 'diese Männer' oder 'ich als Frau', mitleidiger Blick in Richtung der O, Aufforderung zum gemeinsamen Gang zu Toilette), sollte man bemüht sein, die Bekannte möglichst schleunigst loszuwerden.
Dazu bieten sich Gesprächsthemen an, die die Bekannte mit Sicherheit nicht interessieren oder das schon erwähnte Tanzen. Selbst wenn die Bekannte darauf besteht mitzukommen, stellt es heutzutage in den meisten überfüllten Diskos kein Problem mehr da, sie so abzudrängeln, daß ein weiterer Zugriff ihrerseits unterbunden werden kann. Eventuell muß man ein entsprechendes Lied abpassen (vgl. auch 'Pogotanzen').
Sollte auch dieses nicht helfen, wird es schwierig. Dann heißt es 'volle Aufmerksamkeit', um den Schaden so gering wie möglich zu halten. Niemals in eine Diskussion verwickeln lassen oder gar 'zur Verteidigung der Männlichkeit' ausholen. Einfach gelassen bleiben und unbeeindruckt das Gesagte überhören. Auf keinen Fall etwas sagen wie 'nicht alle Männer sind Machos' oder 'es gibt auch noch anderes als 'Das Eine''. Das sind indirekte Schuldeingeständnisse und äußerst unbeliebt. Finger weg von solchen Grundsatzdiskussionen, auch wenn es hart ist. Sie sind auf einer Party/Disko/etc. und nicht auf dem Jahresfeministinnentreffen.
Grundsatz wieder einmal: Keep Cool! Don't Panic!
Hat man solche Probleme ohne bleibende Schäden umschifft, ist der Weg zum Meister wahrlich nicht mehr fern.

3) der Bekannte ist der (Ex-)Freund der O

Man kann es nicht oft genug sagen: Finger weg! Nichts für Anfänger! Es gibt nur Scherereien und nachher steht man mit weniger dar, als man angefangen hat. Dies ist die beste Möglichkeit um Freunde zu verlieren und in Verleumdungen hineingezogen zu werden.
Nur für Profis und Liebhaber des Extremen ohne feste örtliche Bindung: siehe auch 'das Ausspannen und die Schadensbegrenzung'. Höret meine Worte!

4) der 'Bekannte' ist einem vollkommen fremd und unbekannt

Völlig sinnloser Unterpunkt, nur der Vollständigkeit halber dabei. Schließlich ist ein Bekannter niemals 'unbekannt' (wer es nicht bemerkt hat, sollte es nur Os mit einem IQ < 73 auswählen, die passen am besten zu Ihnen... nichts für ungut...).
Fremde können einem bei diesen Unternehmungen kaum weiterhelfen. Weder vereinfachen sie die Anmache, noch können sie ihr Gelingen garantieren.
Ausnahmen: Besonderheiten wie etwa die gleiche Kleidung wie man selbst etc.
Ansonsten gilt, dieser Unterpunkt ist vollkommen unnütz und kann aus dem Lernpensum ersatzlos gestrichen werden.



II.) Der Alleingang (Ag)
Der Ag unterscheidet sich vom AüA darin, daß er von Ihnen alleine, ohne die aktive Hilfe eines Dritten unternommen wird und entsprechend schwieriger ist. Doch kein Grund zu resignieren oder gar die Disko/Party zu verlassen bzw. sich eine neue O zu suchen. Mit ein wenig Erfahrung und Übung ist auch diese Variante ohne große Probleme zu bewältigen und um so schöner ist später der Sieg. Somit keine Angst und frisch ans Werk!
Gesucht wird eine möglichst ungezwungen wirkende Möglichkeit, mit der O ins Gespräch zu kommen. So gesehen ist die AüA auch nur ein Sonderfall der Ag, doch wegen ihrer Sonderstellung und Einfachheit habe ich sie voran gestellt.
Zunächst ist es von Nutzen, wenn man die Nähe der O sucht. Als ausreichend hat sich ein maximaler Abstand von 1,5 Metern herausgestellt, der jedoch in der Anfangsphase auch überschritten werden kann. Bei der praktischen Ausführung jedoch sollte man sich unbedingt innerhalb dieses Radiuses befinden, da sonst bei entsprechendem Geräuschpegel (wie er auf Partys und in Diskos üblich ist) eine ordentliche Konversation nahezu unmöglich wird und unnütz die Stimmbänder strapaziert werden.
Hat man sich nunmehr der O auf besagten Abstand genährt, gilt es, ihre Aufmerksamkeit zu wecken. Man erkennt hier schon den Unterschied zur AüA, bei der an dieser Stelle der Bekannte einsprang.
Doch da wir den nun einmal nicht haben, müssen wir unsere Phantasie spielen lassen.Vom veralteten 'Getränk umschütten' möchte ich abraten, nicht nur, daß Tolpatschigkeit heute kaum noch als Moderichtung anerkannt ist, auch gab es immer wieder Fälle, wo solche gewagten Aktionen zu schmerzhaften Backpfeifen geführt haben und somit alle Möglichkeiten zerstörten. Einmal abgesehen von der Streu-Gefahr (Fremde/Passanten könnten zu Schaden kommen) und dem mäßigen Effekt der Zufälligkeit (zumindest in der Zwei-Meter-Entfernung, wo es schon zu einem regelrechten Werfen des Glases kommen muß, damit die O noch ein paar Spritzer abbekommt).
Eine weitaus ungefährlichere Variante ist das einfache Anbieten von Feuer, sofern die O erkennbar Raucherin ist. Jedoch aufgepaßt: nur anbieten, wenn man wirklich ein Feuerzeug dabei hat. Erst wenn sie die Zigarette im Mund hat, die Flamme an ihren Mund halten (nicht zu nah und nicht zu lange: Verletzungsgefahr) und auch nicht versuchen, eine bereits seit längerem in Gebrauch befindliche Zigarette immer und immer wieder anzuzünden.
Alternativ kann man auch eine Zigarette anbieten, um dann im nächsten Schritt das Feuer nachzuschieben.
Doch da heutzutage das Rauchen immer mehr von der Gesellschaft geächtet wird und es beinahe schon zum 'schlechten Ton' gehört, einen Glimmstengel im Mund zu haben, dieses nur bei erkennbaren Rauchern (Geruchsprobe) durchführen. Sonst besteht Gefahr von Chancenverlust!
Immer noch großer Beliebtheit erfreut sich die 'Ich-kenne-dich-doch-irgendwoher-Variante', jedoch gerade in dieser großen Beliebtheit liegt auch ihr Problem. Wenn die O nicht gerade vom Lande kommt und ohne Satellitenschüssel aufgewachsen ist, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit diesen Trick durchschauen und eventuell auf stur schalten, in Anbetracht der Einfallslosigkeit der Anmache. Da helfen auch Abwandlungen wie 'Du bist doch die...', 'Hast du nicht eine Schwester in...' und 'Oh, entschuldige, ich muß dich verwechselt haben. Ich bin im übrigens der...'. Alt und all zu durchsichtig.
Doch kann es nicht schaden, dieses mal auszuprobieren, vor allem, da nur ein geringes Risiko für Leib und Seele zu befürchten ist und auch aus Rückschlägen zu lernen ist.
Gefährlicher ist da schon das Anrempeln/Anstoßen. Nicht nur, daß über Schmerzen nur selten glückversprechende Beziehungen erwachsen, auch gilt hier ähnliches, wie schon bei der 'Umschütt-Variante' Gesagtes, besonders, wenn beim Rempler die O etwas Überschwappendes bzw. Zerbrechliches in Händen hält. Es ist abzuraten, erst recht auf Partys, bei denen Rotwein ausgeschenkt wird!

Was ich empfehle, ist die direkte Methode.
Dazu sucht man zunächst die Augen der O, sieht sie für ca. eine Sekunde an und wendet sodann denn Kopf einige Grad nach rechts oder links. Dieses Spiel wiederholt man einige Male, bis man sich sicher ist, daß die O einen bemerkt hat und nun ihrerseits des öfteren ihren Blick zu Ihnen wendet. Vorsicht, ruhig mal eine Pause von ein, zwei Minuten machen und auf gar keinen Fall anstarren! Das wirkt aufdringlich und ist ein Zeichen von Schwäche. Aber auch nicht den Kopf vollkommen abwenden, sonst könnte der Eindruck entstehen, man hätte nur aus Zufall zur O hinübergeschaut und würde nun nach etwas Besserem Ausschau halten.
Hat man auf diese Weise den Blick der O eingefangen, kommt jetzt der spannende Moment. Sieht die O nun wieder zu einem herüber, ein leichtes Lächeln über das eigene Gesicht fliegen lassen, die Stirn vorsichtig in Falten legen und die Augen einige Millimeter nach oben aufreißen.
Mehr nicht.
Sollte die O nun ungerührt wegsehen, kein Grund zur Panik. Ruhig noch ein paar Male versuchen. Doch niemals sich zur Brechstangentaktik verleiten lassen und beginnen, die wildesten Grimassen zu schneiden. Dies wirkt abstoßend. Weniger ist hier, wie so oft im Leben, mehr.
Merkt man jedoch, daß die O reagiert, vielleicht ein Kopfnicken, ein Anflug von Lächeln oder gar ein Zuwinken, dann kann man zur nächsten Phase übergehen.
Sollte die O aber beginne, sich neben ihr sitzenden Personen zuzuwenden, mit ihnen zu tuscheln und immer mal wieder einen mitleidigen Blick, einen Fingerzeig oder ein Kopfnicken zu ihnen hinüberzuwenden, vielleicht sogar begleitet mit einem frechen Grinsen, dann ist äußerste Vorsicht geboten.
Wenn Sie Mut haben, so machen sie nun ungerührt weiter, mehr als einen Korb können sie nicht bekommen. Jedoch kann ich es Ihnen, besonders als Anfänge, nicht verübeln, wenn sie an dieser Stelle das Unternehmen erfolglos abbrechen und nach einer neuen O ausschauhalten. Vor allem sensiblen Gemütern würde ich doch den taktischen Rückzug empfehlen, wohl weißlich, daß auch dieser Schritt demoralisierend seien kann.
Gehen wir aber davon aus, daß alles gut gelaufen ist und der Blickkontakt nun für länger als eine Sekunde aufrechtgehalten werden kann, so folgt nun der nächste wichtige Schritt, ohne den keine erfolgreiche Anmache auskommt:

Das Ansprechen

Ruhig und ohne Hast, weiterhin ein hartes, nicht zu aufdringliches Lächeln auf den Lippen, überwindet man nun die letzte Distanz (sofern man sich noch nicht im Sprechradius der O befindet) und sucht sich einen Platz in ihrer Nähe (notfalls kann man auch stehen, jedoch wenn möglich ist dies zu vermeiden). All zu starker Körperkontakt ist noch zu vermeiden (nicht gleich 'Touchen').
Grundsätzlich falsch wäre nun eine Schuldumkehr wie 'Was starrst du mich denn so an' oder 'Willst du etwas von mir?'. Auch ein vorwurfsvolles 'Kennen wir uns etwa?' sollte vermieden werden.
Gefragt ist selbstbewußte Offenheit, wobei sich hier Parallelen zur AüA auftun (wenn noch nicht geschehen, dort nachlesen). Ein einfaches 'Hi', 'Hallo' oder je nach Region 'Moin', 'Grüzi', 'Jo Moi', 'Ahoi', 'Servus' oder ähnliches sind leicht zu behalten, auch von nervösen Zeitgenossen ohne Stottern herauszubringen und doch frei von jeder Verfänglichkeit.
Angebracht wäre nun noch eine kleine Vorstellung seiner selbst und die Frage nach dem Namen der O, sofern nicht freiwillig schon erfolgt. Alles übrige gilt wie schon unter AüA aufgeführt und entbehrt somit einer Wiederholung. Sollten sich noch Lücken auftun, empfehle ich ein erneutes gründliches Durcharbeiten der entsprechenden Seiten.
Auch der eine oder andere kleine Gag mag mal versucht werden.
Beispiel: Eiswürfel sich geben lassen, diesen gegen den Tisch hauen, bis er splittert und etwas von >Na, da scheint ja das erste Eis gebrochen zu sein= murmeln. Aber Achtung: niemals den Eiswürfel aus einem noch gefüllten Glas der O fischen!

Die Planungs-inspirierte ad-hoc Beziehung (Piahb)

Über den Inhalt der Planungs-inspirierte ad-hoc-Beziehung (Piahb) herrscht unter den Wissenschaftlern und denen, die gerne vorgeben, welche zu sein, ein unerbittlicher Disput. Insbesondere die Abgrenzung zur Langzeitplanungsbeziehung (Laplab) erweist sich als schwierig und höchst umstritten. Daher möchte ich hier der Fairneß halber nicht unerwähnt lassen, daß die folgenden Seiten meine eigene Theorie diesbezüglich darstellen und es andere, durchaus lesenswerte Werke geben mag, in denen andere Meinungen vertreten werden. Doch hoffe ich, daß Ihnen meine Theorie leicht einleuchten und Ihnen helfen wird, selbst einige Scharlatane des Faches auszusondern.
Noch unumstritten und leicht aus dem Begriff von Piahb und Laplab erkennbar ist, daß hier mehr Vorarbeit und Zeit geopfert werden muß, als bei der ausgedehntesten Siahb. Beide sind nichts für unruhige Gemüter und bedürfen einiges an Durchhaltevermögen und Zähigkeit.
Leider liegt darin auch das Problem, das gerade Romantiker unter meinen Schülern stören dürfte: Es bleibt sowohl bei der Piahb als auch bei der Laplab kein Raum für liebestolles Gehabe. Beides ist harte Arbeit!

Nun zur Abgrenzung. Einige meinen, um eine Piahb handele es sich erst dann, wenn der Probant (also Sie) viel Energie und Ehrgeiz allein darauf verwendet, daß ideale Zuschlagmöglichkeiten gesucht werden, also versucht wird, Informationen auszuspionieren, die einem beim aktiven Anmachen nützlich sein könnten.
Andere sind jedoch der Auffassung, daß bei der Piahb die O noch gar keine Rolle spiele, sie allenfalls als abstraktes Geschöpf 'im Raum schwebe'. Vielmehr sei nach dieser Auffassung mit der Piahb der Umstand gemeint, daß man sich vor dem ersten Kontakt mit einer realen O Fähigkeiten antrainiert, die ein reibungsloseres und erfolgsversprechenderes Anmachen garantieren.
Sie sehen schon die ersten Streitstände. Leider ist es mir in Ermangelung von Zeit und Raum nicht möglich, hier alle Probleme dieser Kontroversen eingehend darzustellen, so interessant und aufschlußreich dieses auch seien mag. So muß ich mich notgedrungen auf die Hauptpunkte beschränken. Interessierten Lesern möchte ich dringenst meine entsprechenden Aufsätze in den einschlägigen Fachzeitschriften empfehlen, die tiefergehende Klarheit über diesen hochinteressanten Bereich verschaffen können.
Kommen wir zurück zur Streitentscheidung. Gegen die erste Meinung sprich vor allem, daß sie kaum noch Platz für die Laplab läßt und eigentlich gar keine Abgrenzung im engeren Sinne darstellt. Vielmehr leugnen ihre Anhänger die Existenz einer entsprechenden Trennung zwischen Piahb und Laplab. Jedoch schon das Vorhandensein der zweiten Meinung zeigt deutlich, daß es sehr wohl einen objektiv beschreibbaren Unterschied gibt und entsprechender Trennungsbedarf besteht.
Folglich ist die erste Meinung abzulehnen und der zweiten zu folgen. Mit dieser Ansicht gehe ich im übrigen konform mit der weit überwiegenden herrschenden Meinung, die weitestgehend meinen Argumentationswegen gefolgt ist.
Somit handelt es sich bei der Piahb um nichts anderes, als das, was Sie sowieso seit dem Kauf dieses Buches bzw. dem Besuch einer meiner Kurse tun: sich intensiv und aus guter Quelle auf die Eventualitäten und Risiken einer Anmache vorbereiten. Wenn Sie dann noch einer meiner praktischen Anregungen und Übungen gefolgt sind, könne Sie sich mit Recht als Praktikant der Piahb bezeichnen. Herzlichen Glückwunsch hierzu von mir!
Da es sich folglich bei der Piahb um etwas handelt, das Sie sich eh schon in Fleisch und Blut haben übergehen lassen, möchte ich auch kein weiteres Wort hierauf verschwenden und gleich zum nächsten Punkt übergehen: der Laplab.
Die Langzeitplanungs-Beziehung (Laplab)

Wie sie schon aus der Abgrenzung beim Begriff der Piahb erkannt haben, kommt hier die konkrete O ins Spiel. Es wird nicht mehr am abstrakten Wort geübt und geprüft, sondern wie bei der Siahb ist eine O aus Fleisch und Blut ständig vor Ihrem inneren Auge.
Und dort bleibt sie auch für eine längere Zeit, so lange nämlich, bis die Laplab ihr Endstadium erreicht hat.
Das bedeutet, daß Sie erst ganz am Ende, sozusagen als krönenden Abschluß einer anstrengenden und nervenaufreibenden Arbeit, wirklich das entwickelte Wissen an der O ausprobieren können, dafür aber auch mit weit höheren Erfolgsaussichten, als bei der profanen Siahb!
Die Laplab bedeutet, daß sie möglichst unauffällig versuchen müssen, Informationen über die O zu sammeln, die Ihnen später bei der konkreten Anmache nützlich sein können. Wie Sie schon beim Durcharbeiten des Kapitels über die Siahb bemerkt haben werden, gibt es hier viele Dinge, die einfach nur vom Zufall abhängen können und auf die Sie nicht die geringste Eingriffsmöglichkeit haben. Nicht selten sind es gerade diese Zufälle, die selbst eine erfahrene und professionell durchgeführte Anmache im fortgeschrittenen Endstadium noch eine niederschmetternde Niederlage einräumen können.
Hiervor kann man sich mit der Laplab größtenteils schützen, auch wenn sie nie alle Zufälle beseitigen kann. Ein gewisses Risiko wird immer bestehen bleiben!
Nun will ich Sie sicherlich nicht dazu verführen, einer Berufung als Hobby-Spion nachzugehen. Unzweifelhaft sammelt man durch intensives Beschatten der O rund um die Uhr die meisten und besten Informationen, nur
a) hat der durchschnittliche Kursteilnehmer kaum Zeit für so anstrengende Nachforschungen
b) gelingt es nur wirklichen Profis, dabei so unerkannt zu bleiben, daß die gesammelten Informationen überhaupt noch Anwendung finden können.
Nichts schmettert eine Laplab mehr ab, als die abfällige Bemerkung der O beim Vorbeigehen, sie werde die Polizei rufen, wenn die Spannerei nicht bald eine Ende habe. Und das ist noch das Harmloseste, was Ihnen blühen kann. Durch den gesetzlich streng geschützten Intimsbereich jedes Menschen, wird auch der Versuch, sich vor Gericht mit 'Liebesverwirrung' herauszureden, kaum glücken. Einmal abgesehen davon, daß im Falle einer derartigen Eskalation die O nicht einmal mehr zu einem Eis eingeladen werden kann!
Also Finger weg von der Krimi-Spionage, hin zum subtileren Weg des 'zufälligen Erkundigen-Einholens'. Fast immer gibt es selbst im eigenen Bekanntenkreis Leute, die über die verschlungensten Weg die O kennen, und wenn es nur aus der Kindergarten, Grundschul oder Tanzschulzeit ist. Selbst solch veraltete Informationen können hilfreich sein, Vorlieben und Gesinnungen der O herauszufinden.
Somit beginnt Ihre Arbeit bei Ihren nächsten Freunden und Bekannten. Ein flüchtig und unschuldig hingeworfener Satz kann nie geahnte Dinge zu Tage fördern. Doch nie mit der Tür ins Haus fallen und gar offenbaren, weshalb man sich wirklich nach der O erkundigt. Dann kann diese Taktik leicht nach hinten losgehen, insbesondere, wenn man dabei zufällig auf den derzeitigen Freund der O gestoßen ist. Obwohl es dann eh egal wäre, sofern dieser Freund der O nicht zu übermäßiger Gewaltanwendung neigt (vgl. auch das Kapitel über das Ausspannen unten und im Nachfolgeband).
Beispiele für unauffällige Fragen wären zum Beispiel das unschuldige Erkundigen nach dem Namen der O (sofern sich eine Gelegenheit dafür ergibt, wie etwa das zufällige Vorbeifahren etc. Jedoch Achtung: man sollte tunlichst achtgeben, diese Frage nicht zweimal den selben Leuten zu stellen, da dies zu unangenehmen Mißdeutungen der Situation führen könnte, bis hin zum Anzweifeln Ihres eigenen Geisteszustandes!), aussagefreie Fragen wie 'Kennen wir die da nicht' (Vorsicht: nicht zu abschätzig werden), oder auch einfach dummes Ausdenken von Fehlinformationen ('ist X nicht mit der O zusammen? Ach, nein? Ich dachte ich hätte die beiden mal zusammen gesehen? Wer ist diese O eigentlich?' oder 'War die O nicht auch auf der Party? Nein... komisch, irgendwo habe ich die schon einmal gesehen? Kennst Du sie?' etc. Auch hier gilt es, Vorsicht walten zu lassen, um nicht plötzlich selbst zum Idioten zu werden).
Wurde so der gesamte Freundes und Bekanntenkreis abgearbeitet, können eigene Beobachten folgen. Meist kennt man nun schon einige der Gewohnheiten der O, so daß mehrere 'zufällige' Zusammentreffen organisiert werden können, etwa in Diskos, Geschäften und Stränden/Freibädern (s.u).
Ist man erst einmal so weit, kann man auch bald überlegen, das erste Ansprechen in Angriff zu nehmen. Gerade hier zeigt sich, was diese Vorarbeit wert gewesen ist, denn das lockere 'Hab ich Dich nicht schon öfters hier gesehen? Kommst Du auch regelmäßig hier her?' (z.B. in der Disco) etc. geht einem bei einer so fast schon 'guten Bekannten O' leichter über die trockenen Lippen, als die dämliche Frage nach der Uhrzeit und ist auch um einiges ergiebiger und erfolgsversprechender. Sie werden es merken!

Das soll als Einführung in die Laplab vorerst genügen. Im anschließenden Besonderen Teil werde ich an geeigneter Stelle weitere Tips und Hinweise geben, wo und wie es die Chancen erhöhen kann, nicht gleich alles Pulver zu verschießen, sprich einige Tage des Beobachtens und Umhörens viel Schaden verhindern helfen können.
Ansonsten ist hier Ihre eigene, auf die konkrete Situation angepaßte Fantasie gefragt, ohne die kein Blumentopf (keine O) zu gewinnen ist. Keine Panik. Bisher ist noch beinahe jeder meiner Schüler unter die Haube gekommen. Und die, die es nicht geschafft haben, waren schon zur Zeit der Kursteilnahme 'etwas anders'! Fantasie hat jeder, er muß sie nur aktivieren. Gerade dieses macht nicht nur die Laplab, sondern die gesamte Anmache so interessant und spannend, daß sie von den meisten noch bis ins hohe Alter praktiziert wird.
Seien Sie frohen Mutes.